|
Rubrik: Sagen Home | |||||||||||
Empfehlung
|
Bonifatius, Geschichten und Überlieferungen um den heiligen Wandermönch[05.08.2006] Bonifatius (Winfried, Wynfreth) Glaubensbote in Deutschland, Erzbischof
von Mainz, Märtyrer * 672 (oder 673) in Crediton (?) in der Grafschaft
Devonshire in England † 5. Juni 754 bei Dokkum in den Niederlanden. Hinweise über sein Leben finden sie hier ....
Hier sind nun viele Überlieferungen. Das Bonifatiusbad Eines Tages gelangte Bonifatius auf seiner beschwerlichen Missionsreise in jene Gegend, in der sich heute die Orte Geraberg, Arlesberg und Elgersburg befinden. Doch auch in dieser dünnbesiedelten Waldgegend mit seinen undurchdringlichen Wäldern, hohen, zerklüfteten Felsen und zahllosen kleinen Bächen verkündete der Gottesmann das Evangelium. Im Tal der Weißen Gera taufte er zahlreiche Heiden, welche sich nunmehr zum neuen Glauben bekannten. Zur Erinnerung daran wird das Flurstück in dieser Gegend bis heute Bonifatiusbad genannt. Bonifatius erbaut die erste christliche Kirche Bonifatius, ein gottesfürchtiger angelsächsischer Benediktinermönch, war im Jahre 719 von Papst Gregor in Rom als Missionar ausersehen worden, die heidnischen Germanen zum Christentum zu bekehren. So kam er nach einer weiten, beschwerlichen Reise im Jahre 724 in das Land der Thüringer. Eines Tages erblickte er inmitten der Wildnis einen Berg auf dem ein dem heidnischen Götterkult geweihter Hain stand. An seiner Stelle errichtete Bonifatius als weithin sichtbares Zeichen und Symbol für den Sieg des neuen Glaubens die erste christliche Kirche Thüringens und weihte sie zu Ehren Johannes des Täufers. Oft predigte er von hier die frohe Botschaft und taufte die heidnische Bevölkerung. Die begann schon bald sich am Fuße des Berges anzusiedeln. Das Dorf welches hier entstand wurde Altenbergen genannt. Aus dem gesamten Umkreis strömten nunmehr unzählige Menschen zur St. Johanniskirche. Da die kleine Kirche die große Zahl der Gläubigen bald nicht mehr fassen konnte, predigte der Mönch oftmals unter freiem Himmel. Das laute Krächzen der auf den Bäumen und Sträuchern sitzenden Raben, Krähen und Dolen störte ihn aber oftmals hierbei. Als eines Tages das Geschrei der Vögel seine Predigt beinahe übertönte, bat er leidenschaftlich den Herrn im Himmel er möge die gefiederte Plage in alle Himmelsrichtungen zerstreuen. Plötzlich erhoben sich die ringsum versammelten Vögel und flogen davon. Solange die St. Johanniskirche auf dem Berge stand kehrten sie nie wieder dorthin zurück. Heilsberg Eine gute halbe Stunde von dem freundlichen Städtchen Remda, seitwärts von der Straße, die von da das romantische Rinnethal hinab nach Rudolstadt führt, liegt, fast rings von sanft abfallenden fruchtbaren Bergen eingeengt, das Dorf Heilsberg. Zur Zeit des Heidenthums erhob sich auf dem stolzen Hügel südwestwärts über Heilsberg eine Burg, welche die Hochburg oder Hugoburg genannt wurde; daher heute noch im Munde des Volks Heilsberg gewöhnlich Husch/berg heißt. Von dieser Burg sind gegenwärtig kaum noch einige ungefügte Steine wahrzunehmen. Auf seinem Zuge nach Thüringen kam Winfried über die steinige und rauhe Hochfläche, da, wo jetzt Treppendorf liegt, um in das schöne Saalthal hinabzusteigen. Einen ganzen Tag lang hatte er keinen Menschen und keine menschliche Wohnung angetroffen; mit der äußersten Mühe hatte er sich durch das dichte Fichten- und Wachholdergesträuch hindurchgearbeitet, ringsum nach einer Quelle spähend. Aber in dieser Wildniß fand sich nirgend ein Bach, nirgend eine Quelle, gierig hatte der lechzende Boden jeden Tropfen Wassers verschlungen, der vom Himmel auf ihn herabgefallen war. Da endlich begrüßte ein enges Wiesenthal mitten im üppigen Föhrenwalde den heiligen Wanderer, und durch die düstern Waldhallen erschallten kräftige Hiebe eines Beiles. Aber auch hier leider nur Spuren eines versiegten Wassers. Die Begleiter Winfrieds murrten und schalten, aber der fromme