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Multiversum eine allgemeine Beschreibung

[30.01.2009] Der Gedanke, das beobachtbare Universum sei nur ein Teil der gesamten Wirklichkeit, führte zu der Definition eines Multiversums (Mehrzahl: Multiversen), das zahlreiche mögliche Universen enthält. Der Begriff Multiversum wurde im Dezember 1960 von Andy Nimmo geprägt, damals stellvertretender Geschäftsführer der "British Interplanetary Society, Scottish Branch", für einen Vortrag der Abteilung über die Viele-Welten-Deutung der Quantenphysik, die 1957 veröffentlicht worden war.

Dieser wurde im Februar 1961 gehalten und das Wort in seiner ursprünglichen Definition erstmals benutzt: "ein offensichtliches Universum, von dem eine Vielzahl das gesamte Universum bilden". Grund hierfür war, dass zu dieser Zeit die Definition des Wortes "Universum" = "Alles was ist" war und etymologisch eine weitere Steigerung ("Mehr als alles") nicht möglich ist. Lateinisch "Unus" bedeutet "Eines" und "versus" bedeutet "gekehrt". "Universum" kann also als "in eins gekehrt" übersetzt werden. Im Gegensatz dazu bedeutet "Multi" viele, so lässt sich die Viele-Welten-Deutung mit dem Begriff "Multiversum" beschreiben.

Der Begriff wurde dann mehrere Jahre wiederholt sowohl korrekt als auch falsch in wissenschaftlichen und Science-Fiction-Kreisen benutzt. In den späten Sechzigern verwendete Michael Moorcock den Begriff in einem Roman. Nach dessen Lektüre benutzte David Deutsch den Ausdruck "Multiversum" in einer wissenschaftlichen Arbeit als die Gesamtheit aller möglichen Universen aller Zeiten, unser beobachtbares Universum eingeschlossen - das Gegenteil der vorigen Definition. Andere Wissenschaftler, die keine Etymologen waren, griffen dann das Wort auf und nahmen die populäre Neudefinition an.

Wissenschaftliche Theorien Theorien aus der Quantenphysik
Viele-Welten-Deutung der Quantenphysik Everetts Viele-Welten-Deutung ist die am zweithäufigsten vertretene Interpretation der Quantenphysik. Theorien zum Urknall Bubbles (Blasen) Die Bildung unseres Universums aus einer "Blase" eines Multiversums wurde von Andrei Linde erdacht und passt gut in die weithin erdachte Theorie der Inflation (d.h. eines "inflationären Universums"). Big Bounce (grosser Schlag) Nach Ansicht einiger Theoretiker der Quantenfeldgravitation war der Urknall nur der Anfang einer Ausdehnung, die einer Periode der Kontraktion folgte. In dieser Sicht kann man von einem Big Crunch (grossen Knirschen), gefolgt von einem Urknall, sprechen oder einfacher einem Big Bounce. Murcott Eine andere Theorie wurde von M. J. Murcott 1989 vorgeschlagen. Murcott gründet seine Theorie auf der Annahme, dass Raum endlos ist; das heisst, man kann in jede mögliche Richtung für immer reisen und immer fortfahren, neue Punkte zu erreichen. Eine weitere seiner Annahmen beruht auf der Theorie, dass die Materie, die zu irgendeinem Punkt in der Vergangenheit ziemlich gleichmässig im Raum verteilt war, später zu Massenansammlungen kondensierte, die dicht genug waren, um zum Ausgangspunkt eines neuen Urknalls zu werden.

Dann ist allerdings zu erwarten, dass es nicht nur einen Urknall gab, sondern derartige Materiekondensation an mehreren Stellen mit astronomischen Distanzen zueinander auftrat, und sich somit ein Netzwerk oder Gitter von Big Bangs bildete, von Ausdehnung und Kontraktion wie ein Netzwerk von schlagenden Herzen oder wie Atome in einem Kristall. Somit gäbe es anstelle eines einzigen Urknalls mit daraus resultierendem Universum eine ganze Sammlung von Universen, ein Multiversum. Das ist Murcotts Multiversum-Theorie, die aber momentan wissenschaftlich wenig anerkannt ist, da sie inhärent schwer zu verifizieren ist. Einige beobachtbare Unterschiede zum Standardmodell könnten jedoch sichtbar sein, falls diese Theorie zutrifft. Am auffälligsten wäre eine am Rand unseres Universums zerrende Gravitationskraft, die auf das tägliche Leben keine grösseren Auswirkungen hätte, aber die zwei folgenden Effekte mit sich brächte: zum einen wäre wesentlich weniger Masse nötig, um zu verhindern, dass unser Universum unmittelbar kollabiert, und damit müsste das Universum ca. 90 % weniger Materie enthalten als nach dem Standardmodell, was durch einige Beobachtungen gestützt wird. Das andere, umstrittenere Beweisstück wäre die Tatsache, dass Materie am Rand unseres Universum nicht abbremst, sondern durch die Anziehungskraft anderer Universen tatsächlich beschleunigt wird; einige Beobachtungen legen dies nahe.
Quelle http://www.erwissen.com/article/Multiversum
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