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Der gigantische Dämon



Doch Kumbhakarna schenkte den Vorzeichen keine Beachtung. Er schritt über die Verteidigungsmauer von Lanka und lachte laut. Die Rakshasas schauten sich die Affenarmee an, die einer Wolkenansammlung ähnelte. Als die Affen das plötzliche Erscheinen des gewaltigen Rakshasas sahen, wurden sie in alle Richtungen aufgescheucht, wie Wolken, die von einem Sturm zerstreut werden. Kumbhakarna brüllte wiederholt und erfüllte die vier Himmelsrichtungen mit einem unerträglichen Donnern, das den Ozean in Bewegung versetzte und die Berge erbeben ließ. Zahlreiche Affen wurden bewusstlos, als sie dieses Geräusch hörten. Andere flüchteten entsetzt mit gellendem Geschrei.

Als die Affen in wildem Lauf davon stürmten, rief Angada ihnen zu: "Habt ihr eure Tapferkeit, Kühnheit und Abstammung vergessen? Weshalb flüchtet ihr wie gewöhnliche Affen? Dieser gewaltige Alptraum eines Rakshasas wird nicht lange fähig sein, uns standzuhalten. Schließlich werden wir von Rama und Lakshmana beschützt. Stellt euch und kämpft, o Vanaras!"

Die Affen schöpften wieder Vertrauen, als sie Angadas Worte hörten. Sie kehrten um, ergriffen Bäume und Felsblöcke und stellten sich entschlossen dem auf sie zueilenden Kumbhakarna entgegen. Sie schlugen mit Bergspitzen und voll ausgewachsenen Bäumen auf den Rakshasa ein, doch diese hatten nicht die geringste Wirkung und fielen zerschmettert zu Boden. Kumbhakarna griff zu Boden, schaufelte Hunderte von Affen mit seiner Hand auf und schleuderte sie zornig auf den Boden zurück. Allmählich wurden die Reihen der Vanara-Truppen von den Rakshasas vernichtet, wie ein Feuer, das trockenes Holz verzehrt. Zahllose riesige Affen lagen innerhalb kurzer Zeit bewusstlos und mit Blut bedeckt auf dem Boden.

Die Affen zogen sich erneut hastig zurück. Sie sprangen davon, ohne nach hinten oder zur Seite zu blicken. Einige liefen über die Brücke zum andern Ufer des Ozeans. Andere sah man durch die Luft segeln, als sie von dem Rakshasa geschlagen oder fortgeschleudert wurden. Mit blassen Gesichtern erklommen die Affen Berge oder sprangen ins Meer. Einige Bären kletterten auf Bäume oder versteckten sich in Höhlen. Die ganze Armee rannte ängstlich umher und wusste nicht wohin.

Angada versuchte immer wieder die Affen erneut zu vereinigen. Er rief ihnen zu: "Kommt zurück!" Wo werdet ihr euch vor diesem Monster verstecken? Man muss ihm entgegentreten. Was werdet ihr euren Frauen erzählen, wenn ihr aus Angst vom Schlachtfeld geflüchtet seid? Habt ihr eure prahlenden Worte 'Wir werden die Rakshasas vernichten' vergessen? Wie seid ihr auf einmal solche Feiglinge geworden? Feiglinge erreichen niemals die Sphären des Glücks. Ja sie werden von rechtschaffenen Menschen stets verurteilt."

Obwohl Angada auf verschiedene Weise versuchte, seine Truppen vom Kampf zu überzeugen, wollten sie nicht hören. Sie setzten ihre Flucht fort, wobei einige dem Prinz, während sie rannten, erwiderten: "Diesem Rakshasa kann man nicht im Kampf entgegentreten. Jetzt ist nicht die Zeit, Tapferkeit zur Schau zu stellen, denn das Leben ist uns lieb. Wir gehen."

Obwohl ihre Truppen in alle Richtungen flohen, blieben Angada und Sugriva zusammen mit Hanuman und einigen anderen der mächtigen Befehlshaber der Affentruppen entschlossen. Schließlich gelang es den Vanara-Anführern doch irgendwie, die Affen zu bremsen. Sie erinnerten sie an Ramas Unbezwingbarkeit. Mit ermutigenden Argumenten überzeugten sie die Affen erneut, gegen Kumbhakarna vorzugehen. Mit Angada an ihrer Spitze machten die Vanara-Streitkräfte kehrt, um dem mächtigen Rakshasa entgegenzutreten.

Tausende von Affen stürmten geschlossen auf Kumbhakarna zu, doch er wischte sie mit seiner Pike beiseite. Er rannte umher und zerschmetterte und verschlang die Affen, wie Garuda die Schlangen. Mit Mühe blieben die Affen in vorderster Linie stehen. Wellen weiterer Rakshasas stürmten zu Kumbhakarnas Unterstützung nach vorne und brüllten vor Freude. Die Schlacht tobte wild, während Kumbhakarna große Zerstörung in der Affenarmee anrichtete.

Der mächtige Dwivida schleuderte einen riesigen Felsblock auf Kumbhakarna. Der Rakshasa wich dem Block aus, welcher zwischen den anderen Rakshasas niederfiel und Streitwagen, Pferde und Elefanten zusammen mit Hunderten von Dämonen zerschmetterte. Die Rakshasa-Krieger schlugen zurück und trennten die Köpfe der brüllenden Affen mit ihren tödlichen Pfeilen vom Leib.

Hanuman sprang in die Luft und ließ Felsbrocken und Bäume auf Kumbhakarnas Kopf niederregnen. Doch der Rakshasa wehrte die Geschosse mit seiner Pike ab. Hanuman, der sich zu riesigen Ausmaßen ausgedehnt hatte, kam auf den Boden herunter und stellte sich entschlossen vor Kumbhakarna. Er schlug ihn mit einer Bergspitze auf die Brust, worauf der Rakshasa vor Schmerz zurücktaumelte. Der Rakshasa erholte sich im Nu und versetzte Hanuman mit seiner Pike einen fürchterlichen Hieb. Der Affe wurde fast bewusstlos und fiel Blut spuckend nach hinten um.

Als die Rakshasa-Streitkräfte den niedergestreckten Hanuman sahen, jubelten sie lauthals und die Affen flüchteten verängstigt. Schnell trat Nila nach vorne und versammelte die Truppen. Er nahm einen riesigen Felsblock auf und schleuderte ihn mit großer Gewalt auf Kumbhakarna. Der Rakshasa sah ihn kommen, zerschmetterte ihn mit seiner Faust in Stücke und erzeugte einen Flammen- und Funkenregen.


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