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Rubrik: Organraub

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Pekings Ground Zero - Von Chinas Organraub an politischen Gefangenen - Von Ethan Gutmann

[14.12.2011] Geschäft mit Organen massenhaft zielgerichtet an Gefangenen. Mittäter von Ärtzten packen aus und berichten von spektakulären Organaräubereien chinesischer korrupter Beamter und Miltärs. Sie berichten was sie selbst taten, was sie erlebt haben, wie sie getäuscht und praktisch volksverdummt wurden. Wer diesen Bericht liest beginnt von nun an anders darüber zudenken.
Schlimm genug wird es für die Empfänger, wenn sie bemerken, das sie sich selbst verändern und an sich feststellen, dass sie nicht mehr sie selbst sind.

Der Xinjiang Report

Pekings Ground Zero

Von Chinas Organraub an politischen Gefangenen


Von Ethan Gutmann


Um einen Eindruck von den heutigen Verhältnissen zu bekommen, muss man manchmal ein ganzes Jahrzehnt, manchmal auch mehrere Jahrzehnte in die Vergangenheit zurück blicken.
Gary Locke


Anmerkung des Übersetzers zu Gary Locke - He is Star in China as First U.S. ambassador of Chinese ancestry)
www.washingtonpost.com

An dem leicht bewölkten Herbsttag des Jahres 1991 hätten auf einer Anhöhe nahe der Stadt Guangzhou erste Hinweise bemerkt werden können. Ein kleines medizinisches Team der Sun Yatsen medizinischen Universität, begleitet vom einem jungen Arzt, der gerade seine Praxis in der Inneren Medizin begonnen hatte, fuhr in einem zum chirurgischen Krankenwagen umgebauten Lieferwagen. Am Ende einer Strecke auf grob planierter Erde stießen sie auf eine kleine Flotte ähnlich hergerichteter Fahrzeuge: Alle sauber, außen weiß mit Milchglasfenstern, an den Seiten gut sichtbar das Rote Kreuz. Polizisten befahlen den Medizinteams, zu ihrer Sicherheit im Fahrzeug zu bleiben. In der Tat, ein Blick aus dem Seitenfenster auf die teils frisch ausgehoben, teils gerade aufgefüllten Gräber Reihen legte die Vermutung nahe, dass die Anhöhe schon seit Jahren als Ort für Tötungen verwendet wurde.
36 geplante Hinrichtungen erzeugten 72 Nieren und Augenhornhäute, die auf die regionalen Krankenhäuser aufgeteilt wurden. Die Chirurgen eines jeden Vans waren gewohnt schnell zu arbeiten: 15 bis 30 Minuten Zeit für die Extraktionen. Inklusiv Rückfahrt zum Krankenhaus konnte in sechs Stunden transplantiert werden. Nichts besonderes dabei, nichts Experimentelles, es bestand nur die Gefahr, dass das Herz durch den Schuss doch getroffen wird.
Die Beschleunigung des Wissens in der chinesischen Medizin ermöglichte, dass die Organe der Hingerichteten nicht mehr wie vor zehn Jahren als Abfall behandelt wurden. Dabei war es der Öffentlichkeit weithin unbekannt, dass an den chinesischen medizinischen Fakultäten gelehrt wurde, dass viele der bösartigen Kriminellen freiwillig bereit seien, ihre Organe als Tat letzter Reue zu spenden.
Unmittelbar nachdem die ersten Schüssen verhallten wurde die Tür des Vans von außen aufgestoßen. Zwei Männer, mit weißen Chirurgie Kitteln über ihren Uniformen, schleppten einen Körper herbei, dessen Kopf und Füße noch etwas zuckten. Der junge Arzt registrierte, dass die Wunde erwartungsgemäß auf der rechten Körperhälfte lag. Als Körper Nr. 3 im Van lag, begann seine Arbeit.
Männlich, 40 Jahre, Han Chinese. Während diverse Organe für den Weiterkauf am lukrativen Markt mit Ausländern vorgesehen waren, hatte der Arzt anhand der medizinischen Dokumentation festgestellt, dass die Nieren passten für einen bestimmten 50-jährigen. Ohne diese Transplantation war der Mann dem Tod geweiht, mit ihr würde der gleiche Mann wie durch ein Wunder von seinem Krankenbett aufstehen und in den nächsten gut 25 Jahren ein normales Leben führen. Angesichts Chinas pharmakologischen Fortschritts der Mittel gegen die Fremdgewebe Abstoßung könnten bis 2016 theoretisch sogar noch Leber, Lungen oder sein Herz transplantiert werden und dem Mann auf diese Weise weitere 10 bis 15 Lebensjahre verschaffen.


