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Kapitel 4 In Lanka erhielt Ravana von seinen Spionen die
Nachricht, dass sich die Affen um die Stadt herum versammelt hätten.
Der eingeschüchterte Suka sagte ihm, dass Ramas Armee unschätzbar groß
und mächtig sei. Er empfahl Ravana Sita sofort an Rama auszuliefern.
Sukas Vorschlag machte Ravana wütend: "Ich würde Sita nicht einmal dann
zurückgeben, wenn die ganze Schar der Halbgötter vor Lanka stehen
würde!", brüllte er. "Oh, wann werden meine Pfeile endlich auf Rama
flitzen, wie Bienen auf Frühlingsblumen? Ich werde diese Armee in den
Schatten stellen, wie die aufgehende Sonne die Sterne verdunkelt."
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Kapitel 5 Außerhalb von Lanka beriet sich Rama mit seinen
Generälen. Sie besprachen den Angriff der Stadt. Vibhishana berichtete,
dass seine vier Minister sich in der Gestalt von Vögeln in die Stadt
begeben hatten. Sie hatten alles genau betrachtet. Vibhishana beschrieb
nun die Vorkehrungen, die sie zur Verteidigung getroffen hatten. “Am
Osttor steht Prahasta, der Oberbefehlshaber. Am Südtor befinden sich
Mahaparshwa und Mahodara, zwei fast unüberwindbare Rakshasas. Am
Westtor ist Ravanas listiger und fürchterlicher Sohn Indrajit
stationiert, der in der Schlacht äußerst gefährlich ist. Am Nordtor
wartet Ravana persönlich."
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Kapitel 6 Indrajit begab sich nach Lanka, umgeben von den
wichtigsten Rakshasas, die alle vor Freude brüllten. Der Rakshasa-Prinz
ging schnell zum Palast seines Vaters und erzählte ihm die Neuigkeiten:
"Deine zwei sterblichen Feinde liegen, durch meine spitzen Pfeile
niedergestreckt, tot auf dem Schlachtfeld. Zerstreue deine Furcht, mein
König. Der Sieg gehört jetzt uns." Ravana sprang auf seine Beine und
umarmte seinen Sohn. Er war freudig erregt und rief sofort nach den
Rakshasis, die Sita bewachten. Er wies sie an, die Prinzessin im
Pushpaka-Streitwagen mitzunehmen, um ihr Rama und Lakshmana zu zeigen.
Er war sicher, dass Sita ihn jetzt als Ehemann annehmen würde.
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Kapitel 7 Ravana sah, wie seine Truppen besiegt und verwahrlost
zurückkehrten. Seine Augen waren hochrot vor Zorn und er atmete schwer.
Er befahl dem nächsten seiner mächtigen Befehlshaber, Durdharsha, in
die Schlacht hinaus zu ziehen. Der Dämon war den Halbgöttern und
Danavas im Kampf gegenübergetreten und fürchtete niemanden. Er bestieg
seinen mit Juwelen verzierten Streitwagen, der acht eiserne Räder
besaß, welche im Durchmesser so groß wie zwei Mann waren, und raste aus
der Stadt hinaus. Seine Stimme klang wie ein Donnerschlag, als er die
Rakshasa-Streitkräfte scharte, die ihm zu Hunderten und Tausenden
folgten. Wie die anderen Rakshasa-Anführer vor ihm, beobachtete er
zahlreiche schlimme Vorzeichen, doch er nahm ebenfalls keine Notiz von
ihnen und stürzte auf die Affen zu.
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Kapitel 8 Ravana kehrte äußerst verstört nach Lanka zurück. Er
fühlte sich gedemütigt, von Rama überwältigt worden zu sein, wie ein
Elefant, der von einem Löwen bezwungen wurde. Als er sich an die Kraft
Ramas unaufhaltsamer Pfeile erinnerte, fragte er sich, was er als
nächstes tun solle. Er rief seine Ratgeber zusammen, die sich daraufhin
ins Ratszimmer begaben und Ravana umringten. Der Dämon schaute auf
seinem Thron sitzend umher und sprach zu ihnen, immer noch erschüttert
von seinem Kampf mit Rama.
