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Chinas Menschenrechtsverletzungen an den Uiguren

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Menschenrechtskampagne für Chinas verfolgte Künstler gestartet

[28.07.2011] Uiguren, Tibeter und Mongolen müssen in die Planung des China- Kulturjahres 2012 in Deutschland beteiligt werden. Diese Forderung haben Angehörige dieser Volksgruppen im deutschen Exil am Dienstag mit einer Mahnwache vor dem Rathaus in München unterstrichen. Unterstützt wurden sie von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Die Menschenrechtsorganisation hat an die Ministerpräsidenten der Bundesländer und die Oberbürgermeister der 80 größten deutschen Städte appelliert, im Rahmen der offiziell von der deutschen und chinesischen Regierung vereinbarten Feiern auch über die Unterdrückung von Kultur und Künstlern in China zu informieren. "Jede Woche werden neue Autoren und Künstler von den chinesischen Behörden mundtot gemacht. Deutschland darf dazu nicht schweigen", heißt es in den Schreiben der GfbV an die Politiker.

Zum Auftakt ihrer Menschenrechtskampagne "China-Kulturjahr 2012 - Kulturelle Vielfalt zulassen statt zerstören" startete die GfbV in München ihre kreative Mitmach-Fotoaktion. Jeder, der seine Solidarität mit den verfolgten Künstlern und Autoren in China ausdrücken wollte, konnte sich symbolisch den Mund verbinden und dann einen Gegenstand zu Boden fallen lassen. Die GfbV fotografierte die freiwilligen Akteure dabei. Die Bilder werden auf der GfbV-Kampagnenseite bei Facebook veröffentlicht. Die Mitmach-Aktion soll im Internet fortgeführt werden. Sie ist angelehnt an die regimekritische Fotoserie des chinesischen Aktionskünstlers Ai Weiwei, der eine jahrhundertealte Urne aus den Händen gleiten lässt. Nach seiner Festnahme Anfang April in China wurde Ai Weiwei zwar wieder auf freien Fuß gesetzt. Er darf sich öffentlich jedoch nicht mehr äußern.

"Das Schicksal Ai Weiweis steht stellvertretend für Dutzende kürzlich verhaftete uigurische, tibetische, mongolische und chinesische Schriftsteller und Künstler", sagte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius und mahnte: "Die deutschen Behörden dürfen bei den offiziellen Feiern des China- Kulturjahres die Menschenrechte nicht ausblenden. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, nicht mit billiger Propaganda der Kommunistischen Partei Chinas überhäuft zu werden, sondern ein realistisches Bild von der Kultur und dem Leben der Menschen in China vermittelt zu bekommen." So hätte dem tibetischen Schriftsteller Pema Rinchen kürzlich nur ein Tag Haft fast das Leben gekostet. Der 25-Jährige wurde am 5. Juli 2011 festgenommen und nur 24 Stunden später mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus ein-geliefert, obwohl Folter in China seit mehr als 20 Jahren offiziell verboten ist.

Zeitgenössisches künstlerisches Schaffen unterliegt in China scharfer Zensur. Doch auch viele kulturelle Stätten der Tibeter, Mongolen und Uiguren sind von Zerstörung bedroht oder werden bereits systematisch zerschlagen. So ließen die Behören seit Frühjahr 2009 trotz der Kritik des Europaparlaments mehr als 70 Prozent der historisch bedeutsamen Altstadt des uigurischen Kashgar auf von Bulldozern zerstören und so willkürlich Weltkulturerbe vernichten.

Der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius ist erreichbar unter Tel. 0160/95 67 14
03.
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