Abgesehen von der ärgerlichen violetten Linie am Hals hatte Körper Nr. 3 keine besonderen Merkmale. Forensik war dem Arzt geläufig. Mitunter wollte die Polizei verhindern, dass ein Gefangener vor Gericht Aussagen macht und strangulierte dessen Kehle zu diesem Zweck mit einer Draht schlinge. Mit seiner Art methodischen Denkens vermutete der Arzt, dass die Polizei Gefangene sicher deswegen vom Sprechen abhielt, da sie mitunter geistig verwirrte Mörder, Schläger oder psychisch instabil wären.
Schließlich bedeutete das System des chinesischen Strafvollzugs, das wie das Mahlwerk einer Wurstmaschine arbeitete, dass Tag für Tag im großen Maßstab Exekutionen schwerst Krimineller durch geführt wurden. Nun wusste der Arzt wohl, dass das Ernten war falsch. Welche Verbrechen auch immer begangen worden waren, es wäre besser, wenn der Körper des Gefangenen seine letzte Ruhe bekommen würde. Doch war seine Arbeit als Chirurg eigentlich unterschiedlich zu der des Geburtshelfers? Bedeutete das Ernten nicht Wiedergeburt, hieß Ernten nicht Fortschritt für das Leben wie Antibiotika und Steroide auch. Oder, er gedanklich inne, war es so, dass sie diesen Mann nicht sprechen lassen wollten, weil er zu den politischen Gefangenen gehörte?
An einem sicheren Ort in Europa und neunzehn Jahre später bringt der Arzt das Puzzle zusammen. Mich hat er darum gebeten, seine Identität nicht zu verschweigen. Die zuständigen chinesischen medizinischen Behörden räumten ein, dass der Löwenanteil transplantierter Organe von Hingerichteten stamme, aber kein Arzt aus China, auch nicht wenn er sich schon im Exil aufhält, würde normalerweise über diese Operationen reden. Denn das hätte die internationalen medizinischen Gremien auf ein lieber unter den Teppich gekehrtes Problem aufmerksam gemacht . Denn nicht die steigende Exekutionsrate oder die Ausbeutung der Organe von Kriminellen allein würden kritisiert, sondern die systematischen Eliminierung von religiösen oder politischen motivierten Gefangen in China stünde darüber hinaus im Mittelpunkt. Doch obwohl auch dieser Arzt Folgen für seine Familie und seine Karriere seitens des aufs Peinlichste überführten Chinas befürchten musste, zeigte er keine Angst. Er gehörte zur indigenen Volksgruppe der Uiguren.
Jeder uigurische Zeuge innerhalb des Polizei-, Medizin- oder Sicherheitspersonals, mit dem ich auf zwei Kontinenten im Lauf der letzten zwei Jahre zusammen traf, trug mir, oft mit stockender Übersetzung und bruchstückhaft, weitere Information zu. Stets war Ihnen die Gefahr für Karriere, Familie und in einigen Fällen auch für ihr eigenes Leben bewusst. Ihre Aussagen enthüllen sowohl welche Verfahren in Folge der medizinische Nachfrage an lebenden Organen entwickelt wurden, als auch die Entstehungsgeschichte noch beträchtlicher Gräueltaten.

'Hinter verschlossenen Türen', ist die Bezeichnung der Uiguren für ihre eigene Region die im äußersten Nordwesten Chinas liegt. Das Gebiet hat Grenzen zu Indien, Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan, Kirgistan, Kasachstan und der Mongolei. Die Uiguren gehören zur türkischen Ethnie, nicht zur ostasiatischen. Es sind überwiegend Moslems mit wenigen eingestreuten Christen. Ihre Sprache ist eher in Taschkent als in Peking zu verstehen. Pekings Name für die sogenannte autonome Region Xinjiang bedeutet wörtlich übersetzt 'Neue Grenzen'. Im Jahr 1949, als Mao das Gebiet besetzte, stellen die Han Chinesen gerade mal sieben Prozent der regionalen Bevölkerung. Nach Einreise Fluten des Kommunistischen Partei Apparats, den Soldaten und Kaufleuten sowie den Bautrupps, stellten Han Chinesen die Mehrheit im Land. Die Partei rechnete sich aus, dass Xinjiang Mitte bis Ende des Jahrhunderts einen Spitzenplatz bei der Öl- und Erdgasproduktion einnehmen solle.

Zum Schutz von Investitionen stellte Peking traditionell sämtliche uigurischen Nationalisten, also sowohl gewaltbereite Rebellen als auch nicht gewalttätige Aktivisten in gleicher Weise als Handlanger des CIA dar. Kurz nach 9/11 entschwand diese Verschwörungstheorie in einer ausgeprägten Erinnerungslücke. Plötzlich war China, und war es schon immer, im Krieg gegen al-Quaida geführte uigurische Terroristen. Unbenommen des offensichtlich aus opportunistischen Gründen vollzogenen Wechsels, betrachtete der US amerikanische Geheimdienst dies als begrüßenswerte Öffnung zur chinesische Zusammenarbeit beim Krieg gegen den Terror und signalisierten seine Zustimmung indem chinesischen Beamten der Staatssicherheit erlaubt wurde, uigurische Gefangene in Guantanamo zu verhören.


