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Ravana zieht in den Kampf

[09.07.2007] Kapitel 7
Ravana sah, wie seine Truppen besiegt und verwahrlost zurückkehrten. Seine Augen waren hochrot vor Zorn und er atmete schwer. Er befahl dem nächsten seiner mächtigen Befehlshaber, Durdharsha, in die Schlacht hinaus zu ziehen. Der Dämon war den Halbgöttern und Danavas im Kampf gegenübergetreten und fürchtete niemanden. Er bestieg seinen mit Juwelen verzierten Streitwagen, der acht eiserne Räder besaß, welche im Durchmesser so groß wie zwei Mann waren, und raste aus der Stadt hinaus. Seine Stimme klang wie ein Donnerschlag, als er die Rakshasa-Streitkräfte scharte, die ihm zu Hunderten und Tausenden folgten. Wie die anderen Rakshasa-Anführer vor ihm, beobachtete er zahlreiche schlimme Vorzeichen, doch er nahm ebenfalls keine Notiz von ihnen und stürzte auf die Affen zu.

Es folgte ein weiteres schlimmes Gemetzel. Die Affen entgegneten dem Regen aus scharfen Pfeilen und anderen Waffen der Rakshasas mit einem Hagel von Felsen und Bäumen. Die Kämpfer fielen rasend übereinander her und jeder versuchte seinen Gegner auf brutale Weise töten. Keiner zeigte Gnade in diesem wilden Kampf. Eine große Staubwolke erhob sich über dem Schlachtfeld, die den Himmel verdeckte und die Kämpfer einhüllte. Sie konnten sich kaum gegenseitig wahrnehmen und so schlugen Affen auf Affen ein, während Dämonen andere Dämonen niederschlugen. In Kürze lagen Hunderte und Tausende von Vanaras und Rakshasas ausgestreckt auf dem Boden, als Beute für Geier und Schakale.

Durdharsha zeigte seinen wilden Zorn. Von seinem Streitwagen aus schoss er giftige Pfeile ab, die viele Affen zerstückelten und etliche Reihen der Affen durchbrachen und sie in die Flucht schlug. Als Hanuman dies sah, bewegte er sich schnell auf ihn zu. Durdharsha ließ sofort zahllose scharfe Pfeile auf ihn nieder regnen, doch Hanuman nahm sie entgegen wie ein Berg einen Regenfall. Herzhaft lachend rannte Hanuman auf den Rakshasa zu und brachte die Erde dabei zum Beben. Mit einer Hand hob er einen großen Felsblock auf und erhob ihn über seinen Kopf.

Als Hanuman so mit dem erhobenem Felsblock dort stand, schoss Durdharsha sichelförmige Pfeile ab, die den Felsen in Stücke schmetterten. Hanuman lachte erneut und entwurzelte einen Ashwakarna-Baum, der so groß wie ein Berg war. Er wirbelte ihn umher und rannte auf den Dämon zu, der sich in einiger Entfernung von ihm postiert hatte. Hanuman sprang mit dem wirbelnden Baum auf und ab und streckte dabei Dutzende von Rakshasas auf Elefanten und Streitwagen nieder. Durdharsha sah, dass er näher kam wie ein wilder Sturm und bestürzt begann er, seinen gewaltigen Bogen noch heftiger zu bearbeiten. Der Dämon schoss Hunderte furchtbarer Pfeile in Hanumans Körper. Der blutende Affe sah aus wie ein Berg, der mit rot blühenden Bäumen überwachsen ist.

Hanuman beschloss nun, Durdharsha zu töten, schrie "Sieg sei Rama!" und stürzte sich mit dem erhobenen Baum auf den Rakshasa. Der Dämon hatte kaum Zeit einen weiteren Pfeil auf seinen Bogen zu legen, als Hanuman ihn schon erreicht hatte. Der rasende Affe schmetterte den Baum mit voller Kraft auf den Kopf des Rakshasas. Durdharsha fiel tot von seinem Streitwagen. Die anderen Rakshasas heulten verzweifelt auf. Sie ließen ihre Waffen fallen und flüchteten in alle Richtungen, wobei sie in der Panik übereinander stolperten.

Die Affen jubelten Hanuman zu und verhöhnten die besiegten Dämonen. Dann ehrten Rama und Lakshmana persönlich den siegreichen Affen. Am Himmel versammelten sich die Halbgötter und sangen glückverheißende Hymnen zu Hanumans Ehren. Hanuman genoss den Ruhm, genau wie Vishnu, als er die Dämonen in längst vergangenen Zeiten getötet hatte.

In Lanka wurde Ravana immer aufgebrachter. Er sah Prahasta an, den mächtigsten der Rakshasa-Befehlshaber: "Ich sehe nicht viele, die dazu in der Lage sind, Lanka zu diesem kritischen Zeitpunkt zu retten, mein beherzter Prahasta. Außer dir, Indrajit, Kumbhakarna und mir selbst gibt es niemanden, der sich eine solche Bürde auferlegen kann. Rama und seine Truppen sind wahrlich furchterregend, doch wir werden die wankelmütigen Affen in die Flucht schlagen, wenn sie dein Brüllen auf dem Schlachtfeld hören. O Prahasta, nicht einmal die mächtigsten Halbgötter konnten dir gegenübertreten."

Obwohl der Dämonenkönig entschlossen war bis zum Schluss zu kämpfen, hatte er allmählich Zweifel. Es hatte irgendetwas Außergewöhnliches mit diesen Affen und Bären auf sich. Irgendeine göttliche Kraft ermächtigte sie. Ravana dachte an Rama. Die letzte Schlacht würde zweifellos zwischen ihm selbst und diesem menschlichen Prinzen sein. Der Dämon dachte über seine Segnung nach. Nur ein Mensch könnte ihn töten. Würde dies Rama sein? Er schauderte zurück vor dem Gedanken. Dies war nicht der Zeitpunkt sich zu fürchten. Die Schlacht musste weitergehen.

Ravana drängte Prahasta, mit einem weiteren gewaltigen Kontingent hinauszumarschieren. Er sagte dem Rakshasa-Befehlshaber, er solle standhaft sein. Obwohl der Sieg niemals gewiss sei, sei es für einen Krieger vorzuziehen, in der Schlacht zu sterben als auf irgendeine andere Weise. Ravana fragte Prahasta, ob er noch etwas brauche. Der Dämon erwiderte: "Ich benötige nur deinen Segen, mein Herr. Ich bin von dir immer mit Geschenken und freundlichen Worten geehrt worden, wie kann ich dir da jetzt keinen Dienst erweisen, wenn die Zeit dazu gekommen ist? Weder Frau, Söhne, Reichtum noch das Leben selbst liegen mir mehr am Herzen als der Dienst für dich. Heute werden sich die Geier von Herzen am Fleisch der Affen gütlich tun."


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Zugehörige Artikel:
 Der gigantische Dämon

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