Mann richtete ein brünstiges Gebet zum Herrn, der die Lilien auf dem Felde ernährt. Gehet hin und forschet bei den Männern, die da Holz fällen, wo wir eine Quelle finden! Die Diener gingen und kamen nur um so trauriger zurück. Herr, noch eine Stunde Wegs haben wir zu wandern, da erst werden wir ein Bächlein antreffen. Aber ein guter Mann hat uns den letzten Trunk aus seinem Horne geboten, wir haben ihn für Dich aufbewahrt. Diese entsagende Liebe der Seinigen ließ Bonifacius frommes Gemüth nicht ungerührt. Freundlich forderte er von dem mitgekommenen Bewohner des Thales das Trinkhorn, und den Blick nach oben gewendet, goß er, ohne/ zu trinken, den Inhalt des Hornes auf den trockenen Boden. Und siehe, da sprang eine helle Quelle lebendig hervor, klar und labend, als käme die Fluth aus dem tiefsten Schoos der Erde. Und die Knechte tranken und stillten ihren Durst, und der Mann aus dem Thale staunte und eilte davon, die Kunde seinen Freunden und Bekannten zu bringen. Bald eilten die Thalbewohner erfreut und erstaunt herbei; Winfried predigte ihnen von dem dreieinigen Gott, und taufte sie aus dem neuen Brunnquell, den er ihnen zum Borne des Heils weihte. Bonifacius-Kirche zu Heilsberg Eine andere Sage lautet: Als der heilige Bonifacius mit seinen Gefährten in das Thal unter dem Viehberg gelangte, ließ er sein Pferd auf dem grünen Rasen weiden; das Pferd hatte einen wunden Fuß, scharrte mit demselben, und da entsprang plötzlich eine Quelle, von deren Wasser der Fuß des Rosses augenblicklich heil wurde. Bald bewährte sich des Heilbrunnens wunderwirkende Kraft auch an siechen Menschen, von nah und fern strömten die Bewohner der Gegend herbei, vernahmen die neue Lehre, welche Bonifacius ihnen verkündigte, ließen sich taufen, und siedelten sich dort an. So entstand das Dorf Heilsberg, wo nun Bonifacius eine Kirche begründete, die nach ihm noch heute den Namen führt, sowie die Gemeinde des Ortes das Bild des thüringischen Apostels in ihr Siegel aufnahm. Lange Zeit waren die Bauern von Heilsberg in Erfurt vorzugsweise zollfrei. An der oberen Kirchthüre zu Heilsberg fand sich ein großes/ Hufeisen angenagelt, welches Winfrieds Roß in der Quelle verloren haben soll. An der Kirchenwand zu Heilsberg fand sich eine Steinschrift von hohem Alter, die niemand lesen konnte und noch bis heute niemand gelesen hat, so viele sich auch mit ihr abgemüht haben. Erfabelt wurde darüber zwar, daß zu der alten Bonifaciuskapelle in Heilsberg einst König Ludwig, Kaiser Karls Sohn, gekommen, hier gebetet und geboten habe, die Kapelle zur Kirche zu erweitern, und soll er das Gotteshaus reichlich begabt haben. Zum Andenken habe er eine Urkunde in Stein hauen lassen. Diese Steinschrift war bis zum Jahre 1816 alldort zu sehen, dann aber wurde sie ausgehoben und nach Weimar gebracht, wo sie in dem Großherzogl.(ichen) Bibliotheksgebäude ihre gesicherte Aufbewahrung gefunden hat. Um diese deutsche Steinschrift entziffern zu lassen, wurde sie einem berühmten Gelehrten, der vortrefflich arabisch, türkisch und persisch verstand, und in Förderung orientalischer Literaturkenntniß namhaftes Verdienst besaß, nach Wien geschickt. Die Lösung fiel völlig willkürlich, hypothetisch und widersinnig aus, man war aber so höflich, zu thun, als könne sie befriedigen, um nicht gegen diplomatische Formen anzustoßen, denn einer der berühmtesten Diplomaten hatte sie beim berühmtesten Orientalisten vermittelt, welcher letztere eben nicht altdeutsch, und auch nicht gothisch oder angelsächsisch verstand. Noch immer ist diese steinerne Räthselnuß zu knacken. Bonifacius-Pfennige Da der heilige Bonifacius in das Land an der Unstrut kam, wo er gar manche Kirche erbaute und einweihete, und die Bewohner dieses Landes zum Christenthume bekehrte, da half er auch den Thüringern durch sein Gebet zum/ Siege gegen die grausamen Hunnen, und wurden deren von den Thüringern so viele erschlagen, daß die ganze Unstrut sich als ein