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Ravanas gemeiner Trick
[10.07.2007] Kapitel 4 In Lanka erhielt Ravana von seinen Spionen die
Nachricht, dass sich die Affen um die Stadt herum versammelt hätten.
Der eingeschüchterte Suka sagte ihm, dass Ramas Armee unschätzbar groß
und mächtig sei. Er empfahl Ravana Sita sofort an Rama auszuliefern.
Sukas Vorschlag machte Ravana wütend: "Ich würde Sita nicht einmal dann
zurückgeben, wenn die ganze Schar der Halbgötter vor Lanka stehen
würde!", brüllte er. "Oh, wann werden meine Pfeile endlich auf Rama
flitzen, wie Bienen auf Frühlingsblumen? Ich werde diese Armee in den
Schatten stellen, wie die aufgehende Sonne die Sterne verdunkelt."
Ravana prahlte ausführlich über seine Macht. Er hatte nicht die
Absicht, mit Rama Frieden zu schließen. Der Dämon behauptete, seine
Macht sei unvergleichlich. Es würde einen einseitigen Kampf geben.
Der Dämon war dennoch von der Tatsache beeindruckt, dass die Armee den
Ozean durch den Bau einer großen Brücke überquert hatte. Er musste ihre
Stärke genauer einschätzen und befahl Suka und Sarana, einem anderen
Rakshasa, sich in die Reihen des Feindes zu begeben. "Verhüllt euch gut
und ermittelt die genaue Größe dieser Armee. Findet heraus, wer die
Generäle und wer Ramas Berater sind. Sagt mir, wer ihr Oberbefehlshaber
ist." Suka und Sarana verkleideten sich als Affen und drangen
tief in Ramas Armee ein, doch sie konnten das Ende seiner Truppen nicht
ausmachen. Die Affenstreitkräfte besetzten Wälder, Berge, Flüsse und
Flachland, so weit das Auge reichte. Sie erstreckte sich über die
Brücke, den ganzen Weg bis zum gegenüberliegenden Ufer und bewegte sich
immer noch auf Lanka zu. Das Geräusch von Ramas Armee war heftig und
flößte den Herzen der Rakshasas Angst ein. Als die beiden
Spione unter Ramas Soldaten umherwanderten, entdeckte Vibhishana sie.
Er ließ sie gefangen nehmen und vor Rama bringen. Die Affen traten und
schlugen sie, während sie sie zu Rama zerrten. Eingeschüchtert
fürchteten die Rakshasas um ihr Leben. Sie falteten ihre Hände und
flehten Rama an: "Geehrter Herr, wir sind zwei von Ravana gesandte
Spione, die alles über deine Armee herausfinden sollen. Bitte verschone
uns." Rama lachte von Herzen und erwiderte: "Ihr braucht
keine Angst um euer Leben zu haben, ihr Nachtschwärmer. Wenn ihr die
ganze Armee bereits gesehen habt, dann kehrt sofort zu Ravana zurück.
Wenn nicht, werde ich Vibhishana sagen, er soll euch alles zeigen, was
ihr sehen wollt. Dann könnt ihr eurem König die Nachricht überbringen."
Rama wollte, dass Ravana ganz über die Unermesslichkeit der
Streitkräfte, die jetzt seine Stadt umgaben, in Kenntnis gesetzt würde.
Vielleicht würde der törichte Dämon zur Vernunft kommen. Rama bat die
Spione Ravana zu sagen, er solle all seine Stärke aufbieten. Am
folgenden Tag würde er miterleben, wie die Verteidigungsmauern und
Durchgänge seiner Stadt durch Ramas Pfeile niedergerissen würden. Bei
Tagesanbruch, sagte Rama, würde er seinen schrecklichen Zorn auf die
Rakshasas loslassen. Die beiden Spione wurden auf freien Fuß
gesetzt und eilten zurück in die Stadt. Zitternd traten sie vor Ravana
und sprachen: "Es scheint uns, als könnten Rama und Lakshmana allein
Lanka mit seinen Mauern, Palästen und der ganzen Rakshasa-Schar
entwurzeln. Der Ruhm und die Macht dieser Brüder ist unbegrenzt. Sie
sind mit einer Vanara-Armee vereint, die einen schlimmen Eindruck
hinterlässt und bei der Aussicht auf die Schlacht vor Freude brüllt. O
Herr, gib deine feindliche Taktik auf, solange noch Zeit dazu ist. Gib
Sita an Rama zurück." Ravana brüllte zornig. Erneut schlugen
seine schwächlichen Landsleute etwas vor, dem er niemals zustimmen
konnte. Wieder sagte er, dass Lanka selbst für die Bewohnern der
himmlischen Planeten unzugänglich sei, geschweige denn für ein paar
Affen. Die Spione hatten offensichtlich Angst, weil sie von den Affen
geschlagen worden waren, doch Ravana würde niemals unter irgendwelchen
Umständen in Angst verfallen. Gefolgt von Suka und Sarana ging er
hinauf in seinen Palast, da er die Affenarmee selbst sehen wollte.
Oben auf seinem schneeweißen Palast, der so hoch wie Dutzende von
Palmen war, blickte Ravana umher. Nahe der Stadtmauern sah er einen
ozean von dunkelhäutigen Affen und Bären. Er richtete seinen Blick auf
die Spitze der Armee und fragte Sarana nach den Namen der anführenden
Affen. Sarana erwiderte: "Der riesige Affe, der in Richtung Lanka steht
und wie ein wütender Bulle brüllt ist Sugriva, ihr König. Derjenige an
seiner Seite, der so aussieht und wettert wie eine dunkle Gewitterwolke
ist Nila, sein Befehlshaber. Der gewaltige Affe, der in seiner Nähe
umher schreitet und zornig gähnt ist Angada, der Kronprinz. Und dort
ist Hanuman, der eigenhändig Lanka verwüstete. Du hast ihn bereits
getroffen." Sarana fuhr fort all die mächtigen Affengeneräle
zu beschreiben, indem er nacheinander auf sie zeigte. Der von Ehrfurcht
ergriffene Ravana rühmte Ramas Armee und hatte das Gefühl, sie sei
unanfechtbar.

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