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Erdbeben in Bürgerkriegsregion – Mindestens 100 Tote bei Erdbeben in Burma

[25.03.2011] Mindestens 100 Menschen sind nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) bei dem gestrigen Erdbeben in der Nationalitätenregion der Shan im Osten Burmas getötet worden. Die meisten Opfer sind einheimische Shan, berichteten Shan-Menschenrechtler der GfbV. “Die Rettungsarbeiten werden dadurch erschwert, dass sich das Epizentrum des Bebens 48 Kilometer nördlich der Stadt Tachilek an der Grenze zu Thailand sehr abgelegen in einer zum Teil umkämpften Nationalitätenregion Burmas befindet”, sagte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius am Freitag in Göttingen.

Unter den Toten sollen auch 17 burmesische Soldaten des
Infanteriebataillons 316 und ihre Angehörigen sein. Das Kasernengebäude
ihres Militärstützpunktes stürzte ein. In einer Kirche in dem Ort Talerh
wurden mehrere Menschen bei einem Nachbeben getötet, als das
Kirchendach zusammenbrach. Die Opfer hatten nach dem Beben in der
Kirche Zuflucht gesucht. In der Siedlung Tachilek wurden heute bereits 80
Särge verkauft. In dem zwanzig Kilometer nördlich gelegenen Ort Talerh
wurden mindestens 100 Gebäude zerstört, unter anderem auch das
Krankenhaus.

Im Bundesstaat Shan kämpfen 20 bewaffnete Bewegungen der Shan seit
53 Jahren für mehr Selbstbestimmung. “Die Situation ist zum Teil sehr
unübersichtlich, da die Milizen immer wieder ihre Bündnispartner wechseln
und sich oft Kämpfe mit der burmesischen Armee liefern”, erklärte Delius.
Erst Mitte März 2011 startete die burmesische Armee im Norden des Shan-
Staates eine Militäroffensive gegen Shan-Bewegungen.

Mehrere zehntausend Shan flohen in den vergangenen Jahrzehnten vor den
Kämpfen und vor schweren Menschenrechtsverletzungen im Shan-Staat in
das benachbarte Thailand. Alleine zwischen 1995 und 1998 wurden 1.500
Dorfgemeinschaften der Shan zwangsweise umgesiedelt.

Ulrich Delius ist zu erreichen unter Tel. 0160 / 95 67 14 03.
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Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Pressereferat
Postfach 2024, D-37010 Goettingen
Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028
E-Mail: presse@gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de
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