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Die letzte SchlachtMandodari konnte ihren Kummer nicht im Zaum halten. Sie sackte über Ravanas Körper zusammen und fuhr fort, in jämmerlichem Ton zu heulen. “Mein Held, wohin bist du gegangen, ohne an meine jetzige Einsamkeit zu denken? Weshalb hast du dich nach Sita gesehnt, wenn ich doch stets deine ergebene Dienerin war? Ach, mein Leben ist nutzlos, da ich meinen Herrn nicht zufrieden stellen konnte. Obwohl wir uns in jeder entzückenden Region der himmlischen Planeten belustigt haben, befinde ich mich jetzt in einem furchtbaren Ozean des Kummers. Verflucht sei das flüchtige Glück eines Königs.” Mandodari schaute mit von Tränen erfüllten Augen auf und sah Ravanas Bruder in der Nähe stehen. “Hier steht der fromme Vibhishana”, weinte sie. “Da du seinen weisen Ratschlag nicht beachtet hast, bist du jetzt tot. Ein Sünder erntet stets genau so sicher die Früchte der Sünde, wie die Tugendhaften die Früchte der Tugend. Dein Bruder wird jetzt königliches Glück genießen, während du zur nächsten Welt geschickt wirst.” Mandodari weinte lange Zeit über dem Körper ihres Ehemanns. Alle standen still dabei und erlaubten ihr ihrem Kummer Luft zu machen. Schließlich hoben die anderen Frauen des Rakshasa-Königs sie sachte empor. Sie stützten sie auf beiden Seiten und führten sie davon, während sie fortfuhr zu weinen. Rama sprach erneut zu Vibhishana: “Der Tot hat alle Feindseligkeit beendet. Ravana bedeutet mir jetzt genauso viel wie du. Bitte führe in Übereinstimmung mit dem altehrwürdigen Brauch die notwendigen Rituale für sein immerwährendes spirituelles Glück aus.” Vibhishana stand für einen Moment in Gedanken versunken da. Er sagte Rama, dass er sich nicht dazu in der Lage fühlte, die Bestattungsriten für seinen Bruder auszuführen. Ravana sei grausam, gnadenlos und vor allem abscheulichen Sünden ergeben gewesen. Obwohl er sein Bruder sei, habe er diesen Respekt nicht verdient. Rama lächelte: “Lieber Vibhishana, man sollte gegenüber einer Seele niemals Verachtung fühlen. Sobald der Tod eintritt, verlässt die Seele einer Person den Körper und begibt sich weiter zum nächsten Dasein. Ravanas sündhafter Körper ist jetzt tot, doch seine reine Seele lebt weiter. Die Seele verdient immer Respekt. Du solltest deshalb sehr wohl die Riten zum ewigen Wohl der unsterblichen Seele deines Bruders ausführen.” Vibhishana sah auf Ravanas Körper hinab. Es stimmte. Die Seele aller Lebewesen war ein reiner Teil des höchsten Herrn. Unwissenheit gab es nur im äußeren materiellen Körper, nicht in der Seele. Ravanas Sünden, die aus seiner Unwissenheit hervorgegangen waren, hatten mit dem Ende seines Körpers ebenfalls ein Ende genommen, dies galt vor allem, weil er vom Herrn persönlich getötet worden war. Jede befleckende Sünde wurde zweifellos durch solch einen Tod bereinigt. Vibhishana begann sofort mit den erforderlichen Ritualen. Er ließ den Körper seines Bruders nach Lanka bringen und entzündete ein Opferfeuer, in das er Gaben von Getreide und geklärter Butter darbrachte, um Vishnu im Namen seines Bruders zu verehren. Zusammen mit den älteren Rakshasas und den Yatudhanas, angeführt von Ravanas Großvater Malayavan, führte Vibhishana alle Rituale in strikter Übereinstimmung mit den Anweisungen der Schriften aus. Ravanas Körper wurde auf eine riesige Bahre gelegt. Er wurde in goldene Seidentücher eingewickelt und mit Blumengirlanden bedeckt. Zum Klang verschiedener Musikinstrumente wurde der tote Rakshasa von hundert Dämonen zu einem heiligen Platz getragen. Die Brahmanas unter den Rakshasas trugen das Opferfeuer vor Ravana. Sie errichteten einen Scheiterhaufen aus Sandelholz- und Padmaka-Scheiten zusammen mit Ushira-Wurzeln und Bhadrakali-Gras. Dann legten die Dämonen Ravana auf den Scheiterhaufen und warfen mehrere Handvoll gerösteten Reis, Sesamsamen und Kusha-Gras darauf. Nachdem Vibhishana heilige Mantras ausgesprochen und den Scheiterhaufen mit geklärter Butter besprenkelt hatte, zündete er ihn an. Er loderte schnell auf und innerhalb weniger Momente war der Körper des Rakshasa-Königs zu Asche verwandelt.
245 Seitenaufrufe 06.02.2012 Wahre Weisheit kommt nicht durch Worte von außen her, sondern durch innere Erleuchtung, 26.12.2011 Wieland der Schmied 26.12.2011 Das Himmelspferd 26.12.2011 Das graue Pferd 26.12.2011 Das Schamanenpferd 26.12.2011 Das mythische Schwert 26.12.2011 Das Sternenschwert des Morgenmannes 26.12.2011 Der Morgenmann, das Sternenschwert und der Lindwurm am Horizont 26.12.2011 Siegfrieds Schwert trägt viele Namen - Gram - Gram Notung - Balmung 29.11.2011 Der Tod eines alten Baumes oder wie ein alter Baum um sein vergangenes Leben spricht! |
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