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Panik in Lanka

[10.07.2007] Kapitel 2
In Lanka ließ Ravana all seine Minister zu einer Vollversammlung zusammenkommen. Nachdem der Dämon das schreckliche Blutbad und die von Hanuman verursachte Zerstörung miterlebt hatte, sprach er zu seinen Ratgebern: "Diese Stadt, von der wir dachten, sie sei unbezwingbar, ist von einem einfachen Affen erstürmt und zugrunde gerichtet worden. Meine Gärten sind zerstört, man hat sich an unserem Tempel vergangen und einige der besten Rakshasas sind getötet worden, einschließlich meines eigenen Sohnes, Prinz Aksha. Dieser elende Affe hat tatsächlich eigenhändig die ganze Stadt auf den Kopf gestellt."

Ravana schaute seine Ratgeber an. Er bat sie, sorgfältig nachzudenken und dann über ihren nächsten Schritt zu entscheiden. Der Dämonen-König war besorgt. Er war sich sicher, dass Rama und seine Armee früher oder später irgendwie den Ozean überqueren würden. Und was Hanumans an Stärke und Macht präsentiert hatte, sei erstaunlich gewesen. Was, wenn der Rest der Affen wie er sein würde...?

Ravana fuhr fort: "Ich bin von eurem Ratschlag abhängig, liebe Rakshasas. Es wird gesagt, dass derjenige weise sei, der, bevor er etwas unternimmt, bei Personen, die in den heiligen Schriften bewandert sind, Rat sucht. Dagegen werde derjenige, der handelt, ohne richtig zu überlegen und sich beraten zu lassen, schnell zugrunde gehen."

Alle Generäle des Königs besaßen große Macht, doch es mangelte ihnen an Intelligenz und politischer Weisheit. Ohne den Umfang und die Stärke der Vanara-Streitkräfte zu erkennen, sprachen sie spöttisch über sie. Die Rakshasas prahlten mit ihrer eigenen Kühnheit und taten Rama und seine Armee als unbedeutend ab. Sie erinnerten Ravana daran, wie er die Halbgötter, Gandharvas, Yakshas, Nagas, Daityas, Danavas und andere Gegner in der Schlacht besiegt hatte. Ravana habe selbst den Tod persönlich geschlagen. Wie könne er vor einer Armee aus Menschen und Tieren Angst haben?

Prahasta, einer der mächtigsten Rakshasas, stand auf, faltete seine Hände vor Ravana und sprach mit donnernder Stimme: "Wir wurden von Hanuman überrascht, der sich nach Lanka hinein geschlichen hatte. Wäre ich auf ihn vorbereitet gewesen, dann hätte dieser Affe die Stadt nicht lebend verlassen. Ich kann problemlos alle Affen auf dem Planeten im Handumdrehen vernichten. Du brauchst mir nur den Befehl dazu zu geben, mein Herr."

Ein weiterer mächtiger Rakshasa namens Virupaksha stand auf, hob seinen entsetzlichen, mit Fleisch und Blut verdreckten Eisenknüppel empor und sprach zornig: "Wie können wir die Beleidigung dieses Affen einfach so hinnehmen? Befiehl mir und ich werde noch innerhalb der nächsten Stunde aufbrechen! Ich werde Rama und Lakshmana mit meinem Eisenknüppel fertig machen und die gesamte Affenarmee auslöschen. Selbst wenn sie in außergewöhnlichen Tiefen oder auf den himmlischen Planeten Zuflucht suchen, werden sie meinem Zorn nicht entkommen."

Ein Rakshasa schlug vor, auf trickreiche Weise die Gestalt von Menschen anzunehmen und Ramas Armee zu infiltrieren. Sie könnten vorgeben ein von Ramas Bruder Bharata gesandtes Kontingent zu sein. Wenn sie Teil der Armee wären, könnte der Rest der Rakshasas aus der Luft angreifen. So würde die Vanara-Armee durch einen Angriff von Innen und von Außen in Stücke gerissen werden.

Die führenden Rakshasas verkündeten einer nach dem anderen, dass sie Rama und seine Truppen alleine besiegen könnten. Ravana sollte unbesorgt in Lanka bleiben. Die Dämonenstreitkräfte würden den Ozean geschwind überqueren und die Affen vernichten, bevor sie überhaupt die Stadt erreichen könnten. Die versammelten Rakshasa-Generäle erzeugten einen großen Tumult in Ravanas Versammlungshalle. Sie ergriffen ihre Bogen, Pfeile, Lanzen, Piken, Speere und eisernen Streitkolben und baten Ravana, ihnen den Befehl zu erteilen zur Schlacht aufzubrechen.

Dann erhob sich Vibhishana, Ravanas jüngerer Bruder. Als das Geschrei der anderen Dämonen sich wieder legte, sprach er zu Ravana: "Die Weisen sagen, dass man Gewalt nur anwenden solle, nachdem andere Methoden, ein Ziel zu erreichen fehlgeschlagen sind. Desweiteren wird gesagt, dass Gewalt nur Erfolg verspreche, wenn der Feind schwächer, ohne Tugend oder vom eigenem ungünstigen Schicksal verdammt ist. Rama ist stets auf der Hut und besitzt grenzenlose Macht. Er ist die inkarnierte Tugend und hat die Unterstützung aller göttlichen Kräfte. Niemand, der klug zu handeln weiß, würde den Ratschlag geben, Rama anzugreifen."

Vibhishana war nicht wie die anderen Rakshasas. Er teilte nicht ihre Neigung zum ausschweifenden Leben und zu gewaltsamem Betragen. Obwohl Vibhishana Ravanas Blutsbruder war, hatte er sich der Meditation und tugendhaftem Handeln verschrieben. Außerdem wusste er über Ramas göttliche Natur. Er sprach ein ernstes Wort mit seinem Bruder, da ihm dessen Wohl am Herzen lag: "Hast du schon vergessen, wie Rama Khara und dessen Truppen besiegt hat? Denk einmal gründlich über Hanumans Heldentat nach. Er ist über den Ozean gesprungen und er hat Lanka zugrunde gerichtet. Unterschätze nicht die Stärke von Rama und seinen Dienern."

Vibhishana riet Ravana Sita an Rama zurückzugeben. Wenn er dies nicht täte, würde er in Kürze die völlige Vernichtung Lankas miterleben. All die heldenhaften Rakshasas würden umkommen wie Motten in einem Feuer. Ravana sollte dem Pfad der Rechtschaffenheit folgen, wenn er wollte, dass seine Stadt und seine Gefolgsmänner überleben.


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Zugehörige Artikel:
 Rama erreicht den Ozean

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