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Chinesisches Generalkonsulat streut Gerüchte, um Kulturgala von Exilchinesen zu verhindern[11.02.2009] Frankfurt am Main (11. Februar 2009) – Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) jetzt erfuhr, hat das Generalkonsulat der Volksrepublik China am 6. Januar 2009 eine Verbalnote an die Hessische Staatskanzlei und das konsularische Corps in Hessen verschickt. Darin warnt es vor der bevorstehenden Aufführung der „Divine Performing Arts“ am 21. und 22. Februar 2009 in der Jahrhunderthalle in Frankfurt und fordert dazu auf, „vor dieser Sekte-Bewegung [sic!] sowie deren politischen Absicht wachsam zu bleiben, damit kein falsches Signal dafür ausgesendet wird.“
Die IGFM hat gegenüber der Hessischen Staatskanzlei unterstrichen, dass es sich bei der Verbalnote um einen Versuch Chinas handelt, eine Kulturveranstaltung in Deutschland zu stören oder zu verhindern, um das Auslegungsmonopol der chinesischen Kunst und Geschichte auch in Deutschland durchzusetzen. Das Ensemble der „Divine Performing Arts“ transportiert mit dieser Gala die Sehnsucht vieler Chinesen nach kultureller Identität, die von der KP Chinas seit ihrer Machtübernahme teilweise zerstört, aber auch systematisch instrumentalisiert und verfälscht wurde. Die Künstler versuchen, für die chinesische Kultur zu werben, indem sie durch die Darstellung alter, zum Teil vergessener Legenden mithilfe von Musik, Tanz und Kostümen eine Reise durch das historische China darbieten. Dabei beziehen sie auch die Kulturen anderer in China lebenden Völker, wie die mongolische oder tibetische Kultur, mit ein.
Die IGFM weist die im Brief des Konsulats erkennbare Behauptung, diese Darbietung sei China-feindlich, zurück. Seit dem Schrecken der Kulturrevolution besteht die Gefahr, traditionelle Aspekte der chinesischen Kultur zu vergessen bzw. zu verdrängen und nun soll auch in Deutschland die offizielle chinesische Sicht durchgesetzt werden. Der Fernsehsender NTDTV, der im Brief der Verbreitung anti-chinesischer Propaganda bezichtigt wird, ist der einzige Brecher der chinesischen Zensur. Denn ihm ist es zu verdanken, dass das chinesische Volk Dinge erfährt, die von der Regierung verheimlicht werden. Die IGFM ist empört über diese Verbalnote des chinesischen Generalkonsulats und weist diese Art der Einmischung und Bevormundung zurück. Der Anspruch des chinesischen Konsulates, in anderen Staaten darüber zu befinden, welche Veranstaltungen besucht werden dürfen, offenbart ein grundlegendes Misstrauen gegenüber der künstlerischer Freiheit und den Menschenrechten. Die IGFM fordert zum Besuch der Gala auf und bittet die Behörden, dem Ansinnen entgegenzuwirken. Terminhinweis: IGFM Jahrestagung „Engagement für Menschenrechtsverteidiger“ am 14./15. März 2009 im Gustav Stresemann Institut in Bonn Mehr Informationen unter www.menschenrechte.de 71 Seitenaufrufe Weitere Artikeln zu diesen Thema 19.01.2012 Opfer der jüngsten Selbstverbrennung stirbt - Verletzte Tibeter vermeiden Krankhäuser aus Angst vor Festnahme 19.01.2012 Blackout - Rettet heute das Internet - Heute könnte der Tag sein, an dem wir das freie Internet retten. 23.12.2011 Tibetischer Mönch Tabey am Leben, aber zum Krüppel geworden 14.12.2011 Pekings Ground Zero - Von Chinas Organraub an politischen Gefangenen - Von Ethan Gutmann 09.12.2011 Irak: Pogrome von Islamisten gegen Christen und Yeziden in Kurdistan 25.11.2011 Tibet Neue Sicherheitskräfte in Kirti zur Zähmung der Widerspenstigen- Lhasa unter Militärkontrolle 25.11.2011 Aufschrei der Tibeter in Tawu, darunter auch Bilder der Selbstverbrennung - Videoclip der dramatischen Geschehnisse in Tawu im Exil aufgetaucht 16.11.2011 Internationaler Tag für inhaftierte Blogger 16.11.2011 China kreiert regimetreues „Modellkloster“ in Tibet 21.10.2011 Spannung in Serthar wächst - Polizei schießt auf zwei Tibeter |
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