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Ravana zieht in den KampfNila wich Ravanas Pfeilen aus, machte sich ganz klein und sprang auf die Spitze von Ravanas Flaggenmast. Der Affe sprang von der Flagge auf das Ende von Ravanas Bogen, dann auf sein Diadem und wieder zurück auf den Flaggenmast. Ravana loderte vor Zorn, als er Nilas Dreistigkeit sah. Er legte einen Pfeil auf seinen Bogen und lud ihn mit der Kraft der Agneyastra, der gefährlichen Feuerwaffe, auf. Getroffen von diesem Geschoss fiel Nila bewusstlos zu Boden. Der Affe war am ganzen Körper verbrannt, doch durch die Gnade seines Vaters, des Halbgottes des Feuers, wurde er nicht getötet. Ravana sah sich um und erblickte Lakshmana. Er lenkte seinen Streitwagen schnell auf den Prinzen zu. Lakshmana sah ihn näherkommen und rief ihm zu: "Ich bin hier, um mit dir zu kämpfen, König der Rakshasas. Lass die Affen beiseite und kämpfe mit mir." Ravana rief zurück: "Was für ein Glück, dass ich dich erblickt habe. Heute wird dein Leben durch meine Hand beendet werden. Kämpfe mit all deiner Kraft, Raghava!" Ravana sprach ihn spöttisch als Nachkomme des mächtigen König Raghus an. "Welchen Nutzen hat deine Prahlerei?", erwiderte Lakshmana. "Jene die wirklich stark sind, sprechen nicht auf diese Weise. Du sündhafter Kerl, ich kenne deinen Heldenmut und deine Macht. Stell dich jetzt und kämpfe, denn die Stunde deines Ablebens nähert sich." Ravana schoss sofort sieben wunderschöne, mit Federn geschmückte Pfeile auf Lakshmana ab. Der Prinz erwiderte augenblicklich mit sieben Pfeilen, die Ravanas Pfeile direkt in der Luft trafen. Wieder und wieder schoss Ravana tödliche Pfeile ab, doch Lakshmana zerschoss sie alle. Der Dämon war erstaunt durch Lakshmanas Schnelligkeit und Geschicklichkeit. Er wurde geriet in Zorn und schoss mehr und mehr Pfeile in schneller Abfolge ab. Lakshmana erwiderte mit der gleichen Anzahl von Pfeilen. Von seinem voll gespannten Bogen schoss er Pfeile auf Ravana, die hell wie Feuer waren und mit der Geschwindigkeit eines Blitzes flogen. Plötzlich sah Ravana eine Möglichkeit und schoss einen überirdischen Pfeil ab, der Lakshmanas Verteidigung durchbrach und ihn auf der Stirn traf. Lakshmana wankte und sein Bogen lockerte sich in seiner Hand. Für einen Augenblick sank er in sich zusammen, kam aber bald wieder zu Sinnen. Er stand auf und schoss gleich einen Pfeil ab, der Ravanas Bogen entzwei teilte. Dann schoss der Prinz drei spitze Pfeile ab, die den Dämon auf der Brust trafen und ihn ohnmächtig machten. Als Ravana wieder zu Sinnen gekommen war, nahm er aus seinem Streitwagen einen riesigen Speer, den er von den Halbgötter genommen hatte. Er schleuderte ihn mit großer Kraft auf Lakshmana. Während der Speer durch die Luft raste, stieß er Feuer und Funken aus. Lakshmana schoss den Speer mit seinen Pfeilen ab, doch dieser flog weiter und traf ihn auf der Brust. Überwältigt durch den Speer, fiel Lakshmana kraftlos zu Boden. Er lag dort mit heftigen Schmerzen. Ravana rannte schnell zu ihm und wollte ihn gefangen nehmen. Gewaltsam packte der Dämon Lakshmana mit seinen zwanzig Armen und versuchte ihn in die Luft werfen, doch obwohl Ravana es mit all seiner Kraft versuchte, war er nicht fähig, auch nur die Arme des Prinzen anzuheben. Er wich erstaunt zurück und sprang schnell wieder auf seinen Streitwagen. Hanuman, der den Kampf zwischen Ravana und Lakshmana beobachtet hatte, nutzte die Gelegenheit, um auf Ravanas Streitwagen zu springen. Er schwang seine beiden Fäuste und schlug dem Dämon