Während es schwierig war, genauere Erkenntnisse zu darüber erlangen, wie schwerwiegend die Vorwürfe von Verbindungen der Gefangenen zu al-Quaida waren, blieb Tatsache, dass in den 1990er Jahren, als China Trainingscamps uigurischer Rebellen nach Kasachstan und Pakistan verrieb, einige Uiguren auch nach Afghanistan flohen und dort zu Taliban Kämpfern wurden. Während die chinesische Regierung behauptete, die Uiguren stellten ein fundamental-islamistisches Problem, habe ich nicht eine einzige uigurische Frau getroffen, die etwas dagegen gehabt hätte, mir Hand zu schütteln und auch keinen uigurischen Mann, der nicht bereit zu einem Drink gewesen war. Mein jüdisch klingender Nachname war ebenfalls für niemand auffällig. In einer dieser in-vino veritas Sitzungen fragte ich mal einen lokalen Uiguren Führer, ob er von Gruppe 'Islamische Human Rights Kommission' Unterstützung anfordern könne. Die Angehörigen dieser islamischen Organisation habe ich während meines kurzen Abstechers in deren Londoner Büro getroffen. Dort zuckten verschleierte Frauen ihre Hand weg, wenn sich eine männlich Hand näherte, Drinks waren streng verboten, und mein jüdischer Nachname war dort in der Tat eine bemerkenswerte Sache. „Nutzlos!“, schnaubte mein Gegenüber und wandte sich seiner Wodka Flasche zu.
Die Anerkennung der Pekinger Terroristenliste durch Washington in der Absicht, Reformen in China zu fördern, spielte also direkt in die Hände der Partei.
Xinjiang diente der Partei schon seit langer Zeit als illegales Versuchslabor. Angefangen bei den oberirdischen Atomtests in Lop Nur in der Mitte der sechziger Jahre, den ein deutlicher Anstieg der Krebsrate in Xinjiangs Hauptstadt Urumqi folgte, bis zur neueren Zeit mit der Errichtung des weltweit größten Arbeitslagers in der Tarim Wüste, wo geschätzte 50.000 Schwerst kriminelle zusammen mit Falun Gong Praktizierenden interniert waren. Mit dem ersten Ernten von Organen politischer Gefangene entstand in Xinjiang Chinas Ground Zero.

1989 kurz nach seinem zwanzigstem Geburtstag schloss Nijat Abdureyimu die Ausbildung in der Polizeischule von Xinjiang ab und wurde einem speziellen Regiment des Büros für öffentliche Sicherheit von Urumqi zugewiesen. Er war einer der ersten Uiguren in der chinesischen Einheit, deren Aufgabe die 'soziale Sicherheit' war, die in erster Linie aber Bedrohungen für die Partei zu unterdrücken hatte. Nijat wurde dort vor allem bei Verhören in aufsehenerregenden Fällen als der gute Cop eingesetzt. Als ich Nijat zum ersten Mal in einem überfüllten Flüchtlingslager in Rom traf, war er dürr, wirkte depressiv und wachsam zugleich.

Nijat war bewusst, dass er unter ständiger Überwachung seiner chinesischen Kollegen stand. Doch er entsprach dem gern gesehenen Bild eines jüngeren Bruders, den man wegen seines arglosen Lächelns gerne mag. So konnte Nijat bis 1994 in alle von der Regierung geheim gehaltene Bastionen vordringen, die Haftanstalten, die Befragungsräume und die Hinrichtungsstätten. Auf dem Weg dorthin erlebte er ein gerüttelt Maß Folterungen, Hinrichtungen und auch ein Vergewaltigung. Neugierig und teils aus beruflichem Interesse, fragte er einen chinesischen Polizisten, warum er denn kopfschüttelnd von einer Hinrichtung zurück kehrte. Laut diesem Kollegen war eine ganz normale Hinrichtung, unbrauchbare Körper kamen in den Graben, die Brauchbaren waren zur Ernte in die Lieferwagen gebracht worden. Doch dann habe plötzlich jemand im Lieferwagen laut geschrien.
„Wie, jemand war noch am Leben?“ Nijat erinnerte seine Fragen. „Welche Art Schreie war das denn?“
„Wie aus der Hölle.“
Nijat zog die Schultern hoch. Immerhin hatte das Regime reichlich mit Schlamperei umzugehen.
Monate später mussten drei zum Tode verurteile Gefangene von der Haft zur Exekution transportiert werden. Es befand sich auch ein sehr jungen Mann darunter, zu dem war Nijat etwas freundlicher als üblich. Als er an ihm vorbei kam, wandte er sich mit weit aufgerissenen Augen an Nijat und fragte: „Wozu haben sie mir eine Spritze gegeben?“


Nicht Nijat hatte die Spritze injiziert, sondern der leitende Arzt. Die Szene war vom Arzt und einigen Beamten beobachtet worden, so log Nijat: „Damit du nicht so viel Schmerzen bei der Exekution erleidest.“
Der junge Mann lächelte dünn, aber Nijat spürte, dass er diesen Blick niemals mehr vergessen könnte. Dann wartete er mit seinen brennenden Fragen an den Chefarzt ab, bis die Exekutionen beendet waren:
„Wozu gaben sie ihm die Spritze?“
„Hör zu, Nijat, wenn du zu einer anderen Sektion wechseln kannst, dann nimm die Gelegenheit unbedingt wahr und zwar, je eher desto besser.“
„Was hat zu bedeuten? Welches Medikament haben sie injiziert, Doktor?“

„Nijat, hast du irgendeinen Glauben?“
„Ja und sie?“
"Es war ein gerinnungshemmendes Mittel (Anticoagulant), Nijat. Und wir sehen uns dafür sicher alle in der Hölle wieder."

