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Zur Geschichte der Milzbrand-Erreger als biologische Waffe
[11.08.2005] Gefährlich ist der Milzbrand-Erreger vor allem deshalb, weil seine Sporen noch jahrelang nahezu überall überleben können, z. B. im Straßenstaub oder auf dem Fell von Tieren. Finden Sie dann einen geeigneten Nährboden, so beginnen sie zu keimen.
Diese Eigenschaft
hat dazu geführt, dass schon seit Jahrzehnten von den Militärs mit
Milzbrand als biologische Waffe experimentiert wird. So ist die schottische Insel Guida (Gruinard),
auf der die Briten im Zweiten Weltkrieg Versuche mit Anthrax
ausführten, mit dem Erreger noch heute so verseucht, daß das Betreten
der Insel aufgrund von bestehender Lebensgefahr strikt verboten ist. Was
Biowaffen anrichten können, zeigte 1976 ein Unfall in einer
Militärfabrik der damaligen Sowjetunion. Arbeiter der Abfüllanlage für
Anthraxpulver vergaßen, einen Luftfilter einzusetzen. Der Wind trieb
die tödlichen Sporen durch die Stadt und ins Umland. Obwohl der Unfall
in der Nacht passierte, starben mindestens 66 Menschen. Mitglieder
der japanischen Aum-Sekte haben 1995 vor ihrem Angriff mit dem Giftgas
Sarin in Tokio versucht, Menschen mit Anthrax zu vergiften. Sie
züchteten im Keller eines Hauses im Zentrum von Tokyo Anthraxsuppe und
versprühten sie über ein Röhrensystem vom Dach aus. Es erkrankte jedoch
niemand, da die gezüchteten Keime wohl einem harmlosen Anthraxstamm
angehörten. Trotz
internationaler Ächtung der B-Waffen vermuten amerikanische
Geheimdienste, daß mindestens 17 Staaten biologische Waffen, wie Gas-
und Milzbrand; Ebola- und Pockenviren und andere Toxine entwickeln.
Darunter Iran, Irak, Libyen, Nord- und Südkorea, China und Russland. In
den USA haben die aktuellen Anschläge mit Milzbrand-Erregern, die über
kontaminierte Briefe versandt werden, bereits drei Menschenleben
gefordert und mindestens zwölf Personen sind erkrankt. Die Angst vor
Bioterror steigt. Auch in Deutschland rät das Berliner
Robert-Koch-Institut zu erhöhter Vorsicht. Falls ein verdächtiger, mit
Pulver gefüllter Brief auftaucht: Pulver nicht einatmen, nicht
anfassen, nicht verschlucken und die Polizei und Feuerwehr
benachrichtigen. Auf Wikipeda war zur Zeit folgendes u finden an Informationen. Historisches
Schon im Mittelalter haben sich die Völker mit Milzbrand bekriegt. Sie
warfen verseuchte Tierkadaver über die Burgmauern und warteten, bis die
Bevölkerung gestorben war.
Schon im Ersten Weltkrieg wurde von deutschen Wissenschaftlern mit
Milzbrand experimentiert, sie verseuchten Tiere im Balkan. Das Programm
wurde jedoch wegen geringen Erfolges wieder eingestellt.  | Gedenkplakette für die Verbrechen von Einheit 731 auf dem ehemaligen Gelände der Biowaffenfabrik Quelle Wikipeda |
| Die
Kaiserlichen Streitkräfte Japans setzten Anthrax 1932 in der
Mandschurei ein. Bei einem "Forschungsprojekt" der Einheit 731 wurden
ca. 3.000 Kriegsgefangene als "Versuchsobjekte" missbraucht. Auch
andere Kampfstoffe wurden getestet.
Im Zweiten Weltkrieg entwickelte Frankreich einen Milzbranderreger,
dieser wurde beim Einmarsch der deutschen Truppen entdeckt, und obwohl
Hitler es ausdrücklich verbot, experimentierten deutsche
Wissenschaftler mit dem Erreger. Angeblich sollen die USA während des
Zweiten Weltkrieges an Milzbrandbomben gearbeitet haben. 1942 hat
Großbritannien auf der Insel Guida bzw. Gruinard-Island
Milzbranderreger ausprobiert, die Insel war fast fünfzig Jahre lang
Sperrgebiet. Obwohl sie in den 1980er Jahren mit 200 Tonnen Formaldehyd
entseucht wurde, gibt es noch Kritik an der Gründlichkeit der
Entseuchung.
