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Garuda kommt zur HilfeRavana saß in seinem Palast. Er hatte die Nacht feiernd verbracht und Boten in ganz Lanka ausgesandt, um den Tod von Rama und Lakshmana zu verkünden. Als sich der Morgen näherte, dachte er an Sita. Jetzt würde sie zweifellos ihm gehören. Er glättete seine verknitterten Kleider und machte sich bereit zur Prinzessin zu gehen. Plötzlich hörte er von außerhalb der Stadt den Klang von Trommeln und die Schreie von Ramas Armee. "Was ist das?", rief er erstaunt aus. Er erhob sich erschrocken und rief nach seinen Ministern. Wie konnten die Affen sich wieder versammelt haben, wenn ihr Anführer tot war? Irgendetwas stimmte nicht. Der Dämon befahl seinen Ministern herauszufinden, was geschehen war. Sofort wurden Spione ausgeschickt und begaben sich auf die Stadtmauern. Von dort aus sahen sie, wie Rama, Lakshmana und Sugriva an der Spitze der Armee die Stadt belagerten. Die Spione berichteten Ravana: "Die beiden menschlichen Brüder stehen vor der Stadt wie zwei prächtige Elefanten, die ihre Fesseln gesprengt haben. Überall um sie herum stehen zum Kampf brüllende Affen und Bären." Ravana wurde bleich. Das war eine Katastrophe. Jetzt waren die Rakshasas zweifellos in Gefahr. Rama war einer Waffe entwischt, die selbst Indra überwältigt hatte. Es schien, als beschütze irgendeine unbezwingbare Macht diesen Menschen. Der Rakshasa-König wandte sich an seinen Oberbefehlshaber Dhumraksha und befahl ihm, sofort loszumarschieren und gegen Rama zu kämpfen. "Nimm die mächtigsten der Rakshasas mit dir", befahl Ravana. "Benutze alle nur erdenklichen Mittel. Rama muss besiegt werden!" Dhumraksha verließ mit einem triumphierenden Brüllen Ravanas Palast und sehnte sich nach der Schlacht. Er war von Dämonen mit grimmigen Gesichtszügen umgeben, die Morgensterne, rasiermesserscharfe Speere und schwere Eisenkeulen trugen. In goldene Rüstungen gekleidet und auf Streitwagen, die von Teufeln gezogen wurden, rasten sie zu den Stadttoren hinaus. Wellen anderer Rakshasas folgten ihnen, von denen einige auf gewaltigen schwarzen Streitrössern ritten und andere auf Elefanten, die so groß wie Berge waren. Lachend liefen sie zum Westtor hinaus, an dem Hanuman stationiert war. Als die Rakshasas voranschritten, sahen sie zahlreiche schreckliche Omen. Wilde Raubvögel kreisten kreischend über ihnen. Sie stiegen auf Dhumrakshas Flagge herab und kämpften miteinander, wobei ein Federregen auf den Dämon niederging. Ein kopfloser, blutverschmierter Rumpf erhob sich vom Boden und rannte den anstürmenden Rakshasas über den Weg. Die Erde bebte und es regnete Blut vom Himmel. Dunkelheit umhüllte die vier Himmelsrichtungen und der Wind blies den Dämonen heftig ins Gesicht. Doch ohne sich abschrecken zu lassen jagte Dhumraksha an der Spitze seiner Truppe weiter. Mit einer Stimme, die dem Schreien eines Esels glich, stieß er herausfordernde Worte aus. Die Affen brüllten zurück und stürmten an. Als beide Armeen aufeinander stießen, war es, als rauschten zwei Ozeane aufeinander zu und prallten mit einem heftigen Krachen aufeinander. Durchbohrt von Waffen und zerschmettert von Bäumen fielen die Dämonen und Affen zu Hunderten und Tausenden. Einige Affen wurden durch Lanzen und Speere durchbohrt, andere wurden durch Pfeilsalven in Stücke geschnitten. Einige wurden mit Schwertern in Stücke gehackt und wieder andere wurden von Elefanten zertrampelt. Als Antwort darauf zerschmetterten die Affen die Rakshasas mit großen Felsblöcken. Sie schlugen einige der Dämonen tot, indem sie drei Baumstämme gleichzeitig auf sie niedergehen ließen. Sie sprangen auf die Streitwagen hinauf und peinigten die Rakshasas mit ihren Nägeln und