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Chinas Menschenrechtsverletzungen in Tibet

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"Brief aus Lhasa" - ein unmittelbares Zeugnis über die gegenwärtige Situation in Lhasa.

[09.05.2008] Er schildert die entsetzlichen Restriktionen, unter denen die Bürger Lhasas derzeit leben müssen. Die Mönche der großen Klöster wurden bis auf ein paar alle an einen unbekannten Ort abgeführt. Man macht sich große Sorgen um sie und muß das Schlimmste befürchten. Auch die mutigen Mönche des Jokhangs, die Ende März unter Tränen mit ausländischen Medienvertretern gesprochen und sie angefleht hatten, der Welt die Wahrheit zu enthüllen, wurden zwei Tage später verhaftet, obwohl der Regierungschef der TAR den Diplomaten gesagt hatte, daß ihnen nichts geschehen würde.

Jampa Puntso, der Vorsitzende der Regierung der TAR, antwortete auf die Frage eines Journalisten, was mit den Mönchen des Jokhang Tempels, die am 27. März unter Tränen den ausländischen Medienvertretern entgegengetreten waren, geschehen sei:

"Nachdem die Journalisten Lhasa verlassen haben, kamen Diplomaten aus verschiedenen Ländern. Ich berichtete ihnen kurz über den Vorfall. Sie schlugen daraufhin vor, mit diesen Leuten zu sprechen und deshalb zum Jokhang Tempel zu gehen. Ich erklärte mich mit ihrem Vorschlag einverstanden. Ich sagte ihnen, sie könnten am nächsten Tag gehen. Obwohl dieser Besuch auf ihrer Reise nicht eingeplant war, konnten sie den Jokhang Tempel besuchen. An ihrem zweiten Tag besuchten sie den Jokhang Tempel. Ich sagte ihnen, sie könnten mit allen 30 Mönchen zusammentreffen, die in den Zwischenfall verwickelt gewesen waren. Doch weil wir sehr früh dorthin gingen, und weil es ein Tag war, an dem der Tempel für Besucher nicht geöffnet war, kamen die Mönche nicht heraus, obwohl wir längere Zeit wieder und wieder nach ihnen riefen. Später sagte ich ihnen, es spiele auch keine Rolle. Wenn sie das nächste Mal kämen, könnten sie noch immer mit diesen Leuten sprechen. Wir werden sie niemals schlecht behandeln oder gar bestrafen, nur weil sie ihre Meinung gegenüber den Journalisten geäußert haben. Wir werden das niemals tun, denn bei uns herrscht Rechtsstaatlichkeit. Wenn wir natürlich herausfinden, daß sie irgendwelche Verbrechen begangen haben, dann ist es etwas anderes. Wenn Sie eine Möglichkeit haben, Tibet in Zukunft noch einmal zu besuchen, können Sie sie noch immer treffen. Sie werden weder bestraft noch verhaftet werden. Sie haben mich gefragt, wo diese Mönche jetzt sind und ob sie noch im Jokhang Tempel sind. Nun, solange sie keine Verbrechen begangen haben, wie Körperverletzung, Zerstörung, Plünderung und Brandlegung werden sie noch für eine lange Zeit im Jokhang Tempel leben." (Aus Woesers Blog)
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Tibetan Solidarity Committee / Tibetisches Solidaritätskomitee
http://www.stoptibetcrisis.net
Pressemitteilung, 4. Mai 2008

Bauer nach Entlassung aus der Haft gestorben - Regierung schürt Haß auf Tibeter
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Einer zuverlässigen Quelle zufolge traf am 26. April ein chinesisches „Arbeitsteam" im Kloster Bada Samdrupling in der Gemeinde Tzenda, Bezirk Sershul (chin. Shiqu), TAP Karze, Provinz Sichuan, ein, um die „patriotische Umerziehung" zu intensivieren. Einige Mönche weigerten sich jedoch, die Dokumente zu unterschreiben, deren Wortlaut sie nicht zustimmen konnten, außerdem standen sie mitten im Unterricht auf und verließen den Raum. Die chinesischen Arbeitsteam-Kader hatten gehofft, diesmal die Kampagne effektiver durchzuführen.

Von den 70 Mönchen, die dieses Kloster beherbergt, hielten sich drei im März in Lhasa auf und wurden bei einem der Proteste dort festgenommen. Es handelt sich dabei um: Gelek Thapkhey, Gelek Drakpa und Tenzin Phuntsok. Über ihren derzeitigen Inhaftierungsort ist nichts bekannt.

