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Das Märchen von Kleinhausen

[11.11.2005] Eine Erzählung von Fritz Loindl, Austria
Es war einmal ein kleines Dorf namens Kleinhausen. Dort lebten ein Bauer, ein Bäcker, ein Schneider und ein Schuster. Es war ein schönes kleines Dorf, alle lebten glücklich, und jeder hatte, was er brauchte.

Der Bauer kaufte Brot vom Bäcker, dafür kaufte der Bäcker dem Bauern das Getreide ab. Beim Schneider wurden die Kleider gekauft, und er kaufte dafür Milch vom Bauern, Brot vom Bäcker und Schuhe vom Schuster. So wurde alles in Kleinhausen gekauft und getauscht – und alles funktionierte. Da kam es aber, dass es im großen Nachbarort Großhausen eine große Bäckerfirma gab. Diese hatte schon alle Bäckereien dort aufgekauft.


Alle Bauern in Großhausen konnten nur dem einen Bäcker ihr Getreide verkaufen. Dieser gab ihnen aber nur den halben Preis für ihr Getreide, darum konnte dieser Bäcker auch billiges Brot erzeugen. Auch zahlte diese Firma ihren Arbeitern nur wenig Geld. Nun geschah es, dass der Schneider von Kleinhausen zu sich sagte: „Da kann ich mir doch etwas sparen, wenn ich mein Brot nicht mehr beim Bäcker in meinem Ort kaufe, sondern das billige Brot aus Großhausen.“ So tat er es. Auch der Schuster von Kleinhausen ging nach Großhausen, um dort sein Brot zu kaufen. Der Bäcker von Kleinhausen konnte nun nurmehr einen Teil seines Brotes verkaufen und dadurch auch dem Bauern nicht mehr so viel Getreide abkaufen. Da waren der Bäcker und der Bauer nun unglücklich, und es sagte ein jeder zu sich: „Ich kann es mir nicht mehr leisten, meine Schuhe und meine Kleider im teuren Kleinhausen zu kaufen. Ich muss nach Großhausen und dort meine Schuhe in der billigen Schuhfabrik und meine Kleider in der billigen Kleiderfabrik kaufen.“ Dies taten sie auch.

Das hatte natürlich zur Folge, dass auch der Schuster und der Schneider weniger Arbeit und weniger Verdienst hatten. Und so ging es, und irgendwann kauften alle Menschen aus Kleinhausen die benötigten Dinge im anscheinend billigeren Großhausen. Aber dadurch konnten Sie kein Getreide, kein Brot, keine Schuhe und keine Kleider mehr in Kleinhausen verkaufen und versuchten daher, ihre Waren um einen minimalen Preis nach Großhausen zu verkaufen, wodurch sie nochmals weniger verdienten. Irgendwann, als Kleinhausen völlig verarmt war, kam der König von Kleinhausen und sagte: „So kann es nicht mehr weitergehen, wir müssen uns vor den billigen Waren aus Großhausen schützen, da wir sonst keine Arbeit mehr in Kleinhausen haben.“ Und so führte er einen Zoll ein. Dieser Zoll machte die nach Kleinhausen gebrachten Waren wieder teurer.

Da nun das Brot aus Großhausen durch den Zoll genauso teuer war, wie in Kleinhausen, kauften der Bauer, der Schneider und der Schuster wieder ihr Brot beim hiesigen Bäcker. Dieser konnte nun wieder dem Bauern das Getreide abkaufen, dem Schuster seine Schuhe und dem Schneider seine Kleider. In kurzer Zeit war in Kleinhausen wieder alles im Lot – und jeder hatte, was er brauchte. Eines Tages geschah es: Der alte König starb und es musste ein neuer gewählt werden. Ein Königskandidat wollte die Dinge so fortführen wie der alte König, der andere versprach ihnen bessere Straßen, schönere Häuser und mehr Lohn. Der Bauer sagte: „Aber glaubt ihm doch nicht, er wird seine Versprechen nicht halten können.“ Doch die anderen meinten: „Wie kannst du denn so etwas behaupten, er würde das doch niemals sagen, wenn er das nicht auch halten würde.“ Und sie nannten den Bauern Verschwörungstheoretiker. Seine Versprechen waren so verlockend, dass die meisten in Kleinhausen den versprechenden König wählten.

