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Blutbad unter den Rakshasas[09.07.2007] Kapitel 9 Die Rakshasas rannten schnell zu Ravana und erzählten ihm die Neuigkeiten: "Dein glorreicher Bruder hat für einige Zeit Verwüstung unter den Affen angerichtet, doch schließlich ist er von Rama getötet worden. Sein glied- und kopfloser Rumpf liegt jetzt halb unter Wasser gesetzt im Meer und sein Kopf versperrt das Haupttor der Stadt." Ravana war schockiert und wurde von Kummer ergriffen. Er fühlte sich der Ohnmacht nahe. Überall um ihn herum stießen seine Söhne und anderen Verwandten ein Wehklagen aus. Sie trauten ihren Ohren nicht. Wie konnte der unbesiegbare Kumbhakarna von einem gewöhnlichen Menschen getötet worden sein? Allmählich fing sich Ravana wieder und klagte: "Oh mein Bruder, wohin
bist du gegangen? Weshalb hast du mich allein gelassen, ohne den Dorn
aus meinem Auge zu entfernen? Welchen Nutzen hat jetzt mein Königreich,
Sita oder sogar selbst mein Leben? Ich bin meines rechten Armes
beraubt, auf den ich immer vertraut habe und aufgrund dessen ich keine
Angst vor der von Indra angeführten Schar der Halbgötter hatte. Jetzt
weilen diese Halbgötter am Himmel und erheben Freudenschreie. Ich kann
diesen Verlauf der Dinge nicht dulden. Ich werde dem Pfad, den mein
Bruder eingeschlagen hat folgen. Entweder werde ich Rama töten oder der
Tod soll mich holen." Ravana weinte und warf sich in heftigen Schmerzen hin und her. Er erinnerte sich an Vibhishanas Ratschlag. Sein tugendhafter Bruder hatte weise Worte gesprochen. Er war fälschlicherweise aus Lanka verbannt worden. Jetzt kostete Ravana die bittere Frucht dieser Handlungsweise. Jemand der den guten Rat eines weisen Gönners missachtet, endet immer im Elend. Der Rakshasa-König sank bedrückt nieder. Als sein gedankenloser Sohn Devantaka ihn in diesem elenden, bekümmerten Zustand sah, sagte er: "Weshalb klagst du auf diese Weise, mein König? Jene, die mit Macht und Tapferkeit ausgestattet sind, ergeben sich nicht dem Kummer. Es ist an der Zeit entschlossen zu handeln, nicht zu klagen. Du brauchst mir nur den Befehl zu erteilen und ich werde hinausgehen und deine Feinde auslöschen." Ravanas andere Söhne wurden durch Devantakas Worte aufgemuntert. Sie begannen ebenfalls über ihre Stärke zu prahlen. Alle von ihnen schrien laut nach dem Kampfbefehl. Sie waren alle mächtige Krieger und hatte nie eine Niederlage erlitten. Alle von ihnen kannten die mystischen Waffen und alle hatte verschiedene Segnungen durch die Ausführung von Askese erhalten. Sie prahlten lauthals und verkündeten, dass sie alle zusammen hinausgehen und Rama und die Affen im Nu erledigen würden. Ravana war wieder ermutigt. Von seinem Schicksal angetrieben stand der Dämon auf, umarmte seine Söhne und wies sie an in die Schlacht zu ziehen. Vier Söhne des Rakshasas, Trishira, Devantaka, Narantaka und Atikaya, zusammen mit zwei seiner Halbbrüder, Mahaparshwa und Mahodara, wurden in den Kampf geschickt. Die gigantischen Krieger schmierten sich mit medizinischen Heilkräutern ein, die Verletzungen abwenden konnten und bestrichen sich mit Duftstoffen und Sandelholzpaste. Sie legten goldene Rüstungen an und nahmen ihre scharfen Waffen zur Hand. Mahodara bestieg einen Elefanten, der einer schwarzen Wolke glich. Trishira bestieg einen edlen Streitwagen, der von den ausgewähltesten Pferden gezogen wurde und mit Tausenden von Waffen ausgestattet war. Atikaya, der eine leuchtende Krone auf seinem Kopf trug, stieg auf einen weiteren prächtigen Streitwagen. Links und rechts von ihm standen Devantaka und Narantaka, mit entsetzlichen Streitkolben in der Hand. Beide sahen aus wie Vishnu mit dem Mandara-Berg in der Hand. Mahaparshwa ritt hinter ihnen auf einem weiteren Elefanten, der Airavata, dem Träger Indras, ähnelte. Sie verließen das Westtor Lankas wie sechs strahlende Planeten, die plötzlich am Himmel auftauchten. Unmengen von Rakshasa-Kriegern folgten ihnen; alle erhoben ihre Waffen und stürmten voll Freude auf die Affenarmee zu. Die Affen sahen sie wie eine Reihe dunkler Wolken vorwärts stürmen. Die Erde bebte und der Himmel hallte mit ihrem Gebrüll wider. Trommeln und Muschelhörner erklangen und erfüllten die vier Himmelsrichtungen mit einem ohrenbetäubenden Lärm. Die Vanara-Armee brüllte in Erwiderung und alle nahmen Felsenspitzen und Baumstämme zur Hand. Die beiden Armeen trafen mit Getöse aufeinander und ein wilder Kampf entspann sich. Dämonen und Affen brüllten wie Löwen, als sie sich gegenseitig in großem Zorn bestürmten. Die Affen sprangen hoch nach oben, ergriffen die sich in der Luft befindlichen Rakshasas und schleuderten sie auf die Erde. Sie zermalmten die Dämonen mit Felsen und zerstampften sie mit Fäusten und Füßen. Sie wirbelten ihre Streitkolben und Schwerter umher und hackten die gegnerischen Truppen auf brutale Weise in Stücke. Die Affen packten einen Rakshasa, um einen anderen mit ihm zu schlagen und die Rakshasas taten das gleiche mit den Affen. Sichel- und hufeisenförmige Pfeile zischten durch die Luft und hackten Arme, Beine und Köpfe ab. Narantaka stieß ein gewaltiges Gebrüll aus und bahnte eine tiefe Schneise in die Affenarmee. Er hinterließ eine Fleisch- und Blutspur aus riesengroßen, lang ausgestreckt auf dem Boden liegenden Affen. Der Dämon durchtrennte die Reihen des Feindes, durchbohrte ihn mit seinem Speer und tötete Dutzende auf einmal. Die Affen heulten vor Angst auf, als Narantaka im Zorn eines Wahnsinnigen kämpfte. Keiner konnte ihm gegenübertreten. Als Angada die schreckliche Vernichtung sah, die Narantaka angerichtet hatte, trat er nach vorne. Er rief dem Dämon zu: "Halt ein! Weshalb zeigst du deine Stärke, indem du gegen gewöhnliche Affen kämpfst? Wirf deinen blitzenden Speer auf meine Brust." Narantaka drehte sich um und fixierte Angada. Er schleuderte sein großes flammendes Speer auf den Affen, der entschlossen vor ihm stand. Das Speer zerbrach auf Angadas Brust und fiel zu Boden. Angada sprang nach vorne und verpasste dem Pferd des Rakshasas einen Schlag auf den Kopf, worauf die Füße des Pferdes im Boden versanken und seine Augen aus den Höhlen traten. Narantaka sprang vom Rücken seines toten Pferdes herab und brüllte vor Zorn. Er versetzte Angada einen schrecklichen Schlag auf den Kopf. Der Affe spuckte heißes Blut und fiel betäubt nach hinten um.
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