Blutstrom zeigte. Darauf ließ sich zahlloses Volk taufen und bekannte sich zur Lehre Christi; Einzelne jedoch blieben Heiden, wie es deren mitten im Schoose des Christenthums stets gegeben hat und noch immer giebt, selbst wenn sie getauft sein sollten – die wollten von dem Bekehrer wirkliches Brot, nicht das Brot des Heils, wirkliches Gold, nicht das Gold der guten Lehren, und da der fromme Mann trotz seiner wunderthätigen Kraft solches nicht spenden konnte, weil es ihm daran selbst gebrach, so warfen einstmals etliche dieser Heiden mit Steinen nach dem thüringischen Apostel. Darauf verwünschte derselbe in einer Anwandlung von Zorn alles Gold und Geld der Thüringer in Stein, und alsbald wurde jeder Pfennig zu einer Linse, deren findet man noch heute an der Sachsenburg, und an der Arnsburg über Seega, und auf der Hainleite besonders auf dem Gipfel, welcher der Bonifacius-Berg genannt wird, und die kleinen rundlichen Steine werden noch immer Bonifaciuspfennige genannt. Bonifacius kommt an die Ohra Der Heidenbekehrer Bonifacius nahm seinen Zug aus Hessen zum zweiten Mal in das Thüringer Land; dort hatte er die Donnereiche bei Hofgeismar gefällt, im Eichsfeld das Bild des Götzen Stuffo zerstört, und den Dienst des Biel, der Ostara, Lahra und Jecha ausgerottet; nun gelangte er in die Gegend an der Ohra und predigte auch hier das Christenthum. Die Sage nennt zwei reiche Dynasten des Landes, Herrn Haug oder Hugo, einen Grafen von Käfernburg, und einen Ritter Albolt, die zu den ersten seiner Neubekehrten gehörten. Sie schenkten ihm ein großes Theil/ vom Land, und er blieb längere Zeit daselbst, lehrte und taufte und bekehrte viele Heiden. Eines Abends übernachtete er unter einem Gezelte am Ufer der Ohra, da erblickte er plötzlich eine überirdische Helle, der Himmel öffnete sich, und es floß ein wunderbarer Lichtstrom herab. In diesem großen Glanze, der alles ringsum erleuchtete, erschien der Erzengel Michael, sprach dem frommen Mann Muth ein zur Verfolgung seines heiligen Werkes und stärkte ihn zum unerschütterlichen Glauben. Als es Tag geworden war, brachte Bonifacius dem Herrn für dieses Gesicht sein Dankgebet und fromme Gelübde dar. Ein Adler speist den Bonifacius Es geschah, daß Bonifacius seinem Diener gebot, Speise zuzurichten, und dieser kleinmüthig klagte, wie der ganze Vorrath aufgezehrt sei, und er nicht wisse, woher etwas zu bekommen. Dem antwortete der Fromme: Lieber, meinst Du, daß der, welcher in der Wüste ein ganzes Volk vierzig Jahre lang mit dem Brode des Himmels speiste, nicht auch mir und Dir Speise verleihen werde? Decke getrost den Tisch. Als Bonifacius so gesprochen und der Diener/ nach seinem Geheiß gethan, siehe, da schwebte ein Adler her, der hatte in seinem Schnabel einen starken Fisch und ließ den auf den Tisch fallen. Der fromme Mann prieß dankend den Herrn, ließ den Fisch zurichten, sättigte sich mit seinem Diener und ließ die Reste der Mahlzeit in die Ohra werfen. Der Erzengel St. Michael erscheint dem Bonifatius in Ohrdruf Bonifatius lag eines Nachts schlaflos in seinem Zelt am Ufer der Ohra. Ihn quälten schwere Sorgen. Die Thüringer hatten für seine Botschaft allenthalben taube Ohren. Zwar bekehrten sich selbst Adlige zum neuen Glauben, wie Graf Haug von Käfernburg und ein Ritter namens Albold. Von ihnen erfuhr er alle Unterstützung. Der Sinn des Volkes aber kann sich nicht in kurzer Zeit ändern. Treu hielt es an den alten Kulten fest. Da umgab den heiligen Mann plötzlich gleißende Helle. Die Himmel schienen sich zu öffnen.Vor ihm stand der Erzengel Michael und sprach ihm Mut zu. Anderntags ging Bonifatius mit neuem Eifer ans Werk. Dort, wo ihm der Bote Gottes erschienen war, ließ er ein Kloster bauen. Ein Vogel bringt dem Heiligen Bonifatius in Ohrdruf einen Fisch Das Leben in den wilden Forsten Thüringens war schwer. Eines Tages klagte einer seiner Getreuen, er wisse nicht mehr, woher er Nahrung nehmen solle. Bonifatius hieß ihn den Tisch decken und kniete zum Gebet nieder. Als er dies beendet hatte, schwebte ein Adler herbei. Im Schnabel trug er einen großen Fisch und legte ihn auf dem gedeckten Tisch nieder. Bonifatius ließ davon eine Mahlzeit zurichten. Den Rest vertraute er dem Ohrawasser an. Ein Rabe bringt einen Käse Ein anderes Mal musste er wiederum mit leerem Magen unter einer Linde nahe der Ohra predigen. Als er den Gottesdienst mit dem Segen abschloss, brachte ein Rabe im Schnabel einen Käse herbei. Am Ort dieses Wunders errichtete im Jahre 777 der Erzbischof Lullus die Kirche St. Peter und Paul. Bonifatius besänftigt die Raben Wenn Bonifatius predigte, war oftmals die andächtige Menge so groß, daß die Mauern eines Kirchleins sie nicht zu fassen vermochten. Dann fanden die Gottesdienste im Freien statt. Eines Tages konnten die Zuhörer kaum ein Wort der Predigt verstehen. Unzählige Raben, Krähen und Dohlen umflatterten das Heiligtum und vollführten einen wahrhaft teuflischen Lärm. Bonifatius hob die Hände und bat Gott darum, die Vogelscharen zu zerstreuen. Da flogen die Störenfriede davon und kamen nicht wieder, solange die Kapelle stand. Ludwig Bechstein Die Sanct Johannis-Kirche bei Altenberga Hoch oben auf dem Gipfel eines Berges erbaute Bonifacius die erste Kirche und weihte sie ein in die Ehre St. Johannis des Täufers. Unzähliges Volk strömte dorthin und vernahm aus dem Munde des Lehrers das göttliche Wort. Da geschah es oft, daß das Kirchlein die Menge nicht faßte, und Bonifacius im Freien predigen mußte, doch waren ihm ganze Schaaren von Raben, Dohlen und Krähen hinderlich, die auf dem umwaldeten Berggipfel sich versammelt hatten und allzulaut schrieen, so daß die Predigt nicht wohl vernommen werden konnte. Der Bischof, als er sich so gehemmt sah, erhob die Hände zum Himmel und rief Gott an, die Vögel zu zerstreuen. Und siehe, da hoben sich mit einem Male die Schaaren von dannen und kehrten nicht mehr auf den Berg zurück, so lange das Kirchlein oben stand, das nachmals öfter erweitert und erneuert wurde. Große Wallfahrten sind dorthin in den alten Zeiten geschehen. Ein dürrer Stab wird grün Bis in unsere Zeit standen im Pfarrgarten von Großvargula alte Ulmen. Nur ungern fällte man einen dieser Bäume. Sie sollten noch an Bonifatius erinnern. Karl der Große hatte in Vargula anstelle einer heidnischen Opferstätte ein Gotteshaus errichten lassen. Die Weihe übertrug er Winfried Bonifatius. Unzählige Menschen waren zu der Feier versammelt. Die meisten hatte die Neugier herbeigeführt. Nur wenige glaubten schon an Jesus Christus. Ein Teil betrachtete den Gottesmann sogar mit unverhohlenem Haß. Bevor der Missionar die Kapelle betrat, stieß er seinen Wanderstab in das Erdreich und vollzog dann das feierliche Zeremoniell der Weihe. Nach beschlossenem Gottesdienst fand Bonifatius den vorher dürren Stab begrünt. Ergriffen von diesem Wunder ließen sich zahlreiche Zuschauer auf der Stelle taufen. Bonifatius fällte in Geismar eine alte heilige Eiche. Das Holz nutze er, um eine kleine Kirche zu bauen. So blühte aus dem abgehauenen Baum neues Leben. So wird in den Sagen aus einem dürren Holz ein blühender Stab. 1065 Seitenaufrufe Diese Seite Bookmarken Weitere Artikeln zu diesen Thema 04.05.2007 Die drei Walküren - Das Wieland Lied 25.04.2007 Die Braupfanne auf dem Mühlberg bei Krossen 25.09.2006 Die Weiße Büffelfrau - Der Schöpfungsmythos der Lakota 06.08.2006 Die Bölersmännchen 06.08.2006 Die Zwerge der Kammerlöcher 06.08.2006 Der Riese Romeias von Villingen 05.08.2006 Riesenspielzeug 05.08.2006 Kümmelbrod 05.08.2006 Die Zwerge bei Naila 05.08.2006 Über die Wichtelmännchen - Zwerge im Werrathale |
yourcha® – Jobsuche war gestern, heute werden Sie gefundenDas neue Karriere- und Recruiting-Plattform stellt den Arbeitsmarkt auf den Kopf und kehrt den traditionellen Bewerbungsprozess um:Gleichanmelden + sich registrieren oder erst mehr Informieren und Video in größer anschauen |