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Lakshmana kämpft mit IndrajitIndrajit brüllte vor Zorn. Er nahm einen glühenden Pfeil aus seinem Köcher, den er von Yamaraja erhalten hatte. Als Lakshmana sah, dass der Rakshsas dieses mystische Geschoss auf seinen Bogen legte, rief Lakshmana schnell eine Waffe an, die er vom Kuvera in einem Traum erhalten hatte. Die beiden wütenden Kämpfer spannten ihre Bogensehnen mit den überirdischen Waffen. Beide Bogen gaben einen durchdringenden Lärm wie von Kranichen von sich. Die zwei Waffen prallten auf halbem Weg in der Luft zusammen und erhellten den Himmel. Ein großes Feuer entstand am Himmel zusammen mit Rauchschwaden. In Hunderten von brennenden Einzelteilen stürzten die Geschosse zu Boden. Dann rief Lakshmana die Varunastra an, die Waffe, über die der Halbgott des Wassers gebietet. Indrajit sah es und entgegnete der Waffe mit einer anderen, die mit Shivas göttlicher Energie aufgeladen war. Dann Schoss der Rakshasas die Agneyastra ab, doch diese wurde von Lakshmana mit der Suryastra abgewehrt, dem Geschoss, das mit der gewaltigen Macht des Sonnengottes aufgeladen ist. Indrajit verweilte entschlossen auf dem Schlachtfeld, legte einen langen goldenen Pfeil auf seinen Bogen und sagte heilige Mantras auf. Pfeile, Streitkeulen, Schwerter, Äxte, Hammer und andere Waffen wurden zu Hunderten von seinem Bogen abgeschossen. Unberührt rief Lakshmana die dem Halbgott des Windes unterstehende Waffe an und neutralisierte augenblicklich Indrajits Waffe. Wild wütete der Kampf zwischen dem Mensch und dem Dämon. Beide von ihnen schleuderten schonungslos ihre tödlichen Geschosse und erfüllten den Himmel mit Pfeilsalven. Keiner der beiden zeigte irgendein Anzeichen der Erschöpfung und beide hatten sich in eine schreckliche Wut hineingesteigert. Überall um sie herum prallten Affen und Rakshasas gewaltsam in einer schrecklichen und blutigen Schlacht zusammen. Die Halbgötter, angeführt von Indra und begleitet von den großen Rishis, standen am Himmelszelt. Sie beteten zu Vishnu, ließen Segnungen auf Lakshmana und die Vanaras nieder regnen und beteten für ihren Sieg. Lakshmana sah zahlreiche Anzeichen für seinen Sieg und er hielt nun die Zeit für Indrajits Vernichtung für gekommen. Nach kurzer Überlegung rief der Prinz einen göttlichen Pfeil an, den er von Rama erhalten und der einst Indra gehört hatte. Der wundervoll leuchtende Pfeil war mit unbegreiflicher Macht aufgeladen. Er war mit Gold und Edelsteinen ausgearbeitet und mit Pfauenfedern versehen. Der Pfeil hatte abgerundete goldene Verbindungsstellen, seine große Stahlspitze war flach und breit und seine messerscharfen Schneiden waren mit Diamanten geschmückt. Als Lakshmana ihn auf seinen Bogen legte und die Sehne spannte, rief er die überirdische Aindrastra an, über die der König der Halbgötter gebot. Im Innern betete er: “Wenn Rama immer zu seinem Wort steht, in Wahrhaftigkeit verankert ist und wenn er unvergleichliche Macht besitzt, dann möge dieser Pfeil Indrajits Leben beenden.” Der heldenhafte Lakshmana konzentrierte sich und schoss den Pfeil ab. Schrill pfeifend flog er mit blendender Geschwindigkeit auf Indrajit zu. Bevor der Rakshasa irgendetwas unternehmen konnte, um die Waffe abzuwehren, trennte sie seinen Kopf von den Schultern. Der stattliche Kopf mit seinem mit Juwelen besetzten Helm und den strahlenden Ohrringen rollte in Blut gebadet und golden leuchtend über den Boden. Ravanas Sohn stürzte zu Boden und sein Bogen fiel ihm aus der Hand. Alle Affen und Bären, einschließlich Vibhishana jubelten laut und die Halbgötter, Gandharvas und Rishis am Himmel stießen einen Siegesschrei aus. Als ihr Anführer getötet war, verloren die Rakshasas allen Enthusiasmus zu kämpfen. Von schrecklicher Furcht ergriffen warfen sie ihre Waffen von sich und flüchteten in alle Richtungen. Einige eilten nach Lanka, einige versteckten sich in Berghöhlen und andere sprangen ins Meer. Sie eilten vom Schlachtfeld, genauso wie die Sonnenstrahlen verschwinden, wenn die Sonne untergegangen ist. Wie ein erloschenes Feuer lag der Rakshasa-Prinz auf dem Boden. Ein himmlischer Trommelwirbel erklang am Himmel und man konnte das Singen von Gandharvas und Apsaras hören. Der Himmel wurde klar und das Meer wurde ruhig. Als sich der Staub auf dem Schlachtfeld legte, regnete es goldene Blumen vom Himmel. Sidhhas, Charanas und Gandharvas erschienen und schauten auf die toten Rakshasas. Die Affen sprangen vor Freude umher, brüllten und bejubelten Lakshmana. Umgeben von Hanuman, Jambavan und Vibhishana kehrte Lakshmana zu Rama zurück. Nachdem er ihn respektvoll umkreist hatte, stellte er sich mit dem Bogen in der Hand an Ramas Seite, als würde Indra an Vishnas Seite stehen. Rama lächelte, da er begriff, dass Lakshmana in seiner schweren Mission erfolgreich war. Er sah seinen Bruder liebevoll an. Vibhishana beschrieb, wie Indrajit getötet worden war. Als Rama diese Schilderung hörte, jubelte er Lakshmana zu und wandte sich erfreut an ihn: “Gut gemacht, Lakshmana! Du hast heute eine große Heldentat geleistet. Dies hat zweifellos unseren Sieg sichergestellt. Du hast Ravanas rechten Arm gestutzt und damit seine größte Hoffnung auf Erfolg in der Schlacht. Jetzt wo der gnadenlose und übelgesinnte Indrajit getötet ist, werden wir erleben, wie der sündhafte Ravana herauskommt. Dann werde ich ihn zusammen mit seiner ganzen Armee ins Reich des Todes schicken.” Rama dankte all den Kriegern, die Lakshmana begleitet hatten. Sie hatten sich drei Tage lang gut geschlagen. Alle von ihnen waren schwer verwundet. Lakshmana war ernsthaft mit Pfeilwunden überdeckt, sein Körper mit Blut verschmiert. Er war von Schmerzen gequält und atmete schwer. Rama ließ Sushena kommen, den Affen, der im Heilen bewandert war. Er wies ihn an, Lakshmana und die anderen mit den himmlischen Heilmitteln zu behandeln. Dann ruhten sie sich auf dem Schlachtfeld aus und warteten auf Ravanas nächsten Zug.
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