Mein erstes Treffen mit Enver Tohti, einem Buddha von Mensch mit weicher Stimme, kam über das informelle Uiguren Netzwerk in London zustande. Ich gestehe, mein erster Eindruck von ihm war, er sei wohl auch nur einer der vielen Emigranten aus den Sozialwohnungen. Doch Enver verbarg ein Geheimnis.

Seine Geschichte begann an einem Dienstag im Juni 1995. Da war er als Chirurg in einem Krankenhaus von Urumqi beschäftigt. Enver erinnerte sich an das Gespräch mit seinem unmittelbaren Vorgesetzten, dem Chefarzt: "Enver, wir haben etwas Ungewöhnliches zu tun. Hatten sie jemals auf einem offenem Feld operiert?“

„Nicht wirklich. Was gibt es zu tun?“
„Stellen sie ein mobiles Team zusammen und fordern sie auch einen Krankenwagen an. Sie sollen alle morgen früh neun Uhr hier vor der Tür erscheinen.“
Am nächsten Tag, einem wolkenlosen Mittwoch, folgte Enver mit zwei Assistenten und einem Anästhesisten dem Chefarzt im bereit gestellten Krankenwagen. Sie verließen Urumqi in Richtung Westen. Im Krankenwagen herrschte eine heiterer Ausflugsstimmung bis sie merkten, dass sie den Polizeibezirk West-Mounten erreichten, ein Bezirk, spezialisiert auf Exekutionen der politischen Dissidenten. Nachdem die Wagen an einem steile Hügel anhielten anhielten, öffnete der Chefarzt die Tür und wandte sich an Enver und sagte: „Wenn der Schuss vorbei ist, kommen sie um den Hügel herum gefahren.“
„Können sie uns nicht erklären, was wir hier machen sollen?“
„Enver, wenn sie das nicht wissen wollen, dann fragen sie am besten auch nicht.“
„Ich will es aber schon wissen.“
„Nein, nein, das wollen sie nicht.“
Der Chefarzt warf ihm einen kurzen ernsten Blick zu und ging zu seinem Wagen zurück.
Enver war sich sicher, dass sich hinter dem Hügel eine Art Polizeianlage befinden musste. Es liefen Leute umher, Zivilisten. Mit leicht ironischem Unterton meinte Enver zu seinem Team: „Das sind wohl Angehörige, die warten, bis ihnen die Körper ihrer Familienmitglieder übergeben werden und für die Munition bezahlen dürfen.“ Das Team quittierte die Bemerkung mit überdrehter Heiterkeit, um ihre Anspannung zu überspielen. Das Gewehrfeuer kam, wahrscheinlich eine Salve, und sie fuhren herum.


Gespannt und konzentriert darauf, keine abrupten Manöver zu fahren, folgten sie dem Wagen des Chefarztes, so dass Enver keinen Blick für die Umgebung hatte. Was er schließlich zu sehen bekam, waren zehn bis zwanzig Leichen am Fuß des Hügels. Als der bewaffnete Polizist die Ambulanzwagen sah, winkte er
„Dieser hier. Das ist derjenige.“
Auf dem blutgetränkten Boden lag ausgestreckt ein etwa 30 jähriger Mann in navy blauem Overall.
Er trug im Gegensatz zu anderen Hingerichteten, deren Schädel kahl rasiert waren, noch lange Haare.
„Der hier ist ist. Ihn werden wir operieren.“
„Was operieren wir ihn?“, protestierte Enver und griff an die Halsschlagader des Mannes. „So , sagen sie schon, er ist doch tot.“
Jetzt erstarrte Enver und korrigierte sich zögerlich: „Nein, er ist doch nicht tot.“
„So operiert ihn schnell und beeilt euch. Entfernt seine Leber und seine Nieren, nun macht schon!“
Nach dieser Anweisung verluden sie den Körper in den Krankenwagen. Enver begann mit dem mechanischen Ablauf: Kleider vom Leib schneiden, Extremitäten auf dem OP-Tisch fest schnallen, Rumpf öffnen. Wie bei einer ganz normalen Operation fing er zuerst mit der Sterilisation an, minimaler Exposition und Skizze des Schnittes. Dann warf Enver einen fragenden Blick zum Chefarzt. „Keine Anästhesie“, war die Antwort, „lebenserhaltenden Maßnahmen auch nicht.“
Mit den Armen vor der Brust verschränkt gleicht der Anästhesist einem ignoranten Bauer, dachte Enver und bellte ihn an: „Warum hilfst du nicht mal?“
„Was sollte ich deiner Meinung nach denn tun, Enver? Er ist doch bewusstlos. Wenn du ihn aufschneidest wird er nicht reagieren.“
Aber es gab doch eine Reaktion. Als Envers Skalpell ein tauchte, verkrampfte die Brust des Mannes und rollte sodann wieder aus. Envers Nerven lagen blank. Er wandte sich an den Chefarzt: „Wie weit soll ich schneiden?“
„Sie schneiden so weit und tief als möglich. Vergessen sie nicht, wir arbeiten gegen die Zeit.“
Also beeilte sich Enver, hielt sich nicht mit Klammern auf, sondern machte Einschnitte mit der rechten, das Muskel- und Weichgewebe mit der linken Hand beiseite schiebend, schnitt langsam weiter hinunter, darauf bedacht, nicht Nieren und Leber zu beschädigen. Beim groben Zunähen des Körpers, da sich diese Arbeit für die Innenseite des Körpers erübrigte, spürte Enver deutlich, dass dieser Mann noch am Leben war. Ich bin soeben zum Mörder geworden, innerlich weinte Enver bitter. Mit der Vorstellung, auch ein Mörder würde es vermeiden, sein Opfer nochmals anzuschauen, vermied auch Enver den letzten Blick auf das Gesicht des jungen Mannes.
Schweigend fuhr das Team nach Urumqi zurück.
Am darauf folgenden Donnerstag sprach ihn der Chefarzt darauf an: „Gestern, Enver, hat es doch nichts besonderes gegeben. War alles ganz normal, gleich allen anderen Tagen, nicht wahr?“
Enver bejahte, brauchte aber viele Jahre um zu verinnerlichen, dass lebendige Organe eben geringere Abstoßungsreaktion im Wirtskörper hervorrufen und dass das Geschoss, das im Körper einschlug, wie eine Art magisches Anästhetikum wirkte. Hatte er außerdem nicht alles getan was in seiner Macht stand und den Körper für die Familie ordentlich wieder zu genäht. Es mussten 15 weitere Jahre vergehen, bis Enver klar wurde, und die diesem Mittwoch mit anderen Augen sah.