Zähnen. Einige Affen hoben Dämonen hoch in die Luft und schleuderten sie auf den Boden. Zornig schlugen die Rakshasas zurück und verteilten Schläge und Tritte wie Donnerkeile. Dhumraksha sehnte sich wie ein Besessener nach einem Kampf. Er richtete große Zerstörung unter den Vanara-Truppen an. Als er umher raste und verschiedene Waffen um sich schleuderte, war er kaum sichtbar. Die Pfeile von seinem Bogen schienen in alle Richtungen gleichzeitig zu fliegen. Affen fielen auf allen Seiten und spuckten Blut. Köpfe, Ärme und Beine flogen umher. Die gesamte Affenarmee wurde durch den wütenden Dhumraksha, der wie eine Herbstwolke donnerte, in alle Richtungen versprengt und in die Flucht geschlagen. Als Hanuman sah, dass seine Truppen durch den Rakshasa ins Jenseits befördert wurden, erzürnte er. Seine Augen wurden rot und er griff nach einem gewaltigen Felsblock. Mit Gebrüll schleuderte er den Felsen auf Dhumrakshas Streitwagen, doch Dhumraksha wich flink zur Seite. Der Streitwagen, zusammen mit den Pferden und dem Wagenlenker, wurde zu einem verstümmelten Haufen reduziert. Dann nahm Hanuman einen Baum zur Hand und während er ihn umher wirbelte, griff er Dhumrakshas Leibwächter an. Innerhalb weniger Augenblicke hämmerte er Hunderte von Dämonen zu Tode. Dann packte der Affe eine Felsenspitze und raste auf Dhumraksha zu, der mit erhobener Streitkeule dort stand. Als Hanuman dem Rakshasa näher kam, versetzte dieser ihm mit seiner leuchtenden Streitkeule einen Schlag auf den Kopf. Es hörte sich wie eine Explosion an, doch der Affe war nicht erschüttert. Hanuman schmetterte die Felsenspitze auf Dhumrakshas Schädel. Dhumrakshas Kopf zerschmetterte, all seine Glieder waren im Nu zertrümmert und er fiel tot zu Boden. Die anderen Dämonen rannten ängstlich heulend zur Stadt zurück. Ravana hörte von Dhumrakshas Tod und zischte wie eine giftige Schlange. Er sprach sofort mit Vajradamstra, einem anderen großen Rakshasa-Kämpfer: "Mach dich auf, großer Held! Mach kurzen Prozess mit unserem Feind." Vajradamstra erwiderte: "So sei es", umkreiste Ravana und verließ seinen Palast. Vajradamstra war mit Armspangen aus Edelsteinen und einem strahlenden Diadem kunstvoll geschmückt. Er zog einen goldenen, gepanzerten Mantel an, der wie Feuer leuchtete. Darauf nahm er seinen Bogen und bestieg seinen funkelnden Streitwagen, der mit Hunderten von kleinen Flaggen dekoriert und mit raffinierten Goldgravuren verziert war. Gefolgt von zahllosen Truppen, die Krummsäbel, seltsam geformte Eisenknüppel, polierte Streitkolben, Bogen, Speere, Lanzen, messerscharfe Diskusse, Schwerter und zweischneidige Äxte trugen, verließ er das Südtor. Als sie auf die Affenarmee stürmten, erzeugten sie einen großen Lärm. Erneut konnte man schlimme Vorzeichen sehen. Blendende Sternschnuppen fielen vom Himmel und schreckliche Schakale spien Feuer. Die Dämonentruppen stolperten und stürzten auf den Boden, doch Vajradamstra schenkte den grausamen Vorzeichen, die seine Niederlage vorhersagten, keine Beachtung. Er wetterte mit seinem Kriegsgeschrei und ermunterte die Rakshasa zum Kampf.
91 Seitenaufrufe 06.02.2012 Wahre Weisheit kommt nicht durch Worte von außen her, sondern durch innere Erleuchtung, 26.12.2011 Wieland der Schmied 26.12.2011 Das Himmelspferd 26.12.2011 Das graue Pferd 26.12.2011 Das Schamanenpferd 26.12.2011 Das mythische Schwert 26.12.2011 Das Sternenschwert des Morgenmannes 26.12.2011 Der Morgenmann, das Sternenschwert und der Lindwurm am Horizont 26.12.2011 Siegfrieds Schwert trägt viele Namen - Gram - Gram Notung - Balmung 29.11.2011 Der Tod eines alten Baumes oder wie ein alter Baum um sein vergangenes Leben spricht! |
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