Die irische Volksmund überliefert eine alte keltische Sage. Der zur Folge verliebte sich einst der Riese Finn McCool unsterblich in eine hübsche Riesin die auf der gegenüberliegenden schottischen Insel Staffa lebte. Jeden Tag soll er sehnsüchtig zu ihr herüber geblickt haben, doch die rauhe See war ein gewaltiges Hinternis, welches schwerlich zu überwinden galt. Darum baute er eines Tages einen gewaltigen Damm und holte seine Angebetete zu sich herüber.
Ein Märchen auch oder gerade für Erwachsene: Vor langer, langer Zeit lebten kleine Leute auf der Erde. Die meisten von ihnen wohnten im Dorf Swabedoo, und sie nannten sich Swabedoodahs. Sie waren sehr glücklich und liefen herum mit einem Lächeln bis hinter die Ohren und grüßten jedermann.
In Seeland am Ostmeer lebte einstmals der Riese Wate, der aus königlichem Geschlecht stammt, seine Mutter Waghilde aber war eine Meerfrau. Wate besaß drei starke Söhne. Die beiden älteren, Slagfider und Egil, wurden Krieger; Wieland, den jüngsten, aber tat der Vater in die Handwerkslehre, damit er ein tüchtiger Schmied werde. Mime, der berühmte Meister in Nordland, unterwies den geschickten Knaben drei Jahre, und nachdem Wieland lange bei kunstfertigen Zwergen gearbeitet hatte, galt er im Lande als ein unübertrefflicher Meister seines Handwerks.
Einem Jäger war ein Jahr nach der Hochzeit seine junge Frau gestorben, und darüber war er sehr betrübt. Wenn er so einsam durch Stube, Kammer und Küche ging, meinte er immer, seine liebe Frau müßte ihm begegnen, und weil er auf diese Weise seine tote Frau nicht mehr aus seinen Gedanken verlor, hielt er es im Hause nicht mehr aus und streifte oft tagelang draußen im Walde umher. Er wußte wohl, daß er nicht allein bleiben konnte, sondern wieder heiraten mußte. Doch sorgte er sich ab und zweifelte daran, ob er noch einmal eine Frau finden werde, die er ebenso lieb haben könnte wie die erste.Als er eines Tages wieder in trüben Gedanken ging und immer tiefer in den dunklen Wald hineingeriet, kam er zu einer kleinen, mit Stroh gedeckten Hütte. Er trat ein und fand einen alten Mann, der am Tisch saß und in einem Buche las.
In Tauchlitz brannte eines Tages das Brauhaus nieder, dabei zerschmolz die kupferne Braupfanne. In der kleinen Gemeinde konnte nun nicht mehr gebraut werden. Wollten die Tauchlitzer Bier trinken, so mussten sie sich’s vom benachbarten Krossen holen. Doch das gefiel ihnen nicht, und sie sannen darüber nach, wie sie wohl wieder eine Braupfanne bekommen könnten. Geld, eine neue zu kaufen, hatten sie leider nicht. Da stieg der Gemeindeschulze in einer hellen Mondscheinnacht den steilen Weg zum Mühlberg hinaus. Am Rande des Guckloches (ehemaliges Burgverlies) sah er ein wunderliches Männlein hocken.
Geschichten aus den Tiroler Bergen. Im Rosengartengebiet wohnte einst ein fleißiges Zwergenvolk unter seinem König Laurin. Sein ganzer Stolz war ein herrlich blühender Rosengarten, von einem seidenen Faden umgeben. Dorthin entführte Laurin die schöne Königstochter Similde. Ihr Verlobter Hartwig bat Dietrich von Bern (Verona) um Hilfe zur Befreiung seiner Braut. Dietrich und seine Recken ziehen ins Gebirge, zerreissen den seidenen Faden und zerstampfen mit ihren Pferden die Rosen.
Die Zwerge sind sehr fleißig und geduldig und dabei sehr weise. Sie sind freundlich und offen und haben keine Angst vor anderen Wesen. Allerdings sind sie vorsichtig im Umgang mit den Menschen geworden und meiden sie am besten. Daher haben sie sich auch von der Erdoberfläche zurückgezogen und ihre Reiche unterirdisch errichtet (siehe unten). Sie sind, wie auch die Feen und die Elfen, sehr viel älter als die Menschen und haben ihre Erfahrungen schon weitgehend abgeschlossen und daraus viel gelernt. Vor allem haben sie gelernt, dass Auseinandersetzungen und Kriege nur schaden und keinem nützen, und darum werden in diesem Reichen seit undenklichen Zeiten keine Kriege mehr geführt. Sie arbeiten im Verein mit anderen Reichen der Natur an der Heilung und Pflege der Natur und ihrer Reiche, an der Erhaltung des Gleichgewichts in der Natur, auch zum Wohl und Gedeih der Menschen. Sie hegen und pflegen und wirken ausgleichend. Sie helfen allen anderen Wesenheiten der Natur.
Eines Nachts erschien bei dem Grafen von Hoya ein kleines Männlein. Der Graf erschrak, aber das Männlein meinte, der Graf solle sich doch nicht fürchten und seine Bitte ruhig anhören. Weiter sagte der Kleine: "In der nächsten Nacht möchten meine Gesellen und ich in deinem Schlosse ein Fest feiern. Keiner soll davon wissen, als du allein. Es wird auch niemandem im Schlosse ein Leid geschehen, und wir Zwerge werden dir und deinem Geschlecht allzeit dankbar sein." Der Graf, der wohl wußte, daß man sich mit dem Zwergenvolk gut stellen muß, war einverstanden.
Eines Tages befand sich der Fischer Brehme aus Krossen mit seinem Kahne auf der Elster in der Nähe des Mühlberges. Er wollte gerade seine Netze auswerfen, da rief ihn ein seltsames Männchen vom Ufer aus an, er möge doch übersetzen. Der Fischer wusste, dass die Zwerge Gefälligkeiten gut belohnen, also fuhr er ans Ufer und ließ den Kleinen einsteigen
Auf einem Bauerngut in Thiemendorf ging es in alter Zeit eigenartig zu. Wenn der Bauer am Morgen aufstand, war auf seinem Hofe und im Stalle alles in Ordnung. Jedes Gerät stand an seinem Platze, und im Stalle sah es blitzsauber aus. Die Tiere waren geputzt, und in den Krippen fand er oft noch Futterreste vor, als ob die Tiere in der Nacht gefüttert worden wären. Das Vieh wurde rund und fett und gedieh sehr gut, es gab viel Milch und brachte dem Bauer manchen harten Taler ein, so dass er sehr reich wurde. Der Bauer wunderte sich und merkte bald, dass es nicht mit rechten Dingen zuginge. Dahinter musste er kommen! Er versteckte sich nachts in seinem Stall und passte auf. Richtig, zu Mitternacht öffnete sich die Stalltür, und herein kam ein kleines Kerlchen mit einem großen Kopf, das im Arme ein Bündel Heu trug. Und nun sprang es hinaus und herein, bis es alle Tiere gefüttert, den Stall gesäubert und das Vieh blank geputzt hatte, worauf es verschwand.