Ähnliches galt für Ninjat, nur dauerte es bei ihm nicht bis 1996 bis er zur Einsicht kam.
Um Mitternacht, als in den Zellenblöcken die Lichter längst ausgegangen waren, befand sich Nijat zusammen mit dem medizinischen Direktor im Verwaltungstrakt des Haftkomplexes. In einer Gesprächspause fragte ihn der medizinische Direktor mit einem etwas merkwürdigen Unterton, ob er glaube, dass es an diesem Ort spuke.


„Nachts ist es vielleicht schon ein bisschen gruselig“, antwortete Nijat. „Aber wie kommen sie darauf?“
„Weil hier zu viele Menschen getötet wurden. Und alle mit falschen Begründungen.“
Nun schloss sich der Kreis für Nijat. Das Antikoagulant. Die erlesenen Mahlzeiten für das Regiment, nach den Ausflügen zur Exekutionen. Dann die Agenten in Zivil, die in den Gefängniszellen die Gefangen zur Unterzeichnung von Dokument überredeten, durch das sie ihr Einverständnis gaben, ihre Organe dem Staat zu spenden. Nun bestätigte der medizinische Direktor das Verfahren. Die unterschriebenen Erklärungen waren ja auch echt, nur das sie nicht die Information enthielten, dass der Spender bei der Entnahme noch lebte.
„Nijat, wir sind alle reif für die Hölle.“
Nijat nickte und nahm einen Schluck aus seiner Bierflasche. Er gab sich keine Mühe mehr sein beliebtes Lächeln auf zu setzten.
Es war der 2.Februar 1997 als Bahtiyar Shemshidin sich fragte, ob er eigentlich nur dem Namen nach noch Polizist war. Zwei Jahre zuvor war er vom chinesischen Büro für öffentliche Sicherheit der im äußersten Westen Xinjiangs gelegenen Stadt Ghulja rekrutiert worden. Er war der Division für die Drogenbekämpfung zugeteilt worden. Der großgewachsene und gut aussehende Bahtiyar strahlte unter den Uiguren eine natürliche Autorität aus, prädestiniert dafür, seinen Weg zu machen, gut und gern bis Kanada, in die Freiheit eben. Er konnte sich gut und leicht an seine idealistische Anfangs Einstellung entsinnen. Damals, ehe er als Kollaborateur Chinas betrachtet wurde, empfand sich Bahtiyar noch als Ansprechpartner und Vermittler bei Problemen.
Die sich seit mehreren Jahren schleichend ausbreitende Heroinsucht in der Gegend von Ghulja, schlug unter den jungen Uiguren zu wie eine mittelalterliche Epidemie. Durch seine Innenansichten des Machtapparates erkannte Bahtiyar rasch, dass der chinesische Heroin Handel von den Behörden eher geschützt als bekämpft, wenn nicht sogar gefördert wurde. Bereits seine Rekrutierung enthielt einem Etikettenschwindel. Anstatt ihn nämlich nach Drogenhändlern Ausschau halten zu lassen, befahlen ihm seine chinesischen Vorgesetzten, gegen die Meshrep, eine traditionelle muslimische Gruppierung zu ermitteln. Eine Gruppe, die sich vor allem für die Förderung von sauberen Wohnungen, Sport, uigurischer Musik und -Tanz einsetzte. Als die Meshrep gleich einem Heilpflänzchen für die Opium Invasion auf blühte, sahen die chinesischen Behörden darin einen verschleierten Angriff auf den chinesischen Staat.
Anfang Januar 1997, am Vorabend des Monats Ramadan wurde der gesamten Polizei von Ghulja, Uiguren wie Chinesen, befohlen, ihre Waffen zur Inspektion ab zu geben. Nach ungefähr einem Monat wurden sie wieder ausgeteilt. Nur Bahtiyar bekam seine Waffe nicht mehr zurück. Seine Nachfrage beim zuständigen chinesischen Bürokrat wurde mit den Worten beantwortet: „Deine Waffe hatte ein Problem“.
„Wann wird das Problem behoben sein?“
Der Bürokrat zuckte die Schulter und warf einen Blick auf eine Liste. Danach bestand seine Antwort nur aus einem sturen Blick, der zu bedeuten schien: Bahtiyar, es ist jetzt Zeit für dich zu gehen. Am Ende des Tages wusste Bahtiyar, jeder chinesische Polizist hatte seine Pistole zurück bekommen. Aber die Waffen der uigurischen Polizisten hatten alle ein Problem
Drei Tage später verstand Bahtiyar den Grund dafür. Am 5.Februar versammelten sich rund 1000 Uiguren im Zentrum Ghuljas. Tags zuvor waren von der chinesischen Polizei sechs Frauen aus der Meshrep Gruppe, alle samt muslimische Lehrerinnen verhaftet und, so wurde behauptet, im Polizei Gewahrsam schwer misshandelt. Um zu zeigen, dass sie unbewaffnet waren, trugen die demonstrierenden Männer ihre Wintermäntel nicht. Aber, ob nun geplant oder ungeplant, schoss die chinesische Polizei die Versammlung mit scharfer Munition zusammen.
Eine genaue Anzahl der Opfer dieses Ereignisses, das als der Ghulja Vorfall bekannt wurde, sind nicht belegbar. Bahtiyar erinnerte aber polizeiinterne Schätzungen,wonach von zirka 400 Toten die Rede war. Er selbst hatte von den Vorgängen nichts gesehen, da vorher der Befehl kam, alle uigurischen Polizisten müssten sich im örtlichen Gefängniskomplex einfinden, „um Gefangene zu verhören“. Also waren sie während des Ereignisses ohne Kontakt zur Außenwelt in der Anlage abgeschlossen. Bahtiyar nahm später Uiguren wahr, die in die Anlage getrieben wurden.

