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Pyramidenstadt auf dem Meeresgrund entdeckt.

[04.08.2003]
Sie gelten als eine der dramatischsten Entdeckungen der pazifischen Archäologie: Vor der Südküste Japans wurden die Ruinen zweier guterhaltener Pyramidenstädte auf dem Meeresboden gefunden. 




Die eine unterseeische Ruinenstadt befindet sich vor der Küste der japanischen Insel Yonaguni, die andere vor der Insel Aguni, 500 km nordöstlich, nur 50 km von Okinawa entfernt. 

Auf die erste Struktur stießen Sporttaucher im Frühjahr 1995. In den folgenden 18 Monaten inspizierten sie die Gewässer vor den Küsten der südjapanischen Inselkette akribisch und fanden vier weitere Ruinen vor insgesamt drei Inseln, die zu zwei städtischen Komplexen zu gehören scheinen. 








Die versunkenen Städte weisen Gassen und Straßen in verschiedenen Formen, darunter Sechsecke, Zirkel und, am häufigsten, rechtwinklige Muster auf. Treppen und Stufen sind deutlich erkennbar. Obwohl sie alle Merkmale hohen Alters und eine deutlich erkennbare Erosion aufweisen, erscheinen die Anlagen größtenteils intakt und guterhalten. 
Alles in allem sind die monolithischen Unterseestädte das beeindruckende Zeugnis einer monumentalen Architektur. Am meisten beeindruckt waren die Taucher, die jetzt erstmals Unterwasseraufnahmen der Strukturen veröffentlichten, von einer enormen Pyramiden-Plattform von 80 Metern Länge, auf die sie vor der Insel Yonaguni stießen. 
Aufgrund der klaren Wasserqualität, die eine Sicht bis auf 30 Meter erlaubt, waren sie in der Lage, sich ein Bild von den Ausmaßen der riesigen Anlage zu machen, die sich in nur 25 Metern Tiefe befindet und deren höchster Punkt nur 5 Meter unter der Wasseroberfläche liegt. 


War sie Teil einer gewaltigen, prähistorischen Tempelstadt? Und: Wie alt ist sie und wie versank sie im Meer? 
Die japanischen Insel sind berüchtigt für ihre seismischen Aktivitäten, doch die Mauern der unterseeischen Anlagen weisen nicht die für Erdbebenzerstörungen so typische Risse und Einsturzspuren auf. Ganz im Gegenteil erscheinen sie so intakt, als seien sie langsam vom Meer überflutet worden. 
Nach Ansicht diverser Geologen lag der Meeresspiegel vor mindestens 7.000-8.000 Jahren etwa 25 Meter unter dem heutigen. Andere bezweifeln ein so schnelles Ansteigen des Pazifiks und glauben, daß das fragliche Gebiet vor mindestens 500.000 Jahren überflutet wurde. 
Okinawas früheste Besiedlungsspuren sind 19.000 Jahre alt, die ersten Anzeichen einer Zivilisation tauchten jedoch erst vor 9.000 Jahren auf, mit dem Aufstieg der Jomon-Kultur, die für ihre seefahrerischen Leistungen bekannt sind. 


Doch das sind Spekulationen. Die versunkenen Strukturen auf dem Meeresboden sind real. Und sie weisen Verbindungen zu anderen Kulturen auf. 
Traditionelle Steingräber, die man nahe der Stadt Noro auf Okinawa fand, weisen einen verwandten Baustil auf. Sie sind den Urahnen der Inselbewohner geweiht, doch niemand weiß, wann sie errichtet wurden. 
In der Sprache der Ureinwohner von Okinawa heißen sie “Moai“ , ein Wort, das die Bewohner der fast 10.000 Kilometer entfernten Osterinsel benutzten, um die großohrigen Steinstatuen ihrer Vorfahren zu bezeichnen. 
Um so weniger erstaunen dann die Parallelen zwischen der unterseeischen Pyramidenplattform und den Bauten der präinkaischen Kulturen von ChanChan und Mocha in Trujillo und Pachacamac in Peru. Trujillo ist ein moderner Seehafen im Norden des Andenstaates, der vor 2.000 Jahren ein Kulturzentrum der präinkaischen Zivilisation war, und dessen „Sonnentempel“ aus einer dreigeteilten Pyramidenplattform bestand. 


Auch der Tempel von Pachacamac in Peru ist eine riesige, mehrstufige Plattformanlage, die im 1. Jahrhundert v.Chr. errichtet wurde. Ähnliche Tempelplattformen, die in Peru gefunden wurden, gehen sogar auf die Zeit um 3.000 v.Chr. zurück. 


Bestand eine Verbindung zu den Anlagen südlich von Japan? Sind diese die Überreste einer uralten Kultur vielleicht so alt wie die Pyramiden und Sumer - oder noch älter? 
Die Unterwasser-Funde lassen zumindest die Legende von einer prähistorischen Pazifikzivilisation namens Lemuria oder Mu als möglich erscheinen. 
Der britische Offizier James Churchward war der erste, der diese Legenden dem Westen zugänglich machte, und für deren Relikte er die zahlreichen Steinmonumente hielt, die im gesamten pazifischen Raum gefunden wurden. 


Die Japaner nannten ihre prähistorischen Kaiser Jim-mu, tim-mu, Kam-mu, was möglicherweise auf ihre Abstammung von Überlebenden der Zivilisation von Mu hinweisen sollte. 
Ein wichtiger Fluß im Norden Japans heißt „Mu“, was zumindest eine Verbindung zum Wasser andeutet, und das Wort „Mu“ bedeutet so viel wie „nichts“ oder „das, was nicht existiert“. So sind viele Japaner heute sicher, daß es sich bei den Ruinen vor der Küste Okinawa um die versunkene Hauptstadt von Mu handelt, um das Atlantis des Pazifiks.


Pyramidenstadt auf dem Meeresgrund entdeckt. Sie gelten als eine der dramatischsten Entdeckungen der pazifischen Archäologie: Vor der Südküste Japans wurden die Ruinen zweier guterhaltener Pyramidenstädte auf dem Meeresboden gefunden. 
Die eine unterseeische Ruinenstadt befindet sich vor der Küste der japanischen Insel Yonaguni, die andere vor der Insel Aguni, 500 km nordöstlich, nur 50 km von Okinawa entfernt. 




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