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Der gigantische DämonKumbhakarna sprang auf seine Füße und wusch sein Gesicht. Er rief nach mehr Getränken und schluckte geschwind zweitausend Eimer starken Wein. Leicht berauscht und in Vorfreude auf die Schlacht verließ der Rakshasa seine Höhle und marschierte zu Ravanas Palast, wobei er die Erde mit jedem Schritt erbeben ließ. Er war von Rakshasas umgeben, die mit gefalteten Händen neben ihm herliefen und fortgesetzt seinen Ruhm besangen. Von außerhalb der Stadt beobachteten die Affen, wie Kumbhakarna, einer Bergspitze gleich, über die Stadtmauern ragte. Sie schrien vor Angst und fielen erschüttert zu Boden. Einige flüchteten von Panik ergriffen in alle Richtungen. Als die Affen den mit einem leuchtenden Diadem geschmückten Kumbhakarna in der Stadt umherziehen sahen, waren sie von Schrecken ergriffen. Sie eilten zu Ramas Zelt und baten ihn schnell herauszukommen. Rama trat mit dem Bogen in der Hand heraus. Er sah den riesigen Rakshasa, der eine leuchtende Körperausstrahlung hatte. Ramas Augen öffneten sich weit vor Erstaunen. Er fragte Vibhishana: "Wer ist dieser Kerl, der einem strahlenden Berg gleicht? Nur durch seinen Anblick haben die Affen die Flucht ergriffen. Ich habe noch nie zuvor ein solches Wesen gesehen." Vibhishana erzälte Rama alles über Kumbhakarna. Er beschrieb die Stärke von Ravanas riesigem Bruder: "Dieser Dämon hat Indra und all die Halbgötter im Kampf besiegt. Er hat Zehntausende von mächtigen Daityas und Danavas zermalmt und verschlungen. Er hat wahrlich eine unbegrenzte Anzahl von Lebewesen vernichtet. Aus diesem Grund hat Brahma es bewerkstelligt, ihn in einen fortgesetzten Schlummer zu versetzen. Die Halbgötter befürchteten, dass er alle Lebewesen ihrer Wohnorte berauben würde, indem er alle Welten einfach auffraß. Da Ravana offensichtlich Angst vor dir hat, hat er ihn zur Schlacht wachgerüttelt." Vibhishana schlug Rama vor, den Affen mitzuteilen, dass Kumbhakarna nur ein mechanisches Wesen sei. Ansonsten würden sie niemals den Mut fassen können, ihm im Kampf gegenüberzutreten. Rama lächelte. Das sei nicht notwendig, er würde sich selbst um diesen gewaltigen Berg eines Rakshasas kümmmern. Er befahl Nila, die Truppen schnell zum Kampf aufzustellen. Sie könnten versichert sein, dass Rama selbst dem Koloss gegenübertreten würde. Die Affen ergriffen Bergspitzen, Bäume und verschiedene Waffen, verteilten sich um Lanka und warteten auf Kumbhakarnas Erscheinen. Rama stand neben Lakshmana; beide hielten ihre Bogen und blickten auf die Stadt. In Lanka hatte Kumbhakarna, der seine Gestalt und seine Größe auf Wunsch verändern konnte, Ravanas Palast erreicht. Sein älterer Bruder saß im Pushpaka-Streitwagen und sah verwirrt und besorgt aus. Kumbhakarna verneigte sich tief zu seinen Füßen und fragte, welchen Dienst er leisten könne. Ravana freute sich seinen Bruder zu sehen und hieß ihn auf einem prächtigen himmlischen Sitz Platz nehmen. Dann erzählte er ihm, was sich ereignet hatte: "Mein mächtiger Bruder, sieh nur, wie die Wälder und Haine Lankas in ein Meer von Affen verwandelt worden ist. Sie haben bereits viele der besten Kämpfer unter den Rakshasas getötet. Ich bin bisher nicht in der Lage gewesen, sie auf irgendeine Weise zu überwältigen. Deshalb habe ich dich als meine einzige Zuflucht aufgesucht. Es kommt mir keine andere Möglichkeit in den Sinn, diese Affenarmee zu besiegen. Mein lieber Bruder, du hast die Halbgötter und Danavas viele Male vernichtend geschlagen. Sei heute mein Retter und zermalme Rama und seine Gefolgsleute ohne zu zögern." Kumbhakarna wurde zornig. "Haben wir dich nicht gewarnt?", entgegnete er. "Jetzt erntest du die Früchte deiner übereilten und sündhaften Entführung Sitas. Hättest du den Rat deiner Gönner beachtet und im Einklang mit politischer Weisheit gehandelt, hättest du dich niemals in solch einem Schlamassel wiedergefunden." Als der Minister Mahodara hörte, wie Ravana von Kumbhakarna getadelt wurde, verteidigte er den König: "Ravana hat richtig gehandelt, als er Sita entführte", behauptete er. "Die Pflicht aller Lebewesen ist es, unter allen Umständen glücklich zu sein. Daher war Ravanas Entführung von Sita richtig, da sie zu seiner Freude gedacht war." Auch Ravana missfielen die Worte seines Bruders und er antwortete zornig: "Welchen Nutzen hat diese Kritik jetzt zu dieser Zeit? Wir stehen der größten Gefahr gegenüber, die uns jemals begegnet ist. Jetzt ist es Zeit für Taten und nicht für Worte. Ob ich weise gehandelt habe oder nicht, ist jetzt belanglos. Lass uns tun, was getan werden muss."
168 Seitenaufrufe 06.02.2012 Wahre Weisheit kommt nicht durch Worte von außen her, sondern durch innere Erleuchtung, 26.12.2011 Wieland der Schmied 26.12.2011 Das Himmelspferd 26.12.2011 Das graue Pferd 26.12.2011 Das Schamanenpferd 26.12.2011 Das mythische Schwert 26.12.2011 Das Sternenschwert des Morgenmannes 26.12.2011 Der Morgenmann, das Sternenschwert und der Lindwurm am Horizont 26.12.2011 Siegfrieds Schwert trägt viele Namen - Gram - Gram Notung - Balmung 29.11.2011 Der Tod eines alten Baumes oder wie ein alter Baum um sein vergangenes Leben spricht! |
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