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ADAC: Keine neuen Abkassiermodelle für die Fernstraßeninfrastruktur
Der ADAC wehrt sich mit Nachdruck gegen die wiederholten Bestrebungen, die notorische Unterfinanzierung der Fernstraßen durch eine Pkw-Maut zu lösen. Dazu ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker: "Es ist nicht länger hinzunehmen, dass die deutschen Autofahrer Jahr für Jahr Milliarden an Steuern an den Staat zahlen, sich aber als Gegenleistung mit einem immer schlechter werdenden Straßennetz abfinden müssen." 


Die aus den Reihen der CSU laut gewordene Forderung nach Einführung einer Pkw-Maut in Deutschland lehnt der ADAC als völlig überflüssige und oberflächlich populistische Gedankenspielerei ab. Nach ADAC-Präsident Peter Meyer geht es bei den Überlegungen mancher Politiker lediglich um unproduktive Beiträge, mit denen das Sommerloch gestopft werden soll:


ADAC: Überflüssige CSU-Gedankenspiele
Weichen für Lkw-Maut müssen richtig gestellt werden.

Als "überflüssige und unproduktive Gedankenspielerei" lehnt ADAC-Vizepräsident für Verkehr Dr. Erhard Oehm die im Vorfeld ihres Parteitags in Nürnberg von der CSU verfolgten Pläne zur Einführung einer Pkw-Maut ab.


Der ADAC befürchtet, dass sich die für Ende August geplante Einführung der Lkw-Maut nicht nur für die Brummifahrer negativ auswirken wird. Auch die Fahrer nicht mautpflichtiger Fahrzeuge werden von den Startschwierigkeiten betroffen sein. Nach Meinung des Clubs drohen Staus im Bereich der Zahlstellen. Auch mit Umwegverkehr über Landstraßen, die bisher vom Güterverkehr mehr oder weniger verschont geblieben sind, ist zu rechnen.


ADAC: auf der Brennerbundesstraße gratis

Fahrer von über 3,5 Tonnen schweren Wohnmobilen, die über den Brenner in den Süden wollen, schonen ihre Reisekasse spürbar, wenn sie nicht die Brennerautobahn, sondern die Route auf der Brennerbundesstraße wählen. Laut ADAC spart man sich bei Hin- und Rückfahrt 62 Euro.


Auf nahezu allen europäischen Hauptreiserouten werden Autoreisende in Form von Mautgebühren zur Kasse gebeten. Dabei berechnen zwölf europäische Länder die Maut nach den gefahrenen Autobahn-Kilometern, fünf (Schweiz, Österreich, Ungarn, Tschechien und Slowakei) verlangen auf Autobahnen und Schnellstraßen eine für eine bestimmte Zeit gültige Vignettengebühr


ADAC-Motorwelt: Exklusiv-Interview mit Bundesverkehrsminister Stolpe
Gute Nachrichten für alle Autofahrer: Die Pkw-Maut kommt definitiv nicht, die
Ökosteuer wird nach 2003 nicht weiter erhöht und der überwiegende Teil der Einnahmen aus der Lkw-Maut fließt zweckgebunden in die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur. Dies versicherte der neue Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe in einem Exklusiv-Interview mit der ADAC-Clubzeitschrift Motorwelt.


"Die Lkw-Maut ist ein wichtiger Beitrag für die Mobilität von morgen. Sie ist unser Weg aus dem Stau." Das sagte Kurt Bodewig, Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, am Montag auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Die Maut sei gerecht, innovativ und eröffne neue Möglichkeiten bei der Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur.


Der Bundesverband Günterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung hat eingehend vor den Folgen der für 2003 geplanten Lkw-Maut für die Branche gewarnt und angekündigt, die Neuregelung notfalls zu boykottieren. "Wenn das Gesetz keine ausreichende Ausgleichsregelung enthält, werden wir uns weigern, die Geräte zur Maut-Erfassung einzusetzen", sagte Hauptgeschäftsführer Karlheinz Schmidt dem Kölner "Express". Geplant seien auch Protestaktionen. Für seinen Verband sicherte Schmidt aber zu, dass keine Lkw-Blockaden organisiert würden.


Deutsche Spediteure sollen bei der 2003 geplanten Einführung der Lkw-Maut auf Autobahnen bei der Mineralölsteuer entlastet werden. Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) will sich dafür einsetzen, dass ein Teil der Steuer auf die Maut angerechnet wird.

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