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Chinas Menschenrechtsverletzungen in Tibet

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IGFM: China verfolgt systematische Zerstörung religiöser Bindungen und tibetischer Kultur

[29.05.2007] Medieninformation der Internationale Gesellschaft für Menschenrechte
Schulausschluss bei religiösen Aktivitäten im heiligen Monat Dawa angedroht

Lhasa / Peking / Frankfurt am Main (29. Mai 2007) – Tibetischen Kindern ist es jetzt erstmals verboten, während des den Buddhisten heiligen Monats Dawa, Schutz-Halsbänder zu tragen und Klöster zu besuchen. Bei Zuwiderhandlung droht der Schulausschluss. Damit will die KP Chinas ihre Politik der systematischen Auslöschung tibetischer Kultur und Religion noch effektiver gestalten, kritisiert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Das Stadtkomitee von Lhasa hat die Eltern von schulpflichtigen Kindern zu Elternversammlungen einberufen und erklärt, dass ihre Kinder im soeben begonnenen Dawa (Geburts-, Erleuchtungs- und Todesmonat Buddhas) an keinen religiösen Aktivitäten teilnehmen dürfen.

Religiöse Zeremonien unterliegen in Tibet starken Einschränkungen, besonders an wichtigen Tagen und während Festzeiten wie dem Dawa, sowie den Geburtstagen des Dalai Lama und des 11. Panchen Lama. Letztes Jahr am 12. Dezember untersagte das Parteibüro von Lhasa Parteimitgliedern, Arbeitnehmern im öffentlichen Dienst, Regierungspersonal, den Angestellten von öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Banken, Studenten und sogar öffentlichen Bediensteten im Ruhestand, an den Feierlichkeiten des hohen buddhistischen Festes Gaden Nyamchoe teilzunehmen oder sie zu besuchen. Missachtung wurde mit einer Gehaltskürzung, Degradierung bestraft. Die IGFM sieht darin die Verschärfung der Kampagne, die sich jetzt im Monat Dawa einem neuen Höhepunkt nähert.

Besonders streng werden die religiösen Restriktionen in der tibetischen Hauptstadt Lhasa gehandhabt. Angehörige der Polizei in Zivil durchkämmen die Stadt, an den Hauptverkehrswegen und in den Altstadtgassen wimmelt es von Video-Kameras zur Überwachung der Passanten. Um die in die Stadt kommenden Personen zu überprüfen, wurden Sicherheits-Kontrollpunkte an den Straßen, die aus den Nachbarkreisen in die Stadt führen, eingerichtet. Berichten aus Tibet zufolge wurde Bauern, die auf den Straßen der Stadt mit Räucherwerk und Wachholderblättern zu handeln pflegen, verboten, diese an den besagten Tagen zu verkaufen.

IGFM: „Patriotische Umerziehung“ bedeutet Zerstörung tibetischer Identität

Die chinesischen Behörden führen die „patriotische Umerziehung“ für Mönche und Nonnen in den Klöstern regelmäßig und noch intensiver als früher durch. In letzter Zeit hörte man immer wieder, dass die Arbeitsteams im Vorfeld zu wichtigen Jahrestagen oder anderen Ereignissen obligatorische politische Schulungen für Mönche und Nonnen abhielten. Das sogenannte „Amt für religiöse Angelegenheiten“ kontrolliert systematisch das religiöse Leben der Tibeter. Patriotische Umerziehung und systematische Kontrolle sollen nach Auffassung der IGFM die tibetische Identität zerstören. Dies und die seit Jahrzehnten betriebene Ansiedlung von Chinesen haben bewirkt, dass die Tibeter im eigenen Lande zu einer Minderheit ohne Zukunft geworden sind, so die IGFM weiter.

Am 1. Januar 2007 traten neue „Maßnahmen für die Regelung der religiösen Angelegenheiten“, die in 56 Artikeln festgelegt und am 29. September 2006 vom 11. Ständigen Ausschuss der Regierung der Tibetischen Autonomen Republik beschlossen wurden, in Kraft. Die neuen Bestimmungen zielen darauf ab, die Regierungspolitik gegenüber religiösen Vereinigungen, deren Mitarbeitern und den einzelnen Gläubigen strikt durchzusetzen, anstatt die Religionsfreiheit zu schützen, wie es der offiziellen Politik der VR China entsprechen würde, kritisiert die IGFM.


Weitere Informationen unter

www.menschenrechte.de


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