Nach einiger Zeit kamen die großen Unternehmen aus Großhausen zum neuen König und sprachen: „Aber lieber König, seid doch nicht so kleingläubig in Kleinhausen, seid doch modern und öffnet Eure Augen für die große weite Welt, die Leute wollen doch fremde Länder bereisen und die guten und günstigen Dinge aus anderen Orten kaufen. Euer Zoll ist nicht zeitgemäß, wir müssen doch global denken.“



Dem König gefiel die Idee, und so wurden die Zölle wieder abgeschafft. So kam es, dass die große Bäckerfirma aus Großhausen, die große Schuh- und auch die große Kleiderfabrik ihre billigen Waren in Kleinhausen anboten. Der Bauer aber warnte abermals: „Wenn ihr die Waren vom billigen Großhausen kauft, haben wir bald wieder keine Arbeit mehr, so wie damals.“

Aber die Kleinhausener hatten schon vergessen, was vor einiger Zeit passiert war und kauften bei den großen Unternehmen aus Großhausen. Und so begann es von Neuem, dass jeder die billigen Dinge aus Großhausen kaufte. Da dadurch der Bauer, der Bäcker, der Schuster und der Schneider ihre Waren nicht oder nurmehr billig verkaufen konnten, hatten sie wenig Verdienst und konnten sich bald nichts mehr kaufen. Da nun die großen Unternehmen von Großhausen nicht mehr viel in Kleinhausen verkaufen konnten, waren Sie gezwungen, nach neuen Orten für Ihre Waren zu suchen. So wurde auch bald der Zoll von Nebenhausen abgeschafft. Es dauerte nicht lange, da war mit Nebenhausen das gleiche geschehen, wie mit Kleinhausen. So gingen die Unternehmen in andere Orte und es wurde gleichzeitig der Zoll in Oberhausen, Unterhausen, Seitenhausen und Drübenhausen abgeschafft. Und überall passierte das Selbe. Viele Tage vergingen, oft ging die Sonne auf und unter und viel Wasser floss die Bäche hinunter.

Doch eines Tages kam der Zeitpunkt, als die Leute erkannten, dass von all den Geschäftigkeiten nur der Besitzer der großen Bäckerfirma, der Besitzer der großen Kleider- und Schuhfabrik profitierte und alle anderen davon nur Nachteile hatten. Und so begannen viele Menschen aus verschiedenen Orten sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und versuchten, die Leute aus anderen Orten über die Dinge aufzuklären und zu Eigenverantwortung anzuregen, anstatt nur den eigenen Vorteil zu sehen, der nur von kurzer Dauer war. Anfangs wurden diese Leute belächelt und für verrückt erklärt, auch wurden sie von manchen bekämpft. Aber eines Tages waren es so viele und es konnte sich dieser Tatsache keiner mehr erwehren – das von den Leuten verbreitete Wissen wurde plötzlich als logisch und „immer schon gewusst“ verstanden.
Bericht www.oekostadt-rheinland.de

Kommentar

Einige von unseren ausgesendeten Informationen handeln von weniger erfreulichen Themen und scheinen mitunter sogar eher negativ besetzt zu sein.
Wir sollten aber dennoch optimistisch sein; es gibt keinen Grund Wut, Hass oder Angst entstehen zu lassen, ganz im Gegenteil, "Problem erkannt - (oft schon bald) Problem gebannt", trifft da meist eher zu.

Wir sollten aber vor lauter Optimismus und "schlechtes gar nicht sehen wollen" die Realität trotzdem wahrnehmen bzw. wachsam im Auge behalten.


In unserer Zeit werden wir durch Massenmedien meist manipuliert und dessinformiert. Nur durch Information und Aufklärung über die wirklichen Zusammenhänge und Hintergründe kann man diesem entgehen.

Jean Paul Sartre sagte: "Wenn Ihr Eure Augen nicht braucht um zu sehen, werdet Ihr Sie brauchen um zu weinen."

Auf der "befreundeten" Homepage von www.das-gibts-doch-nicht.de steht dazu auch ein sehr guter lesenswerter Text : "Wenn Sie sich wegen irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen. Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern."


Eine alte Weisheit sagt auch dazu: "Wer ein Problem erkennt, und nichts zu seiner Beseitigung unternimmt ist möglicherweise ein Teil dieses Problems."

Im diesen Sinne wollen wir informieren (nicht belehren) um zu Eigenverantwortung anzuregen, Eigenverantwortung gegenüber uns selbst, unserer Gesundheit, unserer Gesellschaft und Umwelt. Auch Eigenverantwortung über das, was Sie glauben.
Überdenken und hinterfragen Sie auch diese Infos die von uns kommen. Je mehr Informationen oder unterschiedlichen Sichtweisen Sie kennen, umso leichter können Sie sich ein Bild machen und sich der Wahrheit nähern.


Auch Paracelsus schrieb dazu: "Es gibt unter den Menschen viele Arten von Argumenten, rechte und unrechte. Bewundere diese nicht gar zu schnell, verwirf sie aber auch nicht zu schnell. Wenn Unwahrheiten verkündigt werden, höre sie mit Sanftmut und wappne dich mit Geduld."


"Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst". Nur wenn sich jeder einzelne über die Folgen seines Handelns und Denkens bewusst ist, können die Probleme unserer Zeit bewältigt werden, welche im Prinzip alle aus purem Egoismus entstehen.


Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewusst wie und was Sie denken, sprechen und handeln."

Fritz Loindl

Quelle  www.initiative.cc



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