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Stopp des Todes auf Raten: Jedes zweite Wirbeltier gefährdet[07.10.2009] Berlin - Anlässlich der heutigen Veröffentlichung der Roten Liste dergefährdeten Wirbeltierarten durch das Bundesamt für Naturschutz hat derNABU die neue Bundesregierung zu entschlossenem Handeln gegen dasArtensterben aufgefordert. „Die Roten Listen sind der wichtigsteIndikator für den Zustand der Arten in Deutschland. Fast die Hälfteunserer Wirbeltierarten sind in ihrer Existenz bedroht und bedürfendaher unmittelbarer Hilfe“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer LeifMiller.
Die Roten Listen beschreiben die Gefährdungssituation der Tier-,
Pflanzen- und Pilzarten in unserem Land. Sie werden alle zehn Jahre unter Federführung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zusammen mit zahlreichen ehrenamtlichen Expertinnen und Experten erarbeitet. Auch viele Ehrenamtliche im NABU haben als Experten die Roten Listen durch zahlreiche Daten unterstützt. „Die kurzfristigen Trends der Roten Liste zeigen, dass effektiver Natur- und Artenschutz dort erfolgreich ist, wo er unmittelbar wirken kann. Seehund, Wolf und Fischotter wären ohne konsequenten rechtlichen Schutz vor Verfolgung und ohne den Einsatz des Artenschutzes heute ausgestorben. Der Schutz von Arten muss daher verstärkt und finanziell solide ausgestattet werden, damit aus den Einzelfällen ein Trend und der weiter drohende Artenverlust verhindert wird", betonte NABU-Artenschutzexperte Magnus Herrmann. Um den Artenverlust zu stoppen, müssen vor allem die Gefährdungsursachen stärker bekämpft werden wie zum Beispiel die Vernichtung wertvoller Lebensräume durch den Umbruch von Grünland zu Äckern. Auch die mangelhafte Betreuung und Pflege bestehender Schutzgebiete trägt bis heute dazu bei, dass vermutlich das Ziel der EU-Staats- und Regierungschefs, das Artensterben bis 2010 zu stoppen, zudem sich auch die Bundeskanzlerin verpflichtet hat, nicht erreicht wird. Trotz strengen gesetzlichen Schutzes werden Arten wie Feldhamster, Kampfläufer und Kiebitz verschwinden, wenn der Naturschutz nicht konsequent verstärkt wird. Landnutzer und Eigentümer müssen bei dieser Aufgabe eingebunden und unterstützt werden, insbesondere die Landwirtschaft muss sich zu ihrer besonderen Verantwortung für die in der Kulturlandschaft lebenden Pflanzen und Tiere bekennen. Zudem müssen besonders artenreiche Lebensräume wie die Flussauen gesichert werden. Hier liegt noch Potential, wie auch der jetzt veröffentlichte Zustandsbericht der deutschen Auen vor Augen führt. „Union und FDP müssen jetzt handeln und die Chance nutzen, den Tod auf Raten selbst ehemals häufiger Arten zu verhindern. Wer die Bewahrung der Schöpfung und den Erhalt der Biologischen Vielfalt ernst nimmt muss jetzt aktiv werden. Wir brauchen ein finanziell gut ausgestattetes Bundesprogramm Biologische Vielfalt, das Arten und Lebensräume erhält und damit die Biodiversitätskrise bewältigen kann", so NABU-Bundesgeschäftsführer Miller. Die Zeit läuft ab. Noch 451 Tage haben die europäischen Staaten, um das von ihnen gesetzte Ziel zu erreichen, das Artensterben in Europa bis zum Jahr 2010 zu stoppen. Die NABU-Artenschutzuhr mit Countdown zu finden unter www.nabu.de/themen/artenschutz/aktivfuerartenvielfalt/11198.html Für Rückfragen: Magnus Herrmann, Referent für Natur- und Artenschutz, 030-284984-1618, mobil 0172-9422694, Email: Magnus.Herrmann@NABU.de Dr. Markus Nipkow, Referent für Vogelschutz und Ornithologie 030-284284- 1620, Email: Markus.Nipkow@NABU.de Im Internet zu finden unter www.NABU.de 72 Seitenaufrufe Weitere Artikeln zu diesen Thema 07.10.2009 Stopp des Todes auf Raten: Jedes zweite Wirbeltier gefährdet 12.05.2009 Was unterscheidet das Tierreich von dem heutigen Menschenreich ? 12.04.2008 Chinesen häuten lebende Hunde 10.04.2008 In Vorbereitung auf die Sportler und Touristen Versorgung- hier ein brasilianischen Olympia Logo für China 27.01.2008 Nie mehr Wurst essen, Pfui! Ein Es-Schlachter packt aus. |
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