Nackt wurde sie in den Schnee gestoßen, einige darunter hatten blutende offenen Wunden, andere inneren Verletzungen. Die wichtigste uigurische Klinik in Ghulja war seinerzeit durch eine Maßnahme einer chinesischen Spezialeinheiten effektiv ihrer Funktionen beraubt worden. Eine Polizeieinheit verhaftete zehn Klinik Ärzte und zerstörte die Ambulanz. Da die Verhaftungswelle bis Ende April anstieg, war nun das Gefängnis hoffnungslos überfüllt. Die uigurischen politischen Gefangen wurden für die täglich angeordneten Hinrichtungen selektiert. Am 24. April erlebten Bahtiyars Kollegen die Tötung von acht politischen Gefangen. Was ihnen auffiel, war die Anwesenheit von Ärzten in den „besonderen Transportern.“
In Europa sprach ich mit der Krankenschwester, die nach dem Ghulja Vorfall im größten Krankenhaus von Ghulja gearbeitet hat. Nervös verlangte sie, dass ich keine ihrer persönlichen Daten nenne. Sie gab an, dass es den Krankenhäusern verboten wurde, uigurische Demonstranten zu behandeln. Ein Arzt, der nur einen Arm bandagierte, erhielt eine Haftstrafe von 15 Jahren, ein anderer bekam 20 Jahre. Dem Krankenhaus Personal wurde gesagt: „Sollten sie trotzdem behandeln, werden sie das gleiche erleben.“ Absichtlich vertieft wurde auch die Trennung zwischen uigurischem und chinesischem medizinischem Personal. Während die chinesischen Ärzte die Verschreibungen sammelten, wurde dem uigurischen Personal der Zugang zu den Medikamenten aus der Apotheke verwehrt. Uigurische Patienten bekamen gerade noch die halb so viel Medikamente wie früher notwendig. Auch wenn ein uigurische Paar ein zweites Kind erwartete, was rechtlich sanktioniert war, wurde dem Neugeborenen vom Personal der Geburtstation eine als Antibiotika ausgegebene Spritze verabreicht. Die Krankenschwester konnte sich an keinen Fall erinnern, bei dem einem chinesischen Baby eine ähnliche Injektion verabreicht worden war. Innerhalb von drei Tagen wurde das Neugeborene dann blau und verstarb. Die uigurischen Mütter bekamen immer die Standardantwort zu hören: Ihr Baby war zu schwach und hatte das Medikament eben nicht vertragen.
Nicht lange nach dem GhuljaVorfall wurde einmal der Leichnam eines der jungen uigurischen Protestierenden aus einem Militär Lazarett nach Hause überstellt. Möglicherweise war die Tatsache, dass der Bauch vernäht worden war nur das Merkmal einer Autopsie, doch löste das eine weitere Welle von Gewalt aus. Später wurde die Leiche in Tücher gewickelt und unter Polizeischutz begraben. Auf dem Friedhof, der sich unweit des aktuellen Flughafens von Urumqi befand, patrouillierten dann ständig chinesische Soldaten. Im Juni wurde der Krankenschwester ein anderer Vorfall bekannt. Ein junger Demonstrant war verhaftet und sehr schwer verprügelt worden. Seine Familie musste für seine Freilassung Geld bezahlen. Man stellte bei ihm einen schweren Nierenschaden fest. Der Familie wurde darauf hin gesagt, sie könne sich ja an das chinesische Militär Lazarett in Urumqi wenden. Das dortige Krankenhauspersonal machte ihnen offen das folgende Angebot: Eine Niere für 30.000 RMB (ca.3520 Euro). Die Niere, wurde versichert, wäre kerngesund und stamme von einem 21-jährigen uigurischen Mann. Aber dessen Profil stimmte genau mit dem des eignen Sohnes über ein. Die Schwester bekam heraus, dass der angebliche Spender tatsächlich aus der Gruppe von Demonstranten stammte.
Anfang Herbst 1997. Der gerade von einer frischen Blut-Tour aus dem ländlichen Xinjiang zurück gekehrte junge uigurische Arzt, nennen wir ihn Murat, konnte ebenfalls einer vielversprechende Karriere in einem der großen Krankenhäuser Urumqis entgegen sehen. Zwei Jahre später plante er seine Flucht nach Europa, wo ich ihn einige Jahre später getroffen habe.
Sein Vorgesetzter informierte Murat eines Tages darüber, dass sich fünf hohe Regierungsbeamte von der Partei zu einer internistischen Überprüfung in der Klinik auf hielten. Er hatte einen Job für Murat: „Geh zum Gefängnis von Urumqi in den politischen Flügel, nicht zu den Strafgefangenen. Nimm dort kleine Blutproben. Wir stellen nur die unterschiedlichen Blutgruppen fest. Das ist alles, was du tun sollst.“
„Wie sieht es denn mit der Gewebeanalyse aus ?“
„Kümmere dich nicht darum, Murat. Das ist für später. Mach nur die Bestimmung der Blutgruppen.“



