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Zurück nach Ayodhya



Hanuman trat zu Bharata und sah, wie er ununterbrochen Ramas Name wiederholte. Der Affe legte sich sofort flach auf den Boden und brachte seine Ehrerbietungen dar. Dann stellte er sich mit gefalteten Händen vor den Prinzen und sagte: “Rama hat nun seine Verbannung beendet und Ravana getötet, er wird in Kürze in Begleitung von Sita und Lakshmana hier eintreffen. Er hat sich nach deinem Wohlergehen erkundigt und sehnt sich danach, mit dir wieder vereint zu sein.”

Bharata war überwältigt vor Freude und sank ohnmächtig zu Boden. Nachdem er wieder zu Bewusstsein gekommen war, stand er auf und umarmte Hanuman. Der Prinz vergoss Freudentränen und sprach mit überglücklicher Stimme: “Lieber Affe, ich weiß nicht, ob du ein Halbgott, Rishi oder was immer bist, doch du hast mir die wunderbarste aller Nachrichten überbracht! Ich werde dir hunderttausend Kühe und viele wunderschöne Dienerinnen geben, die mit Gold und Juwelen geschmückt sind.”

Bharata bat Hanuman ihm ausführlich zu erzählen, was Rama seit seinem Fortgehen zugestoßen war, worauf der Affe die ganze Geschichte erzählte. Bharata war sehr erfreut. Er sagte Shatrughna, er solle in die Stadt gehen, um die Neuigkeit von Ramas nahe bevorstehender Rückkehr zu verbreiten. Bharata wies an, die ganze Stadt mit Wimpeln und Girlanden zu schmücken und jeder solle herauskommen, um Rama zu begrüßen.

Hanuman konnte Bharatas Herz leicht verstehen. Rama bräuchte keinen Zweifel über seinen Bruder zu hegen. Seine Hingabe zu Rama war offensichtlich nicht geringer, als die, welche Hanuman selbst verspürte. Der Affe vergoss Freudentränen, als er die Entfaltung von Bharatas Liebe zu Rama erkannte.

Shatrughna ging zusammen mit Bharatas Ministern in die Stadt und begann Vorbereitungen zu treffen. Sie ließen Kaushalya und Sumitra auf Sänften Platz nehmen und nach Nandigram bringen, dem Ort wo Bharata lebte. Hinter ihnen kamen Tausende von Bürgern, von denen einige zu Fuß gingen, einige auf Elefanten oder Pferden und andere in Streitwagen kamen. Das Schmettern der Muschelhörner und das Wirbeln der Trommeln war heftig. Ein lautes Geschrei ging von der riesigen Menschenmenge aus und es schien, als sei die gesamte Bevölkerung Ayodhyas aus der Stadt heraus gekommen. Die vierzehn Jahre von Ramas Verbannung waren zu Ende und alle Bürger sehnten sich nur nach seiner Rückkehr. Viele andere Monarchen waren ebenfalls in Ayodhya, da sie von Bharata eingeladen worden waren, bei Ramas Rückkehr gegenwärtig zu sein.

Am Ende des Tages war die ganze Gegend von Nandigram völlig mit Menschen überfüllt, die alle hofften, einen flüchtigen Blick von Rama zu erhaschen. Bharata blickte nach Süden. Er war besorgt. Hatte dieser Affe die Wahrheit gesagt? Befand sich Rama wirklich auf seiner Rückkehr? Wann würde er ankommen? Er fragte Hanuman immer wieder und der Affe beteuerte es ihm mehrmals.

Plötzlich sah Bharata in der Entfernung das leuchtende Pushpaka. Hanuman schrie auf und wies Bharata darauf hin. “Hier kommt der äußerst ruhmreiche Rama!”, schrie er.

Dem Schrei folgte das Echo der Menschenmasse und ein großer Lärm erhob sich. Sie schauten erstaunt auf das überirdische Fahrzeug, das Rama und Sita beförderte und am Horizont wie Sonne und Mond vereint erschien. Bharata fiel wie ein Stab zu Boden, brachte seine lang ausgestreckten Ehrerbietungen dar, mit den Armen in Richtung des Streitwagens.