auf die Brust, was in allen vier Himmelsrichtungen das Geräusch eines Donnerschlags erzeugte. Ravana stürzte auf die Knie und Blut floss aus seinen Mündern, Augen und Ohren. Er verlor das Bewusstsein und sank bewegungslos auf den Boden seines Streitwagens. Die Halbgötter und Rishis, die Hanumans unglaubliche Tat miterlebt hatten, schrien vor Freude. Da Hanuman Angst um Lakshmana hatte, ließ er seinen benommenen Feind beiseite. Er sprang schnell hinab und nahm Lakshmana mit seinen Armen auf. Der Affe hob den Prinzen mit Leichtigkeit empor, obwohl Ravana, der einst den Berg Kailash hochgehoben hatte, nicht fähig gewesen war, ihn auch nur geringfügig zu bewegen. Hanuman trug den bewusstlosen Lakshmana in Ramas Gegenwart. Rama ließ seine Hand über das Gesicht seines Bruders gleiten. Langsam kam Lakshmana wieder zu Bewusstsein. Rama sprach zu ihm: "Der Dämon hat versucht, dich gefangen zu nehmen, doch dieses sündhafte Wesen konnte dich nicht hochheben, da du von deiner Tugend beschützt bist. Ich kann diesen Angriff auf dich nicht erdulden, lieber Bruder. Ich werde sofort losgehen und diesen Dämon vernichten." Als Hanuman dies hörte, faltete er seine Hände und sagte zu Rama: "Bitte steig auf meinen Rücken und erlaube mir dich zu Ravana zu tragen. Kämpfe mit dem Dämon von meinem Rücken aus, so wie Vishnu auf Garuda kämpft." Rama kletterte rasch auf Hanumans Schultern, woraufhin der Affe schnell zu Ravana sprang. Rama ließ seine Bogensehne schwirren und erzeugte einen schrillen Ton, der wie Donner widerhallte. Er rief dem Dämon zu: "Stell dich, Bester der Rakshasas. Heute wirst du nicht entkommen. Bald wirst du dem Pfad deiner vierzehntausend Gefolgsleute in Janasthana folgen." Ravana wurde von Zorn ergriffen. Er schoss Hunderte von brennenden Pfeilen ab, die Hanuman überall in seinem Körper trafen. Der Affe bot Rama eine feste Stütze und nahm unerschüttert die Pfeile hin. Seine Kraft und Energie vergrößerten sich sogar, als Ravana ihn angriff. Ravanas Angriff auf Hanuman erzürnte Rama. Er spannte seinen Bogen zu einem Kreis und schoss Pfeile ab, die Ravanas Streitwagen in Stücke zerlegten. Flaggenmast, Wagenräder, Baldachin, Schutzschilder und Wagenlenker, alles stürzte zu Boden. Dann trafen Ramas Pfeile, die mit blendender Geschwindigkeit flogen, Ravana auf der Brust. Ramas Pfeile brachten den Dämon, der Indras Donnerkeil widerstanden hatte, ins Wanken und er ließ seinen Bogen fallen. Er fiel in Ohnmacht und lag keuchend auf dem Boden. Rama nahm einen Sichelpfeil und trennte Ravanas Diadem ab, auf das er so stolz war. Rama hielt den Rakshasa in keinster Weise für einen König. Mit einem weiteren Pfeil zerteilte er den Bogen des Dämons. Dann sprach er zu dem halb besinnungslosen Ravana: "Du bist offensichtlich von der Schlacht erschöpft. Da du unfähig bist dich angemessen zu verteidigen, sollte ich dich nun nicht töte. Kehr deshalb nach Lanka zurück, tapferer Krieger. Komm wieder aus der Stadt, wenn du dich ausgeruht hast, dann wirst du meine wahre Stärke in der Schlacht erleben." Ravana kam wieder auf die Beine. Mit zerschmettertem Streitwagen, abgerissenem Diadem und zerstörtem Bogen bot der Rakshasa einen traurigen Anblick dar. Er machte kehrt und flog gebrochenen Stolzes zurück nach Lanka. Die anderen Rakshasas folgten ihm und die Schlacht wurde vorläufig eingestellt. Rama und Lakshmana trösteten die verwundeten Affen, während sich alle ausruhten und auf die Rückkehr Ravanas und seiner Truppen warteten.
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