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Der gigantische Dämon


Kumbhakarna rannte wutentbrannt umher und zermalmte sowohl Affen als auch Dämonen. Er packte einen gewaltigen Felsblock und schleuderte ihn auf Rama. Mit scharfen Pfeilen zerschmetterte er den auf ihn zufliegenden Felsblock in Stücke, welche Hunderte von Rakshasas töteten, als sie zu Boden stürzten.

Tausende von Affen stürzten sich auf Kumbhakarna, sprangen auf ihn und versuchten ihn zu töten, doch der Rakshasa schüttelte sie ab wie Insekten. Er zog berauscht von der Schlacht umher und tötete sowohl Freund als auch Feind. Rama beschloss, dass nun die Zeit gekommen war, ihn zu töten. Er nahm seinen Bogen fest in die Hand und rief: "Fass Mut und kämpfe, Herr der Rakshasas. Sei dir darüber bewusst, dass ich der Vernichter der Rakshasa-Rasse bin. Ich werde dich jetzt tötet."

Kumbhakarna drehte sich rasch um und trat Rama gegenüber, doch plötzlich trat Vibhishana mit dem Streitkolben in der Hand zwischen die beiden. Als Kumbhakarna ihn dort sah, sagte er: "Jawohl mein Bruder. Tritt nach vorne und schlag sofort zu. Lass alle familiäre Zuneigung weichen und bleibe deiner Pflicht als Krieger treu. O Vibhishana, du allein bist der Erlöser unserer Rasse. Unter den Rakshasas kennst du die Wahrheit am besten. Nein, ich werde dich heute nicht töten, denn du verdienst meinen Schutz. Geh zur Seite! Ich kann meine Natur nicht zurückhalten und werde rücksichtslos alle Lebewesen hier töten."

Vibhishana erwiderte: "Ich habe Ravana stets mit den Interessen meiner Rasse im Hinterkopf beratschlagt, doch da er mich missachtet hat, habe ich bei Rama Zuflucht gesucht. Daher stehe ich heute vor dir in der Schlacht."

Als Vibhishana sprach, kamen ihm Tränen in die Augen. Rama tröstete ihn und bat ihn, zur Seite zu weichen; die Zeit für Kumbhakarnas Vernichtung war gekommen. Als Kumbhakarna den entschlossenen Rama vor sich stehen sah, lachte er schrecklich und sagte: "Ich bin weder Viradha, noch Kabhandha. Noch bin ich Khara, Dushana, Vali oder Maricha. Ich bin Kumbhakarna, der als dein Tod hier eingetroffen ist. Halte dich nicht zurück. Zeig mir das volle Ausmaß deiner Macht und dann werde ich dich verschlingen, Rama."

Sofort schoss Rama Pfeile ab, die den Körper des Rakshasas mit der Geschwindigkeit eines Blitzes trafen. Diese Pfeile, die einst sieben Sal-Bäume und selbst die Erde durchbohrt hatten, bewegten den Dämon jedoch nicht im geringsten. Der Rakshasa nahm eine gewaltige Keule, wirbelte sie umher und zerschlug Ramas Pfeile im Flug. Kumbhakarna stand mit seiner großen erhobenen Keule auf dem Schlachtfeld und lachte immer wieder.

Rama schoss einen Pfeil ab, der mit der Kraft Vayus durchdrungen war. Er flog mit einem Krachen durch die Luft und trennte dem Rakshasa einen Arm ab. Der Arm mitsamt der Keule fiel auf den Boden und tötete tausend Affen und Rakshasas. Als Kumbhakarna vor Schmerz kreischte, vibrierte die Luft und die Berge spalteten sich. Er sah aus wie ein Berg, dessen Gipfel mit einem gewaltigen Schwert abgeschlagen worden war. Mit seinem übriggebliebenen Arm riss er eine große Palmyrapalme aus und raste auf Rama zu. Bei jedem Schritt bebte die Erde und selbst in entfernten Wäldern stürzten Bäume um.

Rama schoss ein weiteres mystisches Geschoss ab, das den anderen Arm des Rakshasas abtrennte, welcher mit einem riesigen Krachen zu Boden fiel und Rakshasas wie Affen in alle Richtungen verstreute. Blut spritzte aus den Armstummeln des Rakshasas, doch er stürmte weiterhin auf Rama los. Er brüllte wutentbrannt und die Affen hielten sich die Ohren zu, da sie den Lärm nicht ertragen konnten. Rama schoss zwei Sichelpfeile ab, die mit der Kraft von Indras Donnerkeil erfüllt waren und trennte dem Rakshasa die Füße ab.

Der unaufhaltsame Kumbhakarna bewegte sich dennoch irgendwie zügig auf den Prinzen zu. Er gab wüste Worte und betäubende Schreie von sich, die die Erde erbeben ließen. Augenblicklich füllte Rama seinen Mund mit Pfeilen und brachte den Dämon zum Schweigen. Dann nahm Rama einen Pfeil, der mit Edelsteinen verziert war und hell leuchtete. Er erfüllte ihn mit der Kraft der Brahmastra und schoss ihn zu Kumbhakarnas Vernichtung ab.

Der Pfeil flog mit außerordentlicher Geschwindigkeit und erleuchtete alle Richtungen wie ein brennender Komet, der auf die Erde stürzte. Er riss dem Rakshasa den Kopf ab, der an den Gipfel des Himalayas erinnerte. Sein mit leuchtenden goldenen Ohrringen geschmückter Kopf strahlte, als er durch die Kraft von Brahmas Waffe durch die Luft getragen wurde. Er sah wie der aufgehende Mond aus, der sich durch die Luft bewegt. Er fiel auf die Verteidigungsmauer Lankas und riss das Nordtor nieder. Dann rollte der Kopf die königliche Hauptstraße entlang. Durch die Kraft von Brahmas mystischem Geschoss wurde der Körper des Rakshasas in die Luft gehoben, in den Ozean geschleudert und erzeugte eine Flutwelle, die Lankas Küstengebiet überschwemmte.

Scharen von Halbgöttern und Rishis versammelten sich am Himmel und priesen Rama mit großer Freude. Die Affen umgaben ihn und brüllten jubelnd. Alle übriggebliebenen Rakshasas flüchteten erstaunt und entsetzt.

Rama war in Hochstimmung und strahlte leuchtend inmitten der Affen, genau wie die Sonne nach einer Sonnenfinsternis.

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