Das Pushpaka begab sich auf die Erde herunter und Rama stieg zusammen mit Lakshmana und Sita aus. Bharata lief zusammen mit Shatrughna zu ihnen. Die vier Brüder umarmten sich für lange Zeit. Alle wichtigsten Affen, angeführt von Sugriva, Angada und Hanuman, nahmen menschliche Gestalten an und stiegen vom Streitwagen herab. Zusammen mit Vibhishana wurden sie herzlich von Bharata begrüßt, der sie alle umarmte. Bharata sagte zu Sugriva: “Du bist wie ein fünfter Bruder für uns alle, lieber Affenkönig!”

Rama sah Kaushalya in der Nähe und brach aus der Menschenmenge heraus, die sich immer näher um ihn drängte. Er ging schnell auf seine Mutter zu, fiel vor ihr nieder und ergriff ihre Füße. Sie war bleich und ausgezehrt durch Kummer und Trennung von ihrem Sohn. Neben ihr war Sumitra, die sich in einem ähnlichen Zustand befand. Rama verneigte sich auch vor ihr und berührte ehrfürchtig ihr Füße. Als sie mit Rama zusammentrafen, glichen die Damen himmlischen Lotosblumen in voller Blüte.

Rama begrüßte auch Kaikeyi und die anderen königlichen Damen, die gekommen waren. Er brachte seine Ehrerbietungen Vasishtha und den Brahmanen dar, die glückverheißende Hymnen aus den vedischen Schriften vortrugen. Dann verneigte sich Rama vor seinem Schwiegervater Janaka, der Freudentränen vergoss, als er sah, dass Rama sicher mit Sita zurückgekehrt war. Als Rama aufstand und sich umsah, lächelte er den Bürgern zu und erfüllte ihre Herzen mit Freude.

Bharata brachte Ramas Sandalen herbei, die auf dem Thron von Ayodhya geblieben waren. Er legte sie vor Rama und sagte: “Hier ist das gesamte Königreich, das ich treu in deinem Namen verwaltet habe. Jetzt gebe ich es dir zurück, lieber Rama. Meine Geburt hat heute Früchte getragen und mein tiefster Wunsch ist in Erfüllung gegangen, denn ich sehe, dass du als König von Ayodhya zurückgekehrt bist.”

Bharata erzählte Rama, dass alles im Königreich, die Staatskasse, die Lagerhäuser, die Armee und die Ernten während seiner Abwesenheit um das zehnfache zugenommen hätten. “All dies ist nur aufgrund deines Einflusses geschehen, lieber Rama, denn ich regierte das Königreich nur mit dir als meinem Vorbild.”

Rama umarmte Bharata immer wieder und die beiden Brüder vergossen Freudentränen. Als die Affen und Vibhishana die Zuneigung zwischen ihnen sahen, weinten sie.

Dann sah Rama zu dem Pushpaka hinauf und sagte: “Pushpaka, du kannst jetzt zu deinem Meister Kuvera zurückkehren. Ich danke dir für deinen Dienst.” So erhob sich der überirdische Streitwagen in die Luft und verschwand.

Als sich alle gesetzt hatten, wandte sich Bharata an Rama: “Bitte übernimm die Herrschaft dieser Welt. Ich habe in deiner Abwesenheit amtiert, doch ich kann in deiner Gegenwart genauso wenig regieren, wie eine Kerze in der Gegenwart der Sonne Licht spenden kann. Möge die Welt dich in strahlend heller Pracht erleben, nachdem du zum König geweiht und den Thron von Ayodhya bestiegen hast. Wir alle sehnen uns nur danach, Raghava.”

Rama erwiderte: “So soll es sein” und ein lautes Gejubel stieg über der Versammlung auf. Rama ließ sich sodann von den königlichen Barbieren seine Haare schneiden, die immer noch aus verfilzten Locken bestanden. Er nahm ein Bad und kleidete sich in kostbare Seide und funkelnden goldenen Schmuck. Man hing ihm viele Girlanden aus himmlischen Blumen um den Hals und er wurde mit Sandelholzpaste in verschiedenen Farben bestrichen.

Die Witwen König Dasaraths kleideten Sita und schmückten sie. Ihre glorreiche Schönheit fesselte jeden, der sie anschaute. Als Rama und seine drei Brüder hergerichtet waren, ließ Bharata Sumantra und den königlichen Streitwagen kommen. Er nahm persönlich die Zügel und Rama bestieg mit Sita den Wagen. Während er sich zur Stadt bewegte, fächelten Lakshmana und Vibhishana Rama von jeder Seite mit weißen Wedeln Luft zu, während Shatrughna den königlichen Sonnenschirm über seinen Kopf hielt.

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