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Die Armee bricht auf


Mit Angadas Erlaubnis erzählte Hanuman Rama und Sugriva alles. Er beschrieb ausführlich, wie er über den Ozean gesprungen war und in Lanka Verwüstung angerichtet hatte. Er erzählte ihnen wie Sita sich nach Rama sehnte und Ravana nicht einmal angesehen hatte. Dann gab er Rama Sitas Botschaft, zusammen mit ihrem Schmuckstück.

Rama nahm Sitas gelbes Juwel von Hanuman an sich. Er presste es gegen seine Brust und weinte leicht. Während Lakshmana ihn tröstete, sprach er: "Wie eine Kuh Milch vergießt, wenn sie ihr Kalb sieht, so schmilzt mein Herz, wenn ich dieses Juwel sehe. Es gehörte ursprünglich Indra. König Janaka hat es einst Sita gegeben. Wenn ich diesen leuchtenden Edelstein betrachte, sehe ich direkt meinen edlen Schwiegervater, wie auch meine geliebte Frau Sita."

Rama bat Hanuman immer wieder Sitas Worte zu wiederholen. Es schmerzte ihn über ihre erbärmliche Lage zu hören und er hatte das Gefühl, ihre Worte seien sein einziger Trost. Der Affe erzählte Rama sein gesamtes Gespräch mit Sita. Als er aufgehört hatte sprechen, saß Rama für einige Zeit still dort, in Gedanken an Sita versunken. Schließlich sprach er zu Hanuman: "Du hast eine große Tat vollbracht, Hanuman. Niemand außer Garuda oder dem Halbgott der Winde persönlich hätte eine solche Heldentat vollbringen können. Wer kann schon über den riesigen Ozean springen? Wer könnte jemals darauf hoffen, Lanka lebend zu verlassen, nachdem er als Feind dort eingedrungen ist? Die bist ein erstklassiger Diener, mein lieber Affe. Du hast alles erreicht, um was wir dich gebeten hatten und sogar noch mehr."

Rama rühmte Hanuman auf verschiede Weise und bedauerte, dass er dem Affen den Dienst, der dieser ihm erwiesen hatte, nicht vergüten könne. Alles was er ihm anbieten könne, sei eine Umarmung. "Lieber Hanuman, das ist alles, was ich derzeit mein eigen nennen kann", sagte Rama, als er Hanuman nahm und ihn eng an sich drückte.

Dann überlegte Rama, wie er Sita zurückerobern könne. Wie könnte er und Millionen von Affen den Ozean überqueren? Er fühlte sich erneut bedrückt und fragte Sugriva, ob er eine Idee habe. Der Affe erwiderte: "Wir sollten eine Brücke über den Ozean bauen. Es gibt keinen Grund zu klagen. Wir kennen jetzt Sitas Aufenthaltsort und haben eine Armee versammelt, die mehr als dazu fähig ist, die Dämonen zu vernichten. Ich bin zuversichtlich, denn ich vernehme viele gute Vorzeichen und mein Gemüt ist erleichtert."

Nachdem Rama Sugriva sprechen hörte, festigte sich seine Entschlossenheit. Er sagte zu den Affen: "Ich bin zweifellos fähig dieses Meer zu überqueren, sei es durch die mystische Kraft, die ich mir durch meine Askese angeeignet habe, sei es dadurch, dass ich eine Brücke darüber lege oder dadurch, dass ich es mit meinen glühenden Pfeilen austrockne. Lieber Hanuman, erzähl uns von Lankas Befestigungs- und Verteidigungsanlagen, denn wir werden bald zum Kampf dort eintreffen."

Hanuman beschrieb alles, was er in Lanka gesehen hatte. Die Stadt befand sich auf der Spitze eines großen Berges, der von einem dichten Wald bedeckt war. Sie war von einem breiten Wassergraben mit Alligatoren umgeben. Überall um Lanka waren riesige Schutzwälle mit stählernen Zugbrücken und Toren. Horden von Rakshasas streiften auf den Schutzwällen umher und hatten Morgensternkeulen, die hundert Krieger mit einem einzigen Schlag töten konnten. Große Wurfmaschinen waren entlang der Verteidigungsmauern aufgestellt, wie auch Geräte, die glühende Eisenpfeile zehn Meilen weit schießen konnten. Ravanas Streitkräfte waren beinahe unbegrenzt. Sie waren sehr gut ausgebildet, konnten mit jeder Art von Waffe umgehen und waren ständig auf der Hut vor jeglicher Gefahr. Sie hätten bereits genug Zeit gehabt, um den von Hanuman verursachten Schaden wieder zu reparieren und würden jetzt besonders wachsam sein, da sie Ramas Angriff erwarteten.

