Bundesregierung wird Klimaschutz-Ziel kaum erreichen
[05.12.2007] Tschimpke: Potenziale bei Erneuerbaren Energien und Verkehr nicht ausgeschöpft
Berlin - Der NABU hat das am heutigen Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedete Klima- und Energiepaket als ersten, aber unzureichenden Schritt zur Verringerung der Treibhausgase kritisiert. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 die Kohlendioxidemissionen um 40 Prozent zu mindern, um einen wesentlichen Beitrag Deutschlands zum Klimaschutz zu leisten.
Selbst mit dem ursprünglich ambitionierteren Entwurf waren jedoch bei wohlwollender Rechnung bis 2020 nur Einsparungen bei Kohlendioxid bis zu 36 Prozent möglich. *Wir sehen das Paket als Startpunkt, von dem aus die Bundesregierung in Zukunft noch weitere bedeutende Schritte in Richtung Klimaschutz machen muss“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Insbesondere das Wirtschafts- sowie das Verkehrs- und Bauministerium hatten in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder daran gearbeitet, das Paket aufzuweichen. *Einige Ressorts haben die Gefahren des Klimawandels offenbar noch nicht begriffen. Die Maßnahmen im Verkehrsbereich sind noch nicht einmal gut gemeint, geschweige denn gut gemacht“, kritisierte Tschimpke. An ein Tempolimit und die Streichung der Privilegien im Flugverkehr sei nicht einmal ansatzweise gedacht worden. Mit der Erhöhung des Biospritanteils auf 20 Prozent bis 2020 versuche die Bundesregierung offensichtlich Defizite bei der Effizienzsteigerung von Autos zu kaschieren.
Vor allem im Bereich der Erneuerbaren Energien sieht der NABU deutliche Schwächen. Tschimpke: *Dass die Bundesregierung beim Einsatz von Erneuerbaren Energien zu Heizzwecken nach dem ersten Schritt stehen bleibt und keine Mindestquoten auch für den Altbau festlegt, hilft dem Klima wenig.“ Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung ist ferner zu befürchten, dass falsche Anreize gesetzt werden. *Der intensive Anbau von Raps und Mais zu energetischen Zwecken leistet oft nur geringe Beiträge zum Klimaschutz, hat aber deutlich negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt“, betonte Tschimpke.
Für Rückfragen:
Jan Strohschein, NABU-Energieexperte, Tel. 030-284984-1610 und Dietmar Oeliger, NABU-Verkehrsexperte, Tel. 030-284984-1613.
Im Internet zu finden unter www.NABU.de
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