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Kapitel 9 Die Rakshasas rannten schnell zu Ravana und erzählten
ihm die Neuigkeiten: "Dein glorreicher Bruder hat für einige Zeit
Verwüstung unter den Affen angerichtet, doch schließlich ist er von
Rama getötet worden. Sein glied- und kopfloser Rumpf liegt jetzt halb
unter Wasser gesetzt im Meer und sein Kopf versperrt das Haupttor der
Stadt." Ravana war schockiert und wurde von Kummer ergriffen. Er fühlte
sich der Ohnmacht nahe. Überall um ihn herum stießen seine Söhne und
anderen Verwandten ein Wehklagen aus. Sie trauten ihren Ohren nicht.
Wie konnte der unbesiegbare Kumbhakarna von einem gewöhnlichen Menschen
getötet worden sein?
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Kapitel 10 Ravana wurde zunehmend besorgter. Seine Angst
verdrängte sogar den Kummer seinen Sohn und Bruder verloren zu haben.
In Gedanken verloren saß er auf seinem goldenen Thron. Seine
mächtigsten Kämpfer waren einer nach dem anderen getötet worden. Selbst
als die beiden menschlichen Prinzen überwältigt worden waren und durch
Indrajits unüberwindliche Waffen niedergestreckt worden waren, hatten
sie sich irgendwie wieder erholt. Wenn Rama sogar den furchterregenden
Kumbhakarana getötet hatte, wer war dann noch übrig, der dem Prinzen
gegenübertreten konnte und überleben würde? Mit Sicherheit war er
Vishnu persönlich, der Erzfeind des Rakshasas.
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Kapitel 11 Ravana war niedergeschmettert. Zweimal hatte er seinen
scheinbaren Sieg gefeiert und zweimal wurde er gezwungen alles wieder
zu überdenken. Er saß grübelnd in seinem Palast. Diese Affenarmee war
verzaubert. Sie waren von Indrajit praktisch ausradiert worden, doch
plötzlich waren sie alle wieder auf ihren Füßen und kämpften erneut.
Jetzt waren Kumbhakarnas zwei unbezwingbare Söhne getötet worden. Die
Lage wurde langsam verzweifelt. Ravana sah hinüber zu Indrajit. Dieses
Mal durfte er nicht versagen. Ravana sprach zu seinem Sohn, der in
jeder Hinsicht genauso mächtig wie sein Vater war: “Heldenhafter Prinz,
diese beiden Sterblichen müssen das Zeitliche segnen. Obwohl sie
zweimal von dir besiegt worden sind, sind sie wie durch ein Wunder dem
Tod entkommen. Jetzt muss ihr Glück ein Ende finden. Du bist der
Bezwinger Indras. Was ist also das Problem mit diesen zwei Menschen?
Mach es schnell mein Sohn. Wende alle nur erdenklichen Mittel an und
töte sie!”
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Kapitel 12 Die in Angst und Schrecken versetzten Rakshasas
rannten zu Ravana und teilten ihm mit, dass Indrajit gefallen war.
“Dein mächtiger Sohn ist auf einen noch größeren Helden gestoßen und
hat das Zeitliche gesegnet”, berichteten sie. “Nachdem der höchst
ruhmreiche Indrajit Lakshmana mit zahllosen Pfeilen überschüttet hatte,
ist er in die nächste Welt aufgebrochen.”
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Kapitel 13 Während Ravana sich aus Angst zurückzog, kehrte Rama
zu Lakshmana zurück. Er fiel neben ihm nieder und wiegte den Kopf des
Prinzen in seinen Händen. Lakshmana schien tot zu sein. Die Wunde in
seiner Brust sah furchtbar aus und es schien, als atmete er nicht mehr.
Mit Tränen in den Augen und mit bebender Stimme sprach Rama mit lauten
Worten, um seinem Kummer Luft zu machen: “Oh, wie schmerzvoll es ist,
meinen geliebten Bruder in einem solchen Zustand zu sehen. Meine Stärke
verlässt mich, wenn ich sehe, wie er hier liegt. Selbst wenn ich diesen
Kampf gewinne, werde ich mich nicht glücklich fühlen können ohne
Lakshmana. Dieser Prinz ist mir wahrlich durch dick und dünn gefolgt.
Wenn er jetzt in die Sphären des Todes aufgebrochen ist, werde ich ihm
folgen.”
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