Begleitet von zwei Krankenhaus Assistenten, die Genehmigung sicher im Griff, traf der leicht und belesen wirkende Murat auf etwa 15 harte Burschen, alle gefangene Uiguren und unter dreißig Jahre alt. Der erste, der die Nadel sah, flehte ihn an:
„Du bist doch auch Uigure wie ich, Warum willst du mich verletzten?“
„Ich verletze dich nicht, ich nehme dir nur Blut ab.“
Beim Wort Blut entstand allgemeine Unruhe. Die Männer begannen zu schreien: „Wir sind unschuldig“, und die Polizeiwachen schreiend ihre Befehle. Dabei drängten sie die Männer zurück hinter die Wartelinie. Chinesische Polizei Wachen packten den Gefangen dann fest im Nacken.

„Das ist für ihre Gesundheit“, sagte Murat in beruhigendem Ton. Ihm war bewusst, dass er von Funktionären des Krankenhauses beobachtet wird, sie sicher gehen wollten, dass er nicht zu viel Sympathie zeigte. „Das ist nur für eure Gesundheit“, sagte Murat wieder und wieder während er das Blut abzapfte.

Zurück in der Klinik fragte er seinen Vorgesetzten: „Sind denn alle diese Gefangenen zum Tod verurteilt?“
„Das stimmt, Murat, richtig. Nur frag nicht weiter danach. Es sind schlechte Menschen, Feinde des Landes.“
Murat stellte trotzdem weiter Fragen, und irgendwann kam er auf den Dreh. Sobald die für Patienten passende Blutgruppe ermitteln war, kamen die Gewebeanalysen. Die so auserwählten politischen Gefangenen wurden während der Exekution nur in die Seite geschossen. Murats Instrukteur, der den Hinrichtungen meistens beiwohnte, verglich noch vor Ort die Proben. Und die eingelieferten hohen Beamten bekamen daraufhin ihre Transplantation, erhoben sich aus dem Krankenbett und konnten das Krankenhaus geheilt verlassen.
Sechs Monate später gab es die Feierlichkeiten zum ersten Jahrestag von Ghulja. An dem Tag checkten wieder fünf Beamte ein. Murat wurde von seinem Instrukteur wieder in den politischen Trakt der Haftanstalt geschickt, um frisches Blut zu holen. Dieses Mal bekam er zusätzlich Informationen. Die Ernte an politischen Gefangenen sei ganz normal. Er hörte auch etwas von Export und Wachstum und hohen Volumina, und dass die Militär Krankenhäuser eine führende Rolle dabei hatten.
Ab dem Jahr 1999 hatte es für Murat den Anschein, als ob es ruhig geworden sei um das Ernten. Er dachte sich, es sei vielleicht ganz vorbei damit.
Das Gegenteil war der Fall. Das Xinjiang Verfahren war sogar ausgeweitet worden. Die Niederschlagung der Uiguren wurde Ende 1999 durch die größte Aktion der chinesischen Sicherheitskräften seit den Zeiten Maos in den Schatten gestellt, der Beseitigung der Falun Gong Bewegung.
Nach vorsichtigen Schätzungen fielen bis zur Olympiade 2008 drei Millionen Falun Gong Praktizierende in die Hände des chinesischen Korrektur System. Rund 65000 Opfer erlitten die Ernte mit schlagendem Herzen. Ein weiterer nicht näher zu beziffernder deutlich kleinerer Teil von Haus Christen und Tibetern traf das gleiche Schicksal.
Gemessen am Holocaust sind das zwar keine großen Zahlen, so dass China zwar nicht als das Land der Endlösung bezeichnet werden kann. Aber es ist das Land der zweckmäßigen Lösung. Nun werden einige wohl mit Bezug auf die Einwände der chinesischen Medizinischen Führungsschicht entgegnen, dass es offensichtlich und bekannt sei, dass das Gesundheitssystem Chinas insgesamt nicht nach ethischen Gesichtspunkten funktionieren könne, aber es seien Fortschritte erkennbar. Mehrere ausländische Investoren hoffen vermutlich darüber hinaus, China könne sich eines Tages oder habe sich bereits, vom Organraub verabschieden, zu Gunsten der viel lukrativeren pharmazeutisch-klinischen Diagnostik Branchen. Das Problem mit dem beschwichtigendem Annahmen ist, es existieren gerade ein Jahr alte Berichte, die den Schluss nahe legen, dass China das Xinjiang Verfahren durchaus noch nicht ad acta gelegt hat.


Im Juli 2009 eskalierten in Urumqi blutige Straßenschlachten zwischen Uiguren und den Han Chinesen. Die Behörden verlegten massive Truppenverbände in die Hauptstadt der Region, wiesen westlichen Journalisten aus, kappten die Kommunikationsverbindungen, und im Lauf der folgenden sechs Monate verschwanden ungestört, meistens nachts, tausende uigurischer Männer. Angaben einiger entflohener uigurischer Gefangenen zufolge, wurden ihre Mithäftlingen ausschließlich zwecks Beurteilung ihres Gesundheitszustandes und wegen der möglichen Verwendbarkeit ihrer Organe medizinisch unter die Lupe genommen. Mögen solche Aussagen auch nur schwach zu untermauern sein, so fügen sie sich dennoch ein in das Gesamtbild und lassen nur eine unausweichliche Folgerung zu: China, der Staat am Rande zur Supermacht, hat sich nicht nur massiver Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht - was auch keine gerade neue Meldung wäre – sondern hat über ein ganzes Jahrzehnt hinweg die medizinische Forschung pervertiert und zur, im juristischen Sprachgebrauch, gezielten Eliminierung einer bestimmten Menschengruppe umfunktioniert.

Nijat wartete nun im Flüchtlingslager von Neuchâtel in der Schweiz auf ein Land, das im Asyl gewährt. Er hatte sein Geständnis abgelegt, mir gegenüber und anderen gegenüber. In einer Welt jedoch, die begierig darauf ist, China nicht zu beleidigen, zeigte kein Staat Interessiert an seinem
Aussagen. Enver fand seinen Weg zu einem obskuren Seminar für Menschenrechte des britischen Unterhauses. Als die Abgeordneten die Befragungen eröffneten, stand Enver auf und sprach erstmals öffentlich darüber, wie er Menschen tötete. Während ich mir Notizen machte, bemühte sich nicht einer der Parlamentsmitglieder noch deren Mitarbeiter darum auch nur Envers Nummer zu notieren.
Fazit. Für das uigurische Volk wird nichts anderes als Selbstbestimmung zielführend sein. Das 13 Millionen Volk der Uiguren mag klein sein, doch es steckt in einer verzweifelten Situation und bleibt kämpferisch. Was auch Krieg bedeuten mag. Zur Zeit fordern also Diplomaten rund um den Globus den Dialog mit Peking, doch sollte jede Nation dabei ihre eigene Geschichte und das eigene Gewissen nicht außen vor lassen. Denn lassen wir beiseite, woran mein jüdisch klingender Name alles erinnern mag, so können zwar, die Opfer niemals vollständig gesühnt werden, aber eine derart fatale Ausbeutung von Menschen darf auf keinen Fall toleriert werden


aus dem Englischen von Peter Zoufall
Erschien ebenfalls auf http://www.defenddemocracy.org/ - Der Autor möchte sich bei Jaya Gibson und Familie Peder Wallenberg für die Unterstützung bei den Ermittlungen bedanken Engl. Original http://www.weeklystandard.com/articles/xinjiang-procedure_610145.html
Chinesisch auszugsweise http://www.kanzhongguo.com/node/431656


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