Auch die ehemalige Sowjetunion experimentierte mit Milzbrand. Im April
1979 infizierten sich bei einem Betriebsunfall in einer
mikrobiologischen Militäreinrichtung (B-Waffen-Forschungsstätte) nahe
Swerdlowsk 79 Menschen mit Milzbrand, 68 davon starben. Zahlreiche
Tiere in der Umgebung starben. Die Infizierten befanden sich zu dem
Zeitpunkt in der Windrichtung, als vermutlich nur ca. 1 Gramm des
Milzbrand-Erregers freigesetzt wurde. Erst 1995 wurde der
Betriebsunfall publik, wussten die Familien der Verstorbenen, wodurch
ihre Familienmitglieder zu Tode gekommen waren.  | Der Aralsee 1985
1960 war der Aralsee der viertgrößte Binnensee der Erde. Auf diesem
Bild hat der See noch fast seine ursprüngliche Ausdehnung. Deutlich zu
erkennen ist die Insel Vozrozhdeniye, auf der jahrelang streng geheime
Biowaffen-Experimente durchgeführt wurden. Bild: NASA |
| Im Aral-See ist die ganze Insel Wosroschdenije (heute die Insel der Tränen)
verseucht. Sie war ein geheimes Versuchsgebiet der Russen; angeblich
sollen dort noch 1988 Milzbranderreger ausgesetzt worden sein.
Bedenklich ist, dass der Wasserspiegel sinkt und die Insel somit den
Ufern immer näher kommt. In einigen Jahren werden dort Tiere durch das
Wasser laufen können und den Milzbrand in die angrenzenden Ländern wie
Kasachstan und Usbekistan tragen. 1972 unterschrieben 143
Staaten das Biowaffenabkommen, das die Entwicklung, Herstellung und
Lagerung biologischer Waffen untersagt.
1995 wurde der Betriebsunfall in der mikrobiologischen
Militäreinrichtung in der ehemaligen Sowjetunion entdeckt und auch,
dass der Irak große Mengen Milzbrand-Erreger zum Einfüllen in
Sprengköpfe und Bomben lagerte. Daraufhin begann man mit Verhandlungen
über ein Zusatzprotokoll, die nach 6 Jahren endeten. Dieses Protokoll
lässt immer noch viele Lücken offen und da Inspektionen in Fabriken
lange im Voraus angekündigt werden müssen, können Spuren beseitigt
werden. Die USA stieg aus dem Zusatzprotokoll aus, mit der Begründung
es gehe nicht weit genug. Bekannt ist aber, dass die USA Bio-Waffen
erforschen, auch der Impfstoff gegen Milzbrand gehört zu diesem
Programm. Im Juli 2001 waren in Kanada im Bundesstaat Alberta Hunderte von Bisons bedroht. 19 Tiere starben an den Folgen des Erregers.
Am 12. Juli 2001 traten in Süd-Korea im Changyong County in der Provinz
South Kyongsang fünf Milzbrandfälle auf, eine Person starb an den
Folgen. Alle hatten Fleisch eines Rindes verzehrt, das in einem
Sumpfgebiet tot aufgefunden worden war. Nach den
Terroranschlägen am 11. September 2001 wurden in den USA per Post
Briefe mit Milzbranderregern verschickt. Die Sendungen wurden an
Regierungsstellen und hohe Persönlichkeiten der Politik verschickt. 5
Menschen starben. Ein Zusammenhang mit den Terroristen vom 11.
September wird nicht vermutet. Es werden inländische Personen dafür
verantwortlich gemacht. In Zusammenhang mit den Milzbrand-Briefen in
den USA wurde am 18. Oktober 2001 in Kenia ein Brief mit Sporen des
Milzbrand-Erregers in einem Brief an einen kenianischen Privatmann
nachgewiesen.
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