Am 25. April wurden zwanzig Tibeter aus der Ortschaft Gaden Chokhor, die bei den Protesten im März festgenommen worden waren, nach Lhasa verlegt. Der 31jährige Dawa, ein Bauer aus dem Dorf Dhedron im nördlichen Khashang wurde bei einer friedlichen Demonstration in der Gegend von Phenpo festgenommen. Am 27. März wurde er in kritischem Gesundheitszustand entlassen und starb wenige Tage darauf am 1. April. Eine Nonne aus dem Kloster Shar Bhumpa, die der Gerpa-Familie aus dem Dorf Chugkha Jang im Kreis Phenpo Lhundrup (chin. Lingzhi), Bezirk Lhasa, entstammt und die an den Protesten im März teilgenommen hatte, wurde so schwer geschlagen, daß sie wegen ihrer Verletzungen in das Kreiskrankenhaus eingeliefert werden mußte. Als sie nach ein paar Tagen nach Hause entlassen wurde, verschlechterte sich ihr Zustand jedoch so erheblich, daß sie wieder im Krankenhaus aufgenommen werden mußte.

Die verzerrten Informationen, welche die chinesische Regierung über die staatlichen Medien verbreitet, haben zu einer tiefen Kluft zwischen Chinesen und Tibetern geführt. Die ethnischen Spannungen werden immer heftiger. In einigen Gegenden Chinas gab es Fälle, wo Tibeter von Chinesen geschlagen und bedroht wurden. Die Regierung tut jedoch nichts, um diese Tibeter vor Angriffen zu schützen. In vielen Teilen Chinas haben chinesische Studenten bei Befragen heftige Anklagen gegen die tibetischen Mönche erhoben, weil sie bei ihnen als die Anstifter der Unruhen gelten.
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Pressemitteilung, 5. Mai 2008
Tibeter weigern sich die rote Fahne zu hissen
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Die Weigerung der Mönche eines alten Bön-Klosters in der Gemeinde Minyak Drapa Ngonde im Bezirk Tawu (chin. Daofu), TAP Kardze, Chinas rote Flagge über ihrem Kloster wehen zu lassen, könnte als ziviler Ungehorsam bezeichnet werden. Am 3. Mai versuchten die örtlichen Behörden, das Kloster zu zwingen, die rote Flagge zu hissen, aber sie verschwand bald wieder.

In ähnlicher Weise weigerten sich Mönche der Klöster Mindroling und Yangdhen in Wado, Bezirk Nyagchu, TAP Kardze, die rote Flagge aufzuziehen und Seine Heiligkeit den Dalai Lama zu diffamieren. Daraufhin wurden ein Mönch namens Aku Ako vom Kloster Mindroling und Tulku Thubten Nyima vom Kloster Yangdhen festgenommen, sie werden nun im Bezirksgefängnis von Nyagchu gefangengehalten.

In Amdo Ngaba (chin. Aba) wurde am 26. März eine Frau namens Ney-chung aus dem Dorf Charu aus der Haft entlassen. Sie war am 18. März verhaftet worden, weil sie angeblich während der Demonstration, zu der es am 16. und 17. März in der Gegend gekommen war, das Schild der örtlichen Polizei abmontiert hatte. Aufgrund der Schläge und der Folter, die sie in der Haft erlitten hatte, war sie in einem gesundheitlich äußerst prekären Zustand und ihre Sprachfähigkeit war stark eingeschränkt. Ihre Familie und Freunde wollten sie in ein Krankenhaus bringen. Die örtlichen Behörden verboten ihrer Familie jedoch, sie außerhalb der Gemeinde zu bringen. Ney-chung verstarb am 17. April, weil sie nicht rechtzeitig medizinische Hilfe erhielt. Sie hinterläßt vier Kinder und ihren Ehemann, der sich noch immer in den nahegelegenen Bergen versteckt hält, um der Festnahme zu entgehen.

Angesichts der kritischen Situation in Tibet appellieren wir an die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft, sich dringend unserer folgenden Forderungen anzunehmen:
1) unverzüglich unabhängige Untersuchungskommissionen nach Tibet zu entsenden;
2) unverzüglich der freien Presse Zugang zu ganz Tibet zu gewähren;
3) unverzüglich dem brutalen Morden in ganz Tibet ein Ende zu setzen;
4) unverzüglich für die sofortige Freilassung aller festgenommenen und verhafteten Tibeter zu sorgen;
5) unverzüglich die medizinische Versorgung der verletzten Tibeter zu ermöglichen;
6) die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Menschen und ihren Zugang zu lebensnotwendigen Gütern sicherzustellen.
Übersetzung: Melanie Pelka, Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching


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* Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
* Arbeitsgruppe München
* Adelheid Dönges, Packenreiterstr. 18, 81247 München
* Tel (+49 89) 811 35 74 oder 0177-8178800 (Michael Filsinger)
* tibet@igfm-muenchen.de, www.igfm-muenchen.de/tibet/tibetstart.html
* Spendenmöglichkeit: IGFM München,
* Kto 158393803, Postbank München, BLZ 700 100 80
* IBAN DE71700100800158393803 - BIC PBNKDEFF
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