Als Hanuman sein Rede beendet hatte, sagte Rama furchtlos: "Ohne einen Moment zu zögern werde ich diese große Stadt Lanka zerstören. Lasst uns sofort alle Vorkehrungen treffen, um aufzubrechen. Wir befinden uns in der glückverheißenden Mittagsstunde. Eine günstige Sternkonstellation verheißt unseren Erfolg. Der verachtenswerte Ravana, der Sita entführt hat, darf nicht mit dem Leben davonkommen."

Sugriva stimmte Rama wohlwollend zu und begann daraufhin Befehle zu erteilen. Er bat Sugrivas Befehlshaber Nila einen Spähtrupp aus Kishkindha los zu schicken. Sie sollten den Weg für die ganze Armee vorbereiten und sicherstellen, dass keine feindlichen Truppen im Hinterhalt lagen. Nur die stärksten Affen sollten gehen, denn es lag eine schwierige Aufgabe bevor. Rama nannte persönlich die besten Affenkrieger: Gaja, Gavayam, Gandhamadana, Rishibha, Dwivida, Mainda und andere. Dann sagte er: "Ich selbst werde auch mitgehen, indem ich auf Hanumans Rücken steige, so wie Indra auf dem Rücken seines Elefanten Airavata reitet. Ich werde den Truppen aus der Mitte der Armee zujubeln, während sie wie eine Flut voran eilen. Lakshmana soll auf Angadas Rücken steigen, so wie Kuvera auf seinem Elefanten Sarvabhauma reitet, der den östlichen Teil des Universums beschützt."

Sugriva verbeugte sich vor Rama und gab dann seinen Affen ausführliche Anweisungen. Nach und nach zogen viele Millionen mächtiger Affen in Richtung Süden los. Sie sprangen und hüpften vor Freude und bewegten sich so schnell wie von einem Sturm getriebene Wolkenmassen. Sie brüllten und schrien, um ihre Entschlossenheit zu zeigen: "Wir werden Ravana und die Rakshasas niedermetzeln. Keiner von ihnen wird überleben!"

Die Affen hoben sich gegenseitig in die Höhe und warfen einander umher. Sie sprangen auf Bäume und Berge und auf die Rücken der anderen. Während sie sich vorwärts bewegten, grollten sie wie der stürmische Ozean. Jambavan und sein Bärenkontingent bildete die Nachhut. In der Mitte von allen waren Rama und Lakshmana, auf dem Rücken von Hanuman und Angada. Sie sahen aus wie die Sonne und der Mond, die sich mit Jupiter und Venus vereint hatten und von zahllosen Sternen umgeben waren.

Lakshmana sprach zu seinem älteren Bruder: "Die Vorzeichen sind gut, Rama. Eine leichte Brise weht hinter uns und die Sonne scheint hell. Die wilden Tiere und Vögel rennen und fliegen hinter uns her. Die Affen- und Bärenarmee brüllt vor Freude und erstrahlt in großer Pracht. Am Nachthimmel habe ich zahlreiche glückverheißende Omen beobachtet. Dein Erfolg steht zweifellos nahe bevor, lieber Bruder."

Rama lachte und wippte auf Hanumans Rücken, der schnellen Schrittes vorwärts stürmte. Die riesige Armee erzeugte eine gewaltige Staubwolke, die wie eine Wolkenreihe den Himmel verdeckte. Wenn sie Flüsse überquerten, floss die Strömung meilenweit zurück. Die Seen, durch die sie hüpften, traten über die Ufer und überfluteten das umliegende Land. Sie rissen Bäume um und zerschmetterten Felsen, um sich gegenseitig ihre Kühnheit zu beweisen. Da sie bei Tag und bei Nacht marschierten, näherten sie sich schnell dem südlichen Meeresufer.

Als sie den Ozean erreichten, sprach Rama zu Sugriva: "Hier beginnt das riesige Meer, mein tapferer Affe. Dieser Herr der Flüsse kann nicht so leicht überquert werden. Wir müssen uns etwas einfallen lassen. Lasst uns hier die Zelte aufschlagen und darüber nachdenken, was unser nächster Schritt sein soll."

Als die Armee zum Strand hinunter ging, erstreckte dieser sie sich meilenweit, wie ein zweiter Ozean. Die Affen diskutierten, wie sie Lanka erreichen könnten. Dabei erzeugten sie einen Lärm, der das Tosen des Meeres übertönte. Niemand war dazu in der Lage Hanumans unglaublichen Sprung zu imitieren. Die Vanaras und Bären starrten nach draußen auf die tosenden Wellen und fragten sich, was Rama und Sugriva als

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