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Forscher haben das älteste Observatorium Europas rekonstruiert:

[10.08.2003] Der Sakralbau war wohl nur Auserwählten zugänglich. Bis 2007 wollen Archäologen die Kultstätte bei Goseck freilegen, die Fortschritte lassen sich per Webcam verfolgen. uf rund 7000 Jahre schätzt François Bertemes von der Universität Halle-Wittenberg das Alter der Anlage. "Sie ist eines der frühesten Heiligtümer, die in Mitteleuropa entdeckt wurden", beschreibt er die Bedeutung des Fundes.

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Schon jetzt wissen die Forscher auf Grund einer Rekonstruktion, wie dieAnlage in Goseck vor 7000 Jahren aussah: Sie hatte einen Kreisgrabenvon rund 75 Metern Durchmesser, der im Inneren mit zwei übermannshohenPalisaden gleichsam noch einmal nachgezogen war. Der Außenring war vondrei aufwendig gestalteten Tore druchbrochen, die Durchgänge in denhölzernen Palisaden waren dagegen eng. "Im Inneren der Anlage durftensich vermutlich nur einzelne Menschen aufhalten, während das Volk vorden Toren lauschte, was sich im Zentrum tat", so Bertemes.
 
   
Doch nicht nur ihr Alter macht die Anlage einzigartig: Während die etwa180 Kreisgrabenanlagen, die man in Mitteleuropa kennt, zumeist vierTore hatten, weist die Gosecker Anlage drei Tore auf.
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Dass dies kein Zufall ist, konnte Wolfhard Schlosser von derRuhr-Universität Bochum nachweisen. Der Astronomie-Experte zeigte auf,dass die südlichen Tore exakt den Sonnenauf- und -untergang zurWintersonnenwende markieren. Dennoch macht er deutlich: "Es handeltsich hierbei nicht um ein Kalenderbauwerk, sondern es ist eindeutig einSakralbau." Bertemes pflichtet ihm bei: "Solche Kultstätten warenZentren des religiösen und gesellschaftlichen Lebens."
 
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Dennoch hatten die Anlagen auch einen wissenschaftlichen Zweck: dieBeobachtung astronomischer Phänomene. Die monumentale Gosecker Anlageerrichteten frühe bäuerliche Gemeinschaften bereits 3000 Jahre vor derletzten Ausbaustufe des englischen Stonehenge. Auch aus einem anderenGrund hat der Fund besondere Bedeutung: "Der Aufbau der Anlage, ihreAusrichtung und die Markierung der Wintersonnenwende lässt sich auf derinzwischen weltberühmten Himmelsscheibe von Nebra wiederfinden -allerdings entstand die etwa 2400 Jahre später", so Schlosser. Für ihnein Zeichen der Kontinuität, mit der die damaligen Menschen dieGestirne beobachteten.
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Nach der Entdeckung auf Luftaufnahmen von 1999 begannen die erstenAusgrabungen im vergangenen Jahr. Da die Arbeiten als Lehrgrabungen fürStudenten der Universität Halle-Wittenberg und der BergakademieFreiberg angelegt sind, kann immer nur wenige Wochen im Jahr gebuddeltwerden.
Dass sie das Entstehungsdatum der Gosecker Anlage so genaufestlegen konnten, verdanken die Archäologen Fundstücken auf demGelände. So entdeckten sie Material aus der frühen stichbandkeramischenKultur, die mit großer Sicherheit in die Zeit zwischen 5000 und 4800vor Christus eingeordnet werden kann. Damit steht für sie auch fest,dass Goseck das älteste zweifelsfrei nachgewiesene SonnenobservatoriumEuropas ist. So steht die Anlage am Anfang einer Reihe vergleichbarergewaltiger Erdwerke der europäischen Jungsteinzeit und frühenBronzezeit.
 
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