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Milo Barus - seine Lebensabschnitte[01.05.2006] Am 27.Februar 2006 wäre Milo Barus 100 Jahre alt geworden. Und noch
immer ranken sich Legenden um den wohl bekanntesten Kraftakrobaten der
deutsch - tschechischen Geschichte. Hier ein Teil seines bewegten Lebens
Er wurde am 27. Februar 1906 in Alt-Rothwasser im heutigen Tschechien geboren. Drittgeborener Sohn des Fabrikhilfsarbeiters und späteren Staatsbahnangestellten Ferdi Bahr und dessen Ehefrau Berta. Kurz nach seiner Geburt siedelten seine Eltern, mit ihm und seinen Geschwistern nach Weidenau um.
Als Kind in Weidenau war er eher kränklich gewesen. Bereits als 14-jähriger Müllerlehrling wechselte er vier bis 5 Zentner (1 Zentner = 50 kg) schwere Mühlwalzensteine alleine aus. Für diese Arbeit benötigte der Müller in der Regel zwei kräftige Burschen. In der Ringerabteilung des Arbeiter- Turn- und Sportvereins Weidenau eignete er sich die ersten Techniken an. Als 18-jähriger trat Emil Bahr erstmals in der Öffentlichkeit auf und erreichte im klassischen olympischen Dreikampf 280 kg. Ein anwesender englischer Manager, namens Robinson, holte ihn daraufhin in den Profisport. Schon bald erbrachte er weit höhere Leistungen und wechselte die Sportarten, u.a. versuchte er sich mit Erfolg beim Ringen. Doche seine eigendliche Artistenstunde schlug in in Tirol. Dort war Emil als Müllerbursche auf Wanderschaft, und hatte sich bei der einheimischen Burschenschaft gebürtigen Respekt verschafft, als den Ortsstärksten zweimal beim Fingerhakeln bezwang. Als dann in dem kleinen Ort Kundel ein Zirkus seine Zelte aufschlug, nahm er das Angebot des Zirkusdirektors an und kämpfte mit dem zirkuseigenen Herkules und gewann. Während seines Miltärdienstes in Den Hag gründete er seinen eigenen Zirkus. Ab 1928 nach Ableistung seines Militärdienstes leitete eine Profi-Ringertruppe, machte sich selbstständig und wurde mit seiner selbst einstudierten Nummern verschiedener Kraftakte berühmt. Immer spektakulärer wurden seine Auftritte, die ihn in die verschiedensten Länder der Erde führte. Er trug Pferde, stemmte Elefanten, rang Stiere zu Boden, zerriss komplette Telefonbücher, zog Autos (sogar einen vollbesetzten Bus) mit den Zähnen, hob Straßenbahnen aus den Schienen, nach einer Wette hinderte 1935 zwei entgegengesetzt startende Doppeldecker Flugzeuge am starten und später als Gastwirt im Thüringer Holzland war seine Biertrommel aus massivem Stahl Gaudi für Einheimische und Fremde Gäste. Während dieser Zeit soll auch sein Künstlername entstanden sein. Ein Luxemburger klopfte Emil nach einem seiner Auftritte auf die Schulter und meinte, er bräuchte unbedingt einen Künstlernamen - so wurde „Milo Barus“ geboren. Den Titel „Stärkster Mann der Welt“ errang er erstmals bei einem internationalen Wettkampf am 17.März 1930 in Paris und erkämpfte sich den „Goldenen Lorbeer“. Im Cirque Medrano/Paris war er der beste von 42 Athleten aus 16 Ländern und wurde zum „Stärksten Mann der Welt und Weltmeister im Lastentragen“ gekürt. Erfolgreich verteidigte er diesen Titel fünf weitere Male, so 1931 in London, 1932 in Kalkutta, 1934 in Kairo, 1935 in Buenos Aires und 1936 in New York. Auf seinen zahlreichen Reisen lernte er viele Persönlichkeiten der Zeitgeschichte kennen, so unter anderen auch 1931 die Königin von England und 1932 in Kalkutta hatte er z. B. ein persönliches Gespräch mit Mahatma Gandhi., welcher ihm persönlich für seine Sieg gratulierte. Wurde 1936 von der Gestapo verhaftet, und 1937 wurde er wegen Landesverrates angeklagt und verurteilt. Bis zum Jahr 1941 war er im Zuchthaus Berlin-Moabit inhaftiert. Dort traf Emil Bahr auch auf Ernst Thälmann, den Führer der deutschen Kommunisten. Im Mai 1941 lernte er Marthel, die Assistentin seiner späteren artistischen Arbeit kennen und lieben und heiratete sie im August 1941. Wurde 1946 im Zuge der Vertreibung der Sudeten-deutschen aus der Tschechoslowakei des Landes verwiesen. 1953 übernahm seine Frau Martha in Stadtroda/Thüringen die Gastwirtschaft Bräustübl. 1963 beendete Milo Barus aufgrund eines Herzinfarktes seine aktive Laufbahn und übernahm die im Holzländer Mühltal zwischen Weissenborn und Eisenberg/Thür. gelegene Meuschkensmühle als Gastwirt.
Gegenüber der Meuschkensmühle im Thüringer Holzland erfüllte er sich seinen Lebenstraum und baute ein Haus in das malerische Mühltal, dass ihn an seine alte Heimat erinnerte und dieser so ähnlich war. Die Verhältnisse in der DDR entsprachen nicht mehr seinem humanistischen Weltbild und 1976, bald nach seinem 70. Geburtstag, verließ er mit seiner Frau Martha die DDR, um sich in Mühldorf am Inn/Bayern, auch aufgrund familiärer Bindungen, niederzulassen. Am 01. Oktober 1977 verstarb er im Krankenhaus von Altötting/Oberbayern, nachdem er schon längere Zeit Herzprobleme hatte. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof in Mühldorf am Inn. Im ehemaligen Wohnhaus von Milo Barus, dem heutigen Waldgasthof " Milos Waldhaus", sowie im Mühltalmuseum des thüringischen Holzlandes der Naupoldsmühle und im brandenburgischen Artistenmuseum Klosterfelde (Artistenmuseum.de) kann man Zeitdokumente seiner legendären Kraftakte bestaunen. Unter der Regie von Henning Stegmüller und Günter Lamprecht in der Hauptrolle als Milo Barus, wurde 1983 der Spielfilm "Milo Barus, der stärkste Mann der Welt", über das Leben von Milo Barus gedreht. 6292 Seitenaufrufe Diese Seite Bookmarken Weitere Artikeln zu diesen Thema 01.05.2006 Milo Barus - seine Lebensabschnitte |
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