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Rubrik: Sagen

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In Seeland am Ostmeer lebte einstmals der Riese Wate, der aus königlichem Geschlecht stammt, seine Mutter Waghilde aber war eine Meerfrau. Wate besaß drei starke Söhne. Die beiden älteren, Slagfider und Egil, wurden Krieger; Wieland, den jüngsten, aber tat der Vater in die Handwerkslehre, damit er ein tüchtiger Schmied werde. Mime, der berühmte Meister in Nordland, unterwies den geschickten Knaben drei Jahre, und nachdem Wieland lange bei kunstfertigen Zwergen gearbeitet hatte, galt er im Lande als ein unübertrefflicher Meister seines Handwerks.



In Tauchlitz brannte eines Tages das Brauhaus nieder, dabei zerschmolz die kupferne Braupfanne. In der kleinen Gemeinde konnte nun nicht mehr gebraut werden. Wollten die Tauchlitzer Bier trinken, so mussten sie sich’s vom benachbarten Krossen holen. Doch das gefiel ihnen nicht, und sie sannen darüber nach, wie sie wohl wieder eine Braupfanne bekommen könnten. Geld, eine neue zu kaufen, hatten sie leider nicht. Da stieg der Gemeindeschulze in einer hellen Mondscheinnacht den steilen Weg zum Mühlberg hinaus. Am Rande des Guckloches (ehemaliges Burgverlies) sah er ein wunderliches Männlein hocken.


Aus alten Überlieferungen wußte man folgendes zu berichten:
Auf den buntfarbigen Felsen im Meere, welches man Hilligen Land nannte, befanden sich die Königshäuser mit goldenem Dache und die Häuser der Fresana der weisesten Seherin der Friesen. Den weiten Hafen erfüllte emsiges Getriebe, und auf dem Felsen erstreckten sich Tempelanlagen. Dort lebten die Könige von Hilligen Land und Fresana.


Vor vielen Generationen, als die Lakota noch an dem See weit im Osten lebten, hatten sie einen schrecklich strengen Winter. Der Schnee lag hoch, und die Flüsse waren bis auf den Grund gefroren. Jeden Tag hörte man das scharfe Krachen der Bäume, wenn der Frost an ihren Herzen nagte, und in der Nacht reichten die hoch aufgeschichteten Felle und die lodernden Feuer in den Tipis kaum aus, um die Kälte zu vertreiben.


An einer Felswand, da, wo das Götzenthal und das Jonasthal in einander übergehen, ist ein Bergloch, das zugleich ein Zwergloch ist. Man nennt es das „Bölersloch"; ein Volk gutartiger Zwerge, die Bölersmännchen, wohnte darin, und gehorchte einem Könige, des Namens Böler. Bei diesem so ungewöhnlichen Zwergnamen könnte man sich fast versucht fühlen, an den Bölverker der Eddadichtung zu denken, der ein Bergloch bohrte, in das er, verwandelt in einen Wurm, einschlüpfte, und der kein anderer war, als Odin selbst – wenn es überhaupt denkbar wäre, daß ein früher Nachhall der Eddamythe sich bis in diese Gegend verloren hätte.


Zur Linken des idyllisch-friedlichen Wiesenthales, in welchem das Dorf Angelrode, eine Stunde aufwärts über dem Städtchen Plaue liegt, und durch das die Gera sich schlängelt, rauscht ein Bergwald, das Kirchenholz, der Berg selbst ist der Weissenberg geheißen. Fast immer ist diese Benennung von mythischem Anklang und stammt ab vom uralten „wiht", (unseliger Geist,) daher Wichtlein, daher auch die Witgensteine, Wizzenhöhlen u.s.w. Dort soll, so geht die Sage, vor Zeiten ein altes Schloß gestanden haben, allein dasselbe scheint spurlos verschwunden zu sein, und Niemand weiß mit Gewißheit dessen Stätte zu bezeichnen.


Vor mehr als fünfhundert Jahren lebte in Villingen im Schwarzwald ein Mann von riesenhafter Größe und Stärke namens Romeias, dessen Eltern durchaus nicht über das gewöhnliche Menschenmaß reichten. Wenn Romeias durch die Stadt schritt, konnte er in den zweiten Stock der Häuser sehen. Die drei langen Pfauenfedern, die er auf dem Hut trug, ließen ihn noch größer erscheinen.

Riesenspielzeug [05.08.2006]

Wenn man den Wirrbach, der bald über bemooste Schieferblöcke rauscht, bald klare Wasserbecken bildet, und nebenbei die köstlichsten Forellen beherbergt, überschritten hat, steht man am Fuße der mächtigen Hünenkoppe, deren Felswände von trauriggrünem Taxus und schlanken Tannen bewachsen sind. Hoch auf dem Gipfel, zu dem ein bequemer Weg gebahnt worden ist, eröffnet sich eine herrliche Aussicht. 

Kümmelbrod [05.08.2006]

Im Schallholz, eine Viertelstunde westlich Merkendorf, ohnweit Zeulenrode, hasuten ebenfalls Holzmännel und Holzweibel; sie waren den Leuten sehr gerne behülflich und dienstbar, insonderheit beim Heumachen, doch waren sie nicht blöde, und nahmen nicht selten ungefragt Klöse aus den Töpfen und Brode aus den Oefen. Das war endlich den Merkendorfer Leuten nicht recht, sie sannen/ darauf, diese unlieben Gäste los zu werden, und wendeten die dazu dienlichen Mittel an.


Vom Fichtelgebirge, an dessen höchstem Bergkopfe die thüringische Saale entspringt, ziehen und schweben die Schleier der Sage nach dem nahen Frankenwalde herüber, und lassen sich auf thüringischem Boden nieder. Der „Nachtjäger", der im Butzenreuth, im Zeitelmoos und anderen Forsten dieser Gebirge rumort, streift mit dem Heere seiner Butzen (Pötze, Pütze, Pöpel, Popanze) auch auf dem Frankenwald, und wird auf dreibeinigem Rosse reitend, von Jagdhunden umkläfft, stetig jagend erblickt. Und wie fast überall da, wo auch nur noch Spuren sagenhafter Ueberlieferung vom wüthenden Heere und wilden Jäger anzutreffen sind, die Zwergensage auftritt, so auch in diesen Gründen. 

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