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Rama und Lakshmana überwältigt

[09.07.2007] Kapitel 10
Ravana wurde zunehmend besorgter. Seine Angst verdrängte sogar den Kummer seinen Sohn und Bruder verloren zu haben. In Gedanken verloren saß er auf seinem goldenen Thron. Seine mächtigsten Kämpfer waren einer nach dem anderen getötet worden. Selbst als die beiden menschlichen Prinzen überwältigt worden waren und durch Indrajits unüberwindliche Waffen niedergestreckt worden waren, hatten sie sich irgendwie wieder erholt. Wenn Rama sogar den furchterregenden Kumbhakarana getötet hatte, wer war dann noch übrig, der dem Prinzen gegenübertreten konnte und überleben würde? Mit Sicherheit war er Vishnu persönlich, der Erzfeind des Rakshasas.

Ravanas Augen verengten sich. Jetzt stand er einer großen Gefahr gegenüber. Er befahl seinen Ministern, jeden Verteidigungsposten um die Stadt herum zu überprüfen. Zusätzliche Wachen sollten aufgestellt werden. Tag und Nacht sollte außerordentliche Wachsamkeit herrschen. Jeder, der seine Pflicht vernachlässigte, würde sofort hingerichtet werden.

Der Dämon zischte vor Wut. Der Gedanke sich zu ergeben kam ihm jedoch nicht einmal einen Augenblick lang in den Sinn. Sieg oder Tod war die einzige Wahl. Während er über Atikayas Bezwingung nachgrübelte, ging er in seine Gemächer und setzte sich trostlos auf ein goldenes Kanapee.

Dann trat plötzlich Indrajit zu ihm und sagte: "Herr der Rakshasas, weshalb hat dich der Kummer gepackt? Hast du vergessen, dass du mich an deiner Seite hast? Wie werden diese beiden Menschen überleben, wenn ich erneut zur Schlacht hinaus gehe? Das letzte Mal hatten sie Glück, doch nun ist dieses Glück zu Ende. Du wirst sie heute flach auf dem Boden liegen sehen, nachdem sie von meinen Waffen in Stücke gerissen worden sind."

Indrajit beruhigte seinen Vater. Er schwor ihm Rama und Lakshmana zu töten. Ravana fühlte sich auf einmal ermutigt. Er unterstützte die Absicht seines Sohnes, worauf sich Indrajit ohne zu zögern zum Kampf bereit machte.

Der Prinz zog seine unzerstörbare Rüstung an und bestieg seinen großen von Tigern gezogenen Streitwagen. Er blies in sein gewaltiges Muschelhorn und schritt Lankas Hauptstraße entlang. Sofort folgten ihm viele andere wilde Rakshasas nach. Einige ritten auf Pferden, einige auf Ebern und einige auf riesigen Eseln. Andere stiegen auf Löwen, Schakale und sogar auf riesige Skorpione. Weitere Rakshasas mit schrecklichen, gekrümmten Gesichtern stiegen auf Krähen, Geier und Pfauen. In Kürze war eine gewaltige Anzahl von Rakshasas zum Kampf versammelt, mit Indrajit an der Spitze.

Die Dämonenkrieger marschierten mit jeder Art von Waffe ausgerüstet zum Klang von Kesselpauken und Muschelhörnern und brachten die Erde zum Erzittern. Indrajit saß auf seinem Streitwagen, über den ein weißer Sonnenschirm gespannt war. Man fächelte ihm mit wunderschönen goldenen Wedeln Luft zu und Yatudhanas verehrten ihn durch den Gesang heiliger Hymnen. Als er zur Schlacht schritt, strahlte er wie Indra inmitten der Halbgötter.

Ravana stand auf einer hohen Brustwehr und beobachtete seinen Sohn. Er war zuversichtlich. Niemand in all den Welten konnte es gegen Indrajit aufnehmen, mochten sie Halbgötter, Danavas oder Daityas sein, geschweige denn Menschen und Affen. Indrajit hatte die beiden Menschen ja bereits überwältigt. Dieses Mal gäbe es mit Sicherheit kein Entkommen.

Ravana rief Indrajit eine Segnung zu, als dieser das Nordtor erreichte. Der Dämonenprinz drehte sich mit gefalteten Händen zu seinem Vater um und erhob seine Hand, woraufhin die Armee mit mächtigem Gebrüll hinaus stürzte.

Als die Rakshasas das Schlachtfeld erreicht hatten, stoppte Indrajit sie und versammelte sie um sich herum. Er stieg von seinem Streitwagen herab und entzündete ein Feuer. Während der Dämon vedische Mantras aufsagte, verehrte er das heilige Feuer. Als Opfergabe schüttete er geklärte Butter hinein und anstelle des traditionellen Rieds und der Gräser brachte er dem Feuer Lanzen, Speere und Schwerter dar. Der Dämon packte eine dunkelfarbige Ziege, schlitzte ihr die Kehle auf und legte sie aufs Feuer.

Als das Feuer aufflammte, erschien der Feuergott persönlich. Er leuchtete golden und nahm die Gaben direkt an. Dann stieg Indrajit zurück auf seinen Streitwagen. Er setzte sich meditierend nieder und rief das Brahmastra an. Während der Rakshasa all seine Waffen und seinen Streitwagen mit der Kraft dieser überirdischen Waffe auflud, schien der Himmel aus Furcht zu beben.

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Zugehörige Artikel:
 Lakshmana kämpft mit Indrajit

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