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Die Siebenschläfer Kirche von Rotthof

[14.02.2006] Die Legende berichtet von sieben jungen Männern, die während der Christenverfolgung Mitte des dritten Jahrhunderts in eine Höhle flüchteten und dort eingemauert wurden. Etwa 200 Jahre später, als man den Höhleneingang wieder öffnete, gab Gott den Sieben das Leben zurück. Sie werden sowohl in der christlichen als auch in der islamischen Tradition als Zeugen der Auferstehung verehrt.


Dieses ungewöhnliche Patrozinium geht auf zwei in die Außenmauer eingelassene Grabsteine der Römerzeit zurück, die drei bzw. vier Personen zeigen. Sie wurden im Barock fälschlicher Weise als Siebenschläfer gedeutet.

Im Jahre 1758 fertigt Johann Baptist Modler den neuen Hochaltar für die Siebenschläferwallfahrt in Rotthof. Seitenaltäre und Kanzel folgen 1763/64. Der barocke Altar wird mit einfachsten Mitteln (Kisten, Tuffstein, Muscheln) umgestaltet zur Illusion einer Grotte, in die farbiges Licht dringt. In diesem illusionären Raum träumen die sieben Jünglinge des Balthasar Modler, der auch die übrige Einrichtung entworfen hat. Mit dieser Schöpfung gehört die Rotthofer Einrichtung zur Spitze der volkstümlichen Rokokokunst in Bayern.

 

Archäologen beschäftigen sich mit dem Gebiet rund um die Siebenschläferkirche. So verweisen verschiedene antike Fragmente, die im Kirchenbau Verwendung gefunden haben, auf die römische Besiedelung dieses Gebietes. Zu Beginn von grundlegenden Sanierungsarbeiten im Jahr 2004 fanden Altertums-Forscher innerhalb kürzester Zeit in und um die Kirchengrundfeste erneut mehrere Skelette und römische Grabsteine. Mit Hilfe neuester Technik konnte ein vollkommen überraschendes Dokument auf dem Bildschirm sichtbar gemacht werden. Verborgen unter der Erde begrenzen zwei Erdumwehrungen ein keltisches Gehöft, das vermutlich aus Herrenhaus, Stall- und Vorratsgebäuden bestand, auf einer stattlichen Fläche von nahezu einem halben Fußballfeld.

Damit zählt Rotthof zu den nachweislich am frühesten besiedelten Ortschaften auf Landkreisebene.

 